Tirol (branded)

Gutes Marketing ist dann, wenn die Botschaft im Kopf bleibt. Die Botschaft gestern: „Du befindest Dich in Tirol.“ Wie könnte ich das vergessen! Schließlich steht an jeder Ecke Innsbrucks in güldenen, schwarzen, großen, kleinen, gefetteten, kursiven, (sans-)serifen, geplotteten, siebgedruckten, … Lettern das Wort „Tirol“ oder – etwas urtümlicher – „Tyrol“.

verrücke Welt.

Ich bin wirklich sehr tolerant und aufgeschlossen, aber bei dem, was gerade auf der Welt abgeht, wird mir kotz übel. Und das Schlimmste sind die Medien, die mit einer sich selbst beweihräuchernden Süffisanz Tag aus Tag ein auf dieses Schmierentheater aufmerksam machen!!

Angefangen hier in Deutschland, genauer in Bayern. Da nehmen endlich mal mündige Bürger ihr demokratisches Recht wahr und wählen, wo nach ihnen ist, und schon schreit jeder „Debakel“ und „Untergang der CSU“. Und die großer Keilerei geht los. Jetzt wird um die Nachfolgerschaft im erzkatholischen Freistaat gebuhlt und am Ende wirds einer Ministerpräsident, der seine Frau beschissen hat. Ist ansonsten ja nicht gerne in Bayern gesehen. Hauptsache der Seehofer hat bei den Gedenkfeiern zu Strauß‘ 20. Todestag am frommsten in der Kirche gebetet. Dann interessiert das plötzlich keinen Bayer mehr.

Und in Frankreich vögelt sich ein kleiner Mann mit offensichtlich schmalem Selbstwertgefühl durch die attraktive A-Liga des Landes und eine von denen ist auch noch so raffiniert und lässt sich heiraten. Andere sind immerhin noch so ehrlich und stellen sich nachts an die Straße. Und heute jubeln alle, dass Carla Bruni bei Gottschalk singt! Wen zum Teufel interessiert denn, wann, wo und warum die Meträsse eines Mannes auftritt, der nur deshalb Präsident gewordem ist, weil er einfach den Daumen auf allem in Frankreich hat?

Und was mir am aller meisten auf die Nerven geht, ist dieser alberne Wahlkampf in den USA, der sich, seit Palin Vizepräsidentschaftskandidatin ist, nur noch selbst karrikiert. Heute freuen sich alle, dass diese peinliche und verblendete Person bei der Debatte kein Eigentor geschossen hat (aber gezwinkert hat die. GEZWINKERT!! Hallo? Das ist keine Dating-Show, sondern verdammt nochmal was Ernstes!). Vorher lacht die Welt darüber, weil sie tatsächlich glaubt, dass Gott wollte, dass sich im Irak junge Kerle in meinem Alter in den Rücken schießen lassen.
Dass ein Mädel mit 17 Jahren Sex hat, ist nicht mehr als richtig. Laut Mrs. Palin sollte aber keines der Mädchen in der Schule erfahren, wie man vom vögeln NICHT schwanger wird. Und die eigene minderjährige Tochter wirft in ein paar Wochen, weil zu Hause scheinbar auch nicht darüber geredet wurde. Gehört sich ja nicht. Ist ja unrein. Mit verlaub, aber bei sowas muss ich mich leider einige Male übergeben!
Ich will nichts beschreien, aber ich habe Angst vor dem 4. November. Angst davor, dass eine reaktionäre Frau, die noch dazu wenig Ahnung von dem Job hat, die zweite Macht in den USA wird.

Die ganze Welt ist verrückt geworden! Alle komplett durchgedreht! Ob das diese Marionette Medwedjew ist, die nur nach der Nase dises herrschsüchtigen KGB-Überbleibsels tanzt, oder ob das ein Drittel der Österreichischen Wähler sind, denen scheinbar scheiß egal ist, was aus ihrem Land (und Europa) wird.

Mir wird schlecht. Richtig schlecht. Die Welt sollte nochmal von vorne Anfangen. Ohne die ganzen Verrückten. Liegt aber wahrscheinlich in der Natur des Menschen. Es würde nur wieder mindestens genau so schlimm werden. Egal wie man anfängt.

Debakel und Desaster und so

Finds ja schon recht amüsant… die Landtagswahlen in Bayern. Wird ein riesen Tertz gemacht, alle wussten schon vorher, was jetzt offiziell ist. Und trotzdem tun alle so, als sei es ein riesen Debakel.

Will jetzt nicht sagen, dass die Medien dafür nicht auch ein klein wenig mit die Verantwortung tragen. Vierte Macht und so, meinungsbildend etc. Die Berichterstattung im Vorfeld war schon recht richtungsweisend (Belege dafür bitte selber suchen *hust*).

Becksteins Faltenwurf im Gesicht hat schon vor zwei Wochen das Wahlergebnis von heute widergespiegelt. So what?! Hams hoid koa absolute Mehrheit. 46 Jahre reichen ja auch.

Aus der völlig unbeteiligten Perspektive betrachtet, stellt sich schnell so ein „Jo mei“-Gefühl ein. Aber ich darf ja nichts sagen. Bin ja Hesse und man erinnere sich an ähnlich Desaströses im vergangenen Januar. Mit dem Unterschied, dass da sowas keiner vorher ahnen konnte.

Und zu Österreich: WTF? Seids ihr narrisch???

(Ähnlich unqualifizierte Kommentare zu den Wahlen in Brandenburg und Weißrussland spar ich mir jetzt mal)

Münchener Omas und Ivica Vastic kellnert

So und wieder hab ich etwas über „typische Münchener“ beobachtet. Das Folgende kann etwas konfus sein, da ich drei Helle getrunken habe. Ich bitte also etwaige Konfusitäten (gibts das Wort?) zu entschuldigen.

Folgendes: Münchener Omas sind mehr als suspekt. Sie sind obskur, weil sie komplett anders aussehen als Omas eigentlich aussehen sollten. Ich habe von richtigen Omas folgenes Bild im Kopf: Omas haben geblümte Kittelschürzen an in dunellila (oder hellblau), dazu tragen sie Stützstrümpfe (gegen die Krampfadern) und rennen donnertags so um zehn zu dem bimmelnden Auto, bei dem es immer frische Eier und Käse gibt. Natürlich rennen sie nicht, sie gehen langsam sehr schnell und humpeln weniger. Es eilt schließlich. Wie schnell sind Eier weg!!!

In München tragen die Omas falsche Chanel-Kostüme und Perlenketten – schwarze Flussperlen. Sie tragen Taschen mit goldenen Umhängeriemen und die Lippen sind in zarter coralle bis dunkelrot geschminkt. Münchener Omas sind also tendenziell etwas tussiger als südhessische Omas. Wahrscheinlich kaufen Münchener Omas auch einfach ihre Eier im Supermarkt.

Oh und im Pschorr am Vikutalienmarkt gibts erstens gutes Bier. (Das mit Helle, Pils und Weiße muss ich erst noch lernen, aber geht schon. Ein Helles ist ein Export aber angeblich auch ein Pils… hat der Betrunkene mir gegenüber gesagt und eine Weiße ist logischerweise ein Weizen. Oder so. Egal.) AUF JEDEN FALL sieht der eine Kellner aus wie Ivica Vastić. So, wer jetzt sofort auf Anhieb weiß, wer Ivica Vastić ist, der bekommt ein Eis von mir persönlich. Vom Schubeck am Marienplatz. Wird aber wohl keiner außerhalb Österreichs kennen… und selbst da.

Vastić war der älteste Spieler der EM 2008 und hat für Österreich einen Elfer gegen Polen verwandelt und alle haben wieder „Cordoba, Cordoba“ geschrien. (Gut, dass das vorbei ist.) Warum ich mir solche Namen inklusive Gesicht behalte und auch noch behaupte, dass ein Kellner im Pschorr genau diese Person ist, weiß ich nicht. Also er sieht definitiv so aus. War kurz davor ihn zu fragen. Geredet hat er auch wie ein kroatischer Ösi. War a bisserl perplex. Schon schräg, dass die armen österreischichen Fußballer jetzt schon kellnern müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Warum ich mir sowas merke? Keine Ahnung.

tragisch komisch

Ich hatte mir das so vorgestellt: Unsere Jungs gehen auf den Platz, spucken den Ösis vor die Füße, sagen „Auf gehts, Burschn!“ und dann fahren die so richtig Schlitten mit den armen Kerlen. Die Zittern vor Angst, Respekt und unübersehbarer Bewunderung. 

Batz! 1:0

Zong! 2:0 

Pow! 3:0 

Nach exakt 90 Minuten gibts Topfenstrudel als kleine Aufmerksamkeit des Gastgebers und all die Stranzls, Prödls und Ivanschitzes (?!) holen sich Autogramme von uns. Danke, es war uns eine Ehre.

Naja, ganz so wars dann doch nicht. Eines muss man dem Elend aber lassen: Humor hams, die Schluchtenkacker. Ich schau schon lange Fußball, aber noch nie hab ich erlebt, dass beide (!) Trainer auf die Tribüne geschickt werden, weil sie sich nicht benehmen können. Ein Österreicher beißt vor lauter Gram sogar in den Fußball und so ziemlich alle Ösis haben ne Gelbe kassiert. Was war denn da los?

Immerhin hat diesmal keiner im Publikum „Hurensohn“ gebrüllt. Passiert scheinbar wirklich nur, wenn das Spiel nicht ganz so peinlich verläuft, die Spieler weniger wie ein Haufen besoffene Hühner über den Platz rennen und auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass man als die souveräne Mannschaft die Partie für sich entscheidet.

 

Und zum Abschluss noch ein nettes Suchspiel für die Leser:
Finde den Fehler

Das Bild wurde etwa 20 Minuten vor Anpfiff im bayerischen Biergarten in Kranichstein bei Darmstadt  (im Herzen Deutschlands) aufgenommen.

Gutes Zeichen

Morgens beim Frühstück iTunes angeschmissen. Shuffle-Modus war schon eingestellt. Und was läuft ganz zufällig als erstes?

Wenn das mal kein Zufall ist!
Ja dann würd ich mal sagen: Schön, dass ihrs zumindest versuchen wollt, Burschis! 😉

Sauber, Burschis…

Eigentlich war der Eintrag erst für Sonntag vorgemerkt. Aber nach diesem desaströsen Abend für Deutschland (und dem freudigen für Österreich), passt das dann doch eher heute. Da hat weder Bier, noch Nikotin getröstet. Furchbar!!!

Man kann sich Folgendes völlig ironiefrei anhören. Es ist ja nicht mal unwahrscheinlich, dass es so kommen wird am Montag.

Also man höre, staune und zittere vor Angst (sofern man Deutscher ist… als Ösi darf man schmunzeln…)

Österreich – Deutschland

Vorgestern fand ichs echt noch ganz lustig. Seit vorhin irgendwie nicht mehr.
Abgesehn davon: „Wuchtl“?!

Wörthersee-Romantik

Heute spielt  Deutschland gegen Polen im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt. Wörthersee! Bei dem Wort kommen mir sofort kitschige 50er-Jahre-Filme in den Sinn. „Ein Schloss am Wörthersee“, „Das Gasthaus am Wörthersee“, „Das weiße Rössl am Wörthersee“ und so weiter.

Wirtschaftswunder! Alles wird gut. Lasst uns den Schrecken vergessen und stattdessen an tiefblauen Seen und vor imposanten Berglandschaften singen, tanzen und nachts verstohlen vor dem Heuschober treffen und uns „lieb haben“!

Woerthersee-RomantikIch sehe Peter Alexander (schlechtes Double links) als Kellner seine Schlager trällern. Er bezirzt mit seiner dunkelbraunen Haartolle das Fräulein Mayrhuber, die Besitzerin des Restaurants, die darum kämpft, dass es nicht schließen muss. Die Gäste bleiben  aus und die Rock’n’Roll-Jugend rund um Peter Kraus lungert lieber in den Tanzlokalen rum und tanzt den Twist, statt auf Sommerfrische zu gehen. Das Fräullein schaut sehr bedrückt drein und schlägt oft die Hände vors Gesicht und weiß in ihrem geblümten Dirndl „fei so garnet wies weitergehn soll“. 

Auf der Eckbank sitzt Hans Moser, zu seinen Füßen der Hund Wastl, und schwadroniert mit gepresster Stimme darüber wies früher war – nämlich alles besser. Peter Alexander hilft wo er kann und weiß auf alles einen Rat: „Ge schauns Fräulein Mayrhuber, ihr Kaiserschmarrn is doch a wahres Gedicht. Machens den doch a bisserl bekannter und dann werdns schaun wie die Leut kommen!“ 
Schließlich stellt sich heraus, dass er nicht nur einfacher Kellner, sondern erfolgreicher Hotelbesitzer in Wien ist und dem Fräulein, das er „so gern hat“, aus dem Schlamassel helfen will. 

Zum Schluss heiraten alle. Der Peter das Fräulein, der Hans den Wastl und so ziemlich jeder, der sich auf dem Heuschober eines Nachts lieb gehabt hat.

Ja, so ist am Wörthersee. Da is die Welt noch in Ordnung. Schön.