Feigheit

Diese ganze Sache zwischen Männern und Frauen ist nur deshalb so kompliziert, weil jeder vom anderen denkt, dass er anders als er selbst handelt: unlogisch, typisch männlich oder weiblich, unfair.

Dabei tun Männer und Frauen in Beziehungsdingen exakt das Gleiche. Alles fußt auf den drei Stichworten: Erwartung, Naivität und Feigheit. Das war’s. Wem schlussendlich welche Eigenschaft zukommt, liegt an der individuellen Situation.

Ein Szenario:

Er oder sie hat Erwartungen bezüglich einer anderen Person. Im besten Fall erfüllen sie sich. Aber die Welt ist nicht aus Brezelteig, also gehen wir davon aus, dass sich all die netten Erwartungen in kürzester Zeit zerschlagen.

Sollte das nur bei einem der beiden der Fall sein, ist der andere naiv, verblendet, ahnungslos und macht sich Hoffnungen.

Jetzt kommt die Feigheit ins Spiel. Der eine ist entweder so unemotional und teilnahmslos, dass es ihm einfach egal ist und er bricht den Kontakt ab. Oder aber er hat ein schlechtes Gewissen, und fängt an zu lügen und sich Ausreden einfallen zu lassen. Was die noblere Variante ist, sei dahingestellt. Egal wie, alles trägt dazu bei, das das Gegenüber verletzt wird (ob beabsichtigt oder nicht, ist hier nebensächlich).

Und das Resultat? Ab jetzt muss man zehn Minuten früher aus dem Haus, um mit einer früheren Tram zu fahren. Auf dem Weg zur Haltestelle schlägt man sich in Tarnkleidung durch die Büsche, und schlängelt sich unbemerkt in den hinteren Wagen.

Alles nur wegen des einfachen Prinzips: Erwartung, Naivität, Feigheit. Ganz besonders letzteres.

5 thoughts on “Feigheit

  1. Lange + Weile

    Warum ist man naiv, verblendet und ahnungslos, weil man Erwartungen an eine andere Person hat? Sicher, es kommt auf das jeweilige Verhältnis zwischen den Personen an. Denn an Menschen die einem sehr nahe stehen, kann man durchaus Erwartungen haben. Demnach ein bisschen zu oberflächlich betrachtet.

    Auch verstehe ich nicht warum man entweder einen Kontakt abbricht oder lügt. Was ist aus der guten alten Wahrheit geworden!? Die kann man freundlich verpacken und wenn der andere kein Vollhorst ist, sollte er/sie/es doch verstehen. Tut er es nicht, ist es dessen Problem und er muss damit fertig werden. Du siehst, mir ist ein bisschen langweilig auf der Arbeit… 😉

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  2. Pia Post author

    das ist doch ddie Quintessenz des Ganzen: Es gibt keine Ehrlichkeit zwischen Männern und Frauen (wenn es um das leidige Thema Liebe und dergleichen geht) Jede nett verpackte Wahrheit ist zumindest eine kleine Notlüge.

    Nenn mich desillusioniert, aber so is das nunmal. Und wenn man das mal begriffen hat, muss man sich arrangieren und das Beste daraus machen.

    Heißt: Mitschwimmen und lügen und sich so vor seelischen Grausamkeiten schützen *g*

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  3. Pingback: Patsy Jones - nippifippi hell yeah » Blog Archiv » Ab heute “nie mehr” Geschlechter-Content…

  4. Kolmaar

    Du bist desillusioniert. Ich auch.

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  5. 7an

    man sollte einfach nie zuviel versprechen. dummerweise bauen aber beziehungen auf versprechen auf – auch auf unausgesprochenen. das problem sind aber in der tat auch, wie du schon geschrieben hast, die erwartungen.

    eigentlich kann man sich aber auch alles schenken. hoffnungen, erwartungen, versprechen, überhaupt das ganze suchen und finden wollen. bringt nichts – vor allem, wenn man etwas feingeistiger und unkonformer ist.

    aber das aufhalten an den richtigen orten ist wichtig (real oder virtuell). auf dem dorf würde jemand wie ich wohl nie erfolg haben, in städten wie darmstadt (zu wenig kultur und geist) wohl auch nicht. wenn dann nur in kreuzberg, prenzlauer berg, leipzig oder vielleicht münchen. oder in ausländischen metropolen.

    ein kumpel sagte mir vor einiger zeit, wenn du in darmstadt keine findest, findest du auch woanders keine. er sollte damit nicht recht behalten.

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