Wirtschaft kapiert

Oh Achtung, ganz verrückt: Mehrwert auf diesem Blog! *kreisch* 

Wer noch nicht so richtig verstanden hat, warum seit einiger Zeit der Ölpreis in astronomische Höhen klettert (naja, 130 Dollar sind noch nicht astronomisch, aber ich finde 1,53 Euro für einen Liter Bezin schon recht aua) oder warum die Menschen in der dritten Welt mehr denn je Angst haben müssen, zu verhungern und warum Hedgefonds und Spektulanten maßgeblich Schuld daran sind, dem lege ich die Titelstory des aktuellen Spiegel (Nr. 24 vom 9. Juni 2008) an Herz. 

Sechs Journalisten (allesamt Männer – aber das soll ja nichts heißen) haben an dem Artikel geschrieben. Mal ganz davon abgesehen, dass der Text stilistisch unschlagbar ist und ich noch nie so einen Spaß hatte, einen Wirtschaftsartikel zu lesen, muss  ich sagen: Ich glaub ich habs kapiert! Damit meine ich, dass ich bei einem Kantinenessen nicht wie üblich bei solchen Themen in dumpfes Brüten verfalle und mich darauf konzentriere, dass mir keine Nudel auf das Oberteil fällt. Ich könnte mindestens einen intelligenten Satz beitragen. Ich würde dabei selbstbewusst nicken und es wäre mir egal, ob ich danach aussehe wie ein Kind in der prä-Gabelphase.

Verblüffend und erschreckend zugleich wie sexy man Menschen finden kann, die solche Themen einfach drauf haben und das auch noch so erklären, dass das auch der dümmste Mensch versteht.

Woah, werd ich langsam nerdig. Und Kleider zieh ich mittlerweile auch an. Irgendwas ist anders… Ich glaub ich werd mal keine Journalistin, sondern Journalisten-Groupie. Ich hänge dann an den Lippen von Wirtschafts-Redakteuren und sag Intelligentes wie „Aha.. der Gaspreis ist gekoppelt an den Ölpreis??!! Woah echt? Is ja krass. Magst du noch einen Kaffe, oder einen Blowjob während du schreibst?!“ 

Oder ich werd eine simple Kultur/Lifestyle/Leben/Alltag/Panorama/Irgenwasredakteurin und kümmer mich um meinen eigenen Kram…

Absturz

ER ist ganz gut dabei, was Aktienspekulation angeht.

Ich hingegen sollte wohl eher auf ein stinknormales, langweiliges Giro-Konto zurückgreifen. Ist mehr für mich zu holen.

Noch zwei Wochen und dann ist Schwanzvergleich im Kurs „Grundlagen des Wirtschaftsjournalismus“

Die Jungs waren von Anfang an für einen offenen Wettbewerb, in dem Woche für Woche die Nichtskönner angeprangert werden und die Börsenhaie Koks und Nutten umsonst bekommen, sponsored by Studiengebühren. Fand ich doof. Find ich immer noch doof.

Eco-Kauderwelsch

Amazon ist toll, Amazon ist super *frohlockundimkreisdreh* Nach exakt zwei Tagen war mein schönes intelligentes Konsumgut „Wirtschaft für Dummies“ im Briefkasten und weil ich noch viel superer (oh Gott… o_O) bin als Amazon, befinde ich mich schon jetzt auf Seite 200. (Wer Zusammenhänge und Logik in meinen Schlussfolgerungen findet, möge sie mir erläutern. Sind schon einige daran gescheitert.)

Seite 200 bedeutet: Kapitel acht – „Angebot und Nachfrage“

Man muss dazu sagen, dass ich nur schon so weit bin, weil ich Kapitel 6 und 7 übersprungen habe. Wo wir auch schon bei meinem Problem wären: Ich bin dümmer als die Zielgruppe. Also quasi ein extra dummer Dummie. Oder einfach ein Normalsterblicher, der bei einigen Erläuterungen zum Thema „Wie es zu Rezessionen kommt“ (Kapitel 6) und im Speziellen „langfristige Preisanpassungen“ kapituliert.

Ein Auszug (S. 129):

Wir wollen untersuchen, was passiert, wenn die Wirtschaft bei einem anderen Preisniveau als P* beginnt. Betrachten sie zum Beispiel noch einmal das Preisniveau Phoch und die entsprechende aggregierte Nachfrage Yniedrig. Offensichtlich ist Yniedrig kleiner als der Vollbeschäftigungsoutput Y* der Wirtschaft. Das ist wichtig, weil die Unternehmen lieber Produktionsmenge Y* produzieren würden. Tatsächlich würden sie ihre Investitionen in Fabriken und Anlagen verschwenden, wenn sie weniger produzieren, als die könnten. Deshalb besteht ihre Reaktion darin, Preise zu senken, um die Verkäufe zu steigern. Und sie senken die Preise so lange, bis das allgemeine Preisniveau der Wirtschaft auf P* gesunken ist, weil die Konsumenten bei diesem Preisniveau genau die Outputmenge Y* kaufen wollen.

Ääääh ja… Ich erinnere mich an eine Folge von King of Queens, in der Doug vor ähnlichem Problem stand. Carry erzählt ihm etwas, das ihn nicht interessiert und er nicht versteht und er schlug ihr vor, alle langweiligen Wörter durch spannende zu ersetzen – wie zum Beispiel das Wort „Zwerg“. Könnte man mal für alle Ypsilons, Pes und Hochs und Niedrigs und Sternchen in Erwägung ziehen. Nur nicht alle Zwerg nennen. Das verwirrt mich noch mehr.

für Dummies

Das Maximum an ökonomischer Unwissenheit ist schon seit längerem überschritten, der Dispo-Kredit ausnahmsweise mal nicht. Das heißt: Konsum, Konsum. Und zwar sinnvoll. Habe mir „Wirtschaft für Dummies“  bestellt und hoffe, dass damit meinem Dilettantismus endlich Einhalt geboten wird. Wenn ich das durch habe, höre ich damit auf, gebildeten Leuten nachts verzweifelte E-Mails zu schreiben, in denen ich jammere und das Wort „fuck“ als Einstieg verwende. Ich bitte nochmals um Verzeihung.
 
Kollaborativen Filtern sei Dank, wurde mir lustigerweise gleich nach dem Kauf nahe gelegt, ein weiteres Buch aus der Reihe zu kaufen: „Sex für Dummies“. Ich weiß jetzt nicht was mir amazon damit sagen will, aber nein ich kauf es nicht. Erstens gibt es wirklich keine Sache, mit der ich mich momentan weniger beschäftige und zweitens glaube ich, dass ich das auch so noch ganz gut hinbekomme. Auch ohne Anleitung. Sollte ich meine Erinnerung an Sex irgendwann wiedererlangen. 

Happyyuppie

Unglaublich spaßig ist, wenn man sich als alter Hase im Börsengeschäft ausgibt, nur weil man einen Tag länger bei dem Börsenspiel mitmischt als ein Kommilitone. Da werden Insiderinfos zurück gehalten und Recherchequellen zu DAX-Prognosen verschwiegen. Und das Depot wächst…

Der Kommilitone muss dann raten wo man seine milliardenschweren Infos her hat und sagt dann Dinge wie „Ach, kooomm sag schon. Hast das bestimmt von happyyuppie.com?!

Also ehrlich, Jens. Selbst wenn ich mit den Insider-Tipps von denen so reich werden würde, dass ich nie mehr arbeiten müsste, würd ich allein schon wegen des Namens davon absehen, denen mein Geld anzuvertrauen. Man bemerke die Krawatte im Logo… o_O
 
Ich würd dich ja gerne verlinken, aber dir ist hoffentlich klar, dass ich es mit meiner Blogger-Ethik nicht vereinbaren kann, Leute zu verlinken, die ihren Webspace nicht mehr bezahlen können. Fällt ja auch irgendwie auf mich zurück. Nix für ungut.  

Und wie war der erste Tag in der FH so?

Joa, war ganz ok. Ging ja nicht lang. Könnt jetzt wie manch anderer rumstressen und sagen, dass das das SCHLIMMSTE SEMESTER SEIT IMMER wird. Aber nein, das wirds nämlich garnicht. Wird alles ziemlich interessant, befürchte ich… und irgendwie anstrengend. Aber gut anstrengend. Positiver Stress. Spür schon, wie die Augenbraue anfängt zu zucken.  

Ab jetzt heißt es am Tag zumindest mal all das konsumieren:
FTD
Spiegel Wirtschaft 
Wirtschaftspresseschau des Deutschlandfunk 
Ecolot 
Huffington Post 
Daily Kos    

Ja und den ganzen anderen üblichen Kram, durch den man sich so durchklickt.  

Ich weiß, dass manche, die mich kennen,  jetzt zu Hause sitzen, das lesen und „ruuuuuhig Brauner!“ sagen. Aber jaaa, irgendwie juckts in den Gliedern und ich bin schon ein bisschen nervös. Oder zumindest gespannt wie man das in drei Monaten hinkriegen will. Projekt gibts ja auch noch.  

Und das Internet ist voller Zeitdiebe. DAS  ist momentan ganz groß, weil so schön sinnlos. Und man kriegt ihn nie auf einmal kahl! Das macht mich wahnsinnig!!  

Aber geht schon. Ging immer irgendwie… also das mit der Uni… nicht das waxen. 

Scheiß Gold

Super. Jetzt hab ich in den letzten zwei Tagen so ziemlich alles gelesen, was man über Wirtschaft und Finanzkrise im deutschsprachigen Internet findet und hab zumindest mal verstanden warum der Goldpreis so hoch geklettert ist. Und dann fällt der Mist plötzlich wieder um sechs Prozent!!„Ein großer Zinsschritt seitens der Fed sollte den Edelmetallen eigentlich auf die Beine geholfen haben. Stattdessen fielen die Preise für Gold und Silber unter die psychologisch wichtigen Marken von 1000 $ beziehungsweise 20 $“, sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Die Experten von Barclays Capital sehen beim Rückgang des Goldpreises aber auch fundamentale Faktoren am Werk. Zwar sprächen weitere Zinssenkungen der Fed, ein Anhalten der Turbulenzen auf den Kreditmärkten und geschürte Inflationsängste für steigende Notierungen. Die Schmucknachfrage sei jedoch rückläufig, die Goldverkäufe der Notenbanken nähmen dagegen zu: „In diesem Jahr wurden bereits 70 Tonnen mehr Gold verkauft als in der Vorjahresperiode“, schreiben die Barclays-Capital-Analysten.Quelle: ftd.deEntweder es liegt an der Uhrzeit oder an den pochenden Kopfschmerzen, dass ich die beiden Absätze drei Mal lesen musste bis ich wusste worum es geht. Und um das mit den Zinsen zu verstehen, hätte man womöglich mehr als drei Punkte im Mathe-Abi schreiben müssen, schätz ich mal. Wo wir schon beim nächsten Problem wären…Boah, scheiß Wirtschaft. Ich muss schlafen… o_O

Ökonomie: setzen, 6!

Sobald es fad wird, sich Langeweile einstellt, höre ich auf. Ich höre auf, mich bei Menschen zu melden, die mich langweilen. Ich höre einfach auf zuzuhören, wenn nichts Interessantes rüber kommt. Wie damals im PoWi-Unterricht der zwölften Klasse. Irgendwann wurden die Vorträge über Keynesianismus und soziale Marktwirtschaft und weiß der Teufel ziemlich langweilig und ich habe einfach aufgehört, mich daran zu beteiligen. Einmal, so erinnere ich mich vage, bin ich auch vor lauter Langeweile in der letzten Bank eingeschlafen. Hab dann den Bus verpasst.In der Schule ist man noch ziemlich jung und ziemlich dumm und macht sich da noch keine Gedanken darüber, was man da eigentlich lernt und für was das später mal gut sein könnte. Vieles, wie Integralrechnung, brauch wirklich kein Schwein (also ich nicht), aber zumindest in Wirtschaft hätte sich Zuhören echt gelohnt. Dann müsste ich mich jetzt nicht wochenlang in ein Thema einlesen, bei dem sich nach jedem Satz ein neues Türchen zu noch mehr konfusem Zeug öffnet.Kurz: Das angebrochene Semester steht unter der Flagge Wirtschaftsjournalismus und ich hab sowas von keine Ahnung. Ich tu zwar jeden Tag so, als läse ich den Wirtschaftsteil. Dabei überfliege ich nur die Überschriften und schau mir die Bilder an. Feiner, angehender Journalist, der ich bin, click ich mich alibimäßig noch durch Wirtschaftsressort von spiegel-online. Gleiches Spiel: Überschriften und Bildchen scannen. Informationswert: kleiner/gleich Null.Das ging ganz gut so die letzten Semester. Alle anderen Ressorts werden ja brav konsumiert (außer Sport). Aber jetzt ziehen ziemlich dunkle Wolken am sonst sehr blauen Studiengangs-Himmel auf.Ich fange gerade bei den Grundlagen an. Was Keynesianismus, Monetarismus und Liberalismus ist, weiß ich zumindest schon Mal. Bis ich verstehe, was es mit der US-Finanzkrise auf sich hat, was so besonders daran ist, dass der Gold-Preis über 1000 Dollar klettert und was das für auswirkungen auf den DAX hat, brauchts noch eine ganze Weile.Nur eins hab ich schnell kapiert: Lohnt sich gerade richtig, T-Shirts in den USA zu bestellen.Nachhilfestunden sind sehr willkommen.