*klack*

Fußgängerampeln an einer unbefahrenen Kreuzung machen seltsame Geräusche. Die hören sich an wie eine Gruppe balzender Frösche.

Stell mir das für einen Blinden sehr vermirrend vor. Wenn der nachts über die Straße will und es aus allen Himmelsrichtung klackt, verlässt den doch jeglicher Mut. Der steht doch dann bis morgens an der Ampel und traut sich nicht, rüber zu gehen, weil er nicht weiß welches Klacken für ihn ist. Oder hat am Ende sogar einfach nur Angst einen Frosch platt zu treten, wenn er einen Schritt vorwärts macht.

Dabei sind Blindensignale doch eigentlich nur gut gemeint. Aber so… irgendwie fies.

ausgetragen

Sonntagmorgens um vier Zeitungen auszutragen, klingt trauriger und nervtötender als es wirklich ist. Es kann Spaß machen eine Zeitung unters Volk zu bringen, die angesicht des abgelehnten EU-Reformvertrags und diverser Nöte auf der Welt lieber mit deutschen Spielerfrauen aufmacht. 

Man muss es nur als Spiel begreifen, dann erträgt man die Angelegenheit gleich viel besser. Jeder Sonntag wird so zu einem kleinen Wettbewerb mit sich selbst. Ziel ist es, in weniger als einer Stunde jedem seine Zeitung frei Haus zu liefern. Man muss also versuchen, vor fünf wieder im Bett zu liegen, ohne jemanden zu vergessen. Abzüge gibts in der B-Note, wenn man das Auto abwürgt oder irgendwelches Kleinvieh überfährt.

Störfaktoren während der Tour sind:

  • zu kleine Briefkästen, die nur auf einer Seite offen sind und man zwei Minuten vergeblich dranrumstochert. 
  • die noch ärmere Kreatur, die zur gleichen Zeit Supermarktheftchen austragen muss und damit die ohnehin schon zu kleinen Briefkästzen vollstopft.
  • Nicht angezogenen Handbemse
  • Hunde ohne Zeitgefühl, die morgens um halb fünf meinen, bellen zu müssen.

Man braucht viel Taktik. Welche Route ist am effektivsten – spart also Zeit und Weg? Wo kann ich bei einem Mal aussteigen gleich drei Zeitungen auf einmal mitnehmen? Jeder Sonntag startet also mit Frühsport für Geist und Körper. Zeitung schnappen, raus aus dem Wagen, Spint zum Briefkasten, zurück ins Auto. Weiter. Zeitung schnappen, raus aus dem Wagen… usw. 65 Mal.

Rekord von heute: 45 Minuten. Keinen vergessen. Einmal Auto in der Eile abgewürgt. Keiner ist gestorben.

Vier Wochen Vertretung sind endlich vorbei. Es war mir eine Ehre. Danke.

The Joy of watching Bob Ross

Jaaa Frühling. Alles um mein Kaff herum sieht aus wie von Bob Ross persönlich gepinselt.  Just tap it gently. No pressure.

Bob Ross is übrigens der einzige Grund, warum ich es doch manchmal bedauere, keinen Fernseher zu haben. Gibt fast nichts Besseres, als nachts aufzuwachen, weil man bei dem faden BR-alpha-Abendprogramm zuvor eingeschlafen ist. Man blinzelt verschlafen, schmatzt den „kurz nach dem Aufwachen“-Mundgeruch weg (Männer würden sich in dieser Situation dann kratzen) und tapst in Richtung Fernseher. Man will ihn gerade ausmachen, dann sieht man den friedlichen Mann mit dem Afro, wie er mit Pinselchen Baumkronen tupft und mit Spachteln Häuser hinschabt. 

Herrlich. Man weiß spätestens nach dem ersten hingezauberten Bergmassiv bei Folgen mit stimmungsvollen Titeln wie New Day’s Dawn oder Quiet Mountain Lake spätestens wie das Bild am Ende aussehen wird. Aber man schaut sich das trotzdem bis zum Schluss an. Bis Bob „god bless my friend“ sagt und die herrlich einlullende Musik einen in den süßen Schlaf entlässt… 

arbeiten…

Ganz groß, wenn es darum geht, sich vor Arbeit zu drücken, ist Fingernägel feilen. Das kann man allerdings auch nur eine bestimmte Zeit machen. Irgenwann gehts ins Fleisch. Unangenehm. Dann muss man sich eine andere Ablenkung suchen, um nicht mit einem Artikel zum Thema „Arbeit und Familie – Zur Situation von Frauen in ländlichen Räumen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zu beginnen, der in … *aufdieuhrschau* … in acht Stunden fertig sein muss.Essen kann man noch, zum Beispiel. Nach einer ganzen Ananas und drei Gewürzgurken bekommt man allerdings Magenbeschwerden. Im StudiVZ albernen Gruppen beizutreten, ist auch nur für begrenzte Zeit unterhaltsam. Man kann auch ganz viel sinnloses Zeug im Internet bestellen und sich wie widerlichste Konsumschlampe aufführen. Ich will übrigens DAS, DAS, DAS und DAS. Und das tolle Sushi-Geschirr aus dem Buttlers in Darmstadt, von dem es dummerweise im Internet kein Bild gibt. Aber ihr sehts schon, wenn ihr in die Geschirr-Abteilung geht.WIE DEM AUCH SEI. Immer gut ist, wenn man schonmal die wichtigen Aussagen stichpunktartig zusammengefasst hat. Dann muss man quasi nur noch „und“, „oder“ und „sagte XY“ einfügen, Tippfehler entfernen und schon hat man den Kisch-Preis sicher.Öh ja… *däumchendreh*