Guten Morgen, wunderbarer Lebenspartner!

Keine Sorge, dieses Blog verkommt nicht zu einer Ansammlung von Besprechungen halbguter Literatur. Ich habe „Guten Morgen, Tel Aviv!“ zu Weihnachten bekommen und da das gut zu meiner bevorstehenden Reise passt…

Mein erster Sony

Zu meinen Reisevorbereitungen gehört auch stets, mich in die Literatur des Landes einzulesen – quasi über das geschriebe Wort die Kultur ein wenig kennenzulernen, in die ich eintauchen werde. Ein Buch wurde mir mit den Worten, es sei das – also DAS – Kultbuch für alle, die nach Israel reisen, ganz besonders ans Herz gelegt: „Mein erster Sony“ von Benny Barbasch.

10.000 Kilometer mit Llosa

Mario Vargas Llosa es nuevo orgullo para Latinoamérica

Mario Vargas Llosa ist Literturnobelpreisträger 2010. Den peruanische Schriftsteller und mich verbinden eine Sache. Ich habe eines seiner Bücher in einem Rucksack rund 10.000 Kilometer durch Südamerika getragen, ohne auch nur einmal reinzuschauen: „La Verdad de las Mentiras“ oder zu deutsch: „Die Wahrheit der Lügen“.

Meine argentinische Oma hat mit den 400-Seiten-Wälzer vor meiner Abreise aus Buenos Aires eingepackt – zum Spanisch üben. Doch während den endlos langen Busfahrten durch den halben Kontinent habe ich kurzweiliges von Marquez vorgezogen.

Llosa diskutiert in dem weitgereisten Buch in 25 Aufsätzen berühmte Romanen unseres Jahrhunderts: Hesses „Steppenwolf“, Huxleys „Brave New World“, Grass‘ „Blechtrommel“, Pasternaks „Dr. Schiwago“, um nur einige zu nennen.

Ich setz wirklich alles daran, mein Spanisch auf einem annehmbaren Niveau zu halten. Ob das jetzt schon für solch eine Lektüre reicht, weiß ich nicht. Werd’s rausfinden. ¡Buena suerte!

Bild: Globovisión bei Flickr

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Das Diplom ist (fast) gegessen ist und ich darf endlich wieder lesen. Also richtige Bücher, nicht nur Fachzeug und Zeitungen. Habe in den vergangenen Tagen ein bisschen Recherche betrieben. Das sind die Favouriten bisher:

Steve Tesich – Abspann
Wolfgang Kohlhase – Silvester mit Balsac
Alexander Osang – Die Nachrichten
Chandler Brossad – Wacht auf, wir sind gleich da
Paul Auster – Die Brooklyn Revue
Robert Schopflocher – Fernes Beben
Truman Capote – Sommerdiebe
Roger Willemsen – Der Knacks
John Irving – Bis ich dich finde
Guillermo Martinez – Roderers Eröffnung
Katz&Goldt – Wenn Adoptierte den Tod ins Haus bringen
Max Goldt – Ein Leben auf der Flucht vor der Koralle: Schließ einfach die Augen und stell Dir vor, ich wäre Heinz Kluncker
Ian McEwan – Saturday
Ian McEwan – Am Strand
Tim Binding – Cliffhnger
Rocko Schamoni – Sternstunden der Bedeutungslosigkeit
Daniel Kehlmann – Ruhm
Nick Hornby – A long way down
Martin Suter – Der letzte Weynfeld
Martin Suter – Der Teufel von Mailand
Joseph Heller – Gut wie Gold
Massimo Carlotto – Arivederci, amore, ciao
Silvia Bovenshen – Verschwunden

Und das wurde gerade mit dem Amazon-Gutschein (Geburtstagsgeschenk der lieben Kollegen) gekauft:

Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des Windes
Max Frisch – Mein Name sei Gantenbein
Ian McEwan – der Trost vom Fremden

Für weitere Lesetipps bin ich wie immer offen.

Sehr geehrte Frau Heidenreich,

verstehen Sie mich nicht falsch. Ich schätze Sie. Ich kenne sie nicht, aber ich glaube, sie wissen meist von was sie sprechen, wenn sie Bücher kritisieren. Ich weiß nicht über ihre Biographie und war bisher zu faul, diese bei Wikipedia nachzulesen. Ich vermute aber, sie haben irgendwas Geisteswissenschaftliches mit Schwerpunkt Literatur studiert, was sie dazu qualifiziert, Bücher zu empfehlen, oder eben nicht.

Ich war vergangene Woche in einem „Bookstore“ – in einem großen Bücherladen am Stachus. Irgendwo in München muss deshalb wohl ein kleiner, hagerer Mann an seinem Bücherladen in einer engen Seitengasse ein Schild mit Aufschrift „Geschlossen, weil bankrott“ anbringen.

Ich stehe vor einem Regal zusammen mit 15 anderen, die wie ich versuchen, durch ihre iPod-Kopfhörer wenigstens ein wenig dem Lärm zu entfliehen und sich zu konzentrieren. Dabei stoße ich auf ein Buch: „Hectors Reise“. Das Cover sieht aus wie eines von diesen Kinderbüchern, die ehrgeizige Eltern ihren Kleinen kaufen, wenn sie in die dritte Klasse kommen, damit sie auch zu Hause bilden.

Ein Kinderbuch ist es nicht. Sie werden sich erinnern: Es geht um den Psychiater Hector, der es nicht erträgt, dass er seine Patienten nicht glücklich machen kann. Er begibt sich auf Weltreise und sucht nach dem Glück. Oder besser nach der Formel für Glück.

Auf der Rückseite von Büchern steht meist ein Kommentar, von jemandem der es wissen muss: einem Kulturjournalisten, oder Experten wie Ihnen. Das ist nett vom Verlag, dann kann man das Buch gleich ein wenig einordnen. „Wenn man dieses Buch gelesen hat – ich schwöre es Ihnen – , ist man glücklich“, schreiben Sie über „Hectors Reise“. Toll, dacht ich mir. Glücklich sein, ist gut.

Es tut mir leid, aber was sie da schreiben, stimmt einfach nicht. Hector trägt rund 20 Lektionen zusammen, die Glück definieren. Lektion 1: Vergleiche anstellen, ist ein sicheres Mittel sich das Glück zu vermiesen. 8: Glück, ist mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt. 10 und 13: Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt und anderen nützlich ist. 14: Glücklich ist, wenn man so geliebt wird, wie man eben ist. 15: Glück ist wenn man sich rundherum lebendig fühlt… Um nur die Highlights zu nennen.

Ich habe das Buch heute in einem Rutsch gelesen. Das war leicht, weil das Buch in einer naiven Sprache verfasst ist. Ich bin sogar geneigt den Schreibstil „irgendwie süß“ zu nennen. Ich habe also das Buch gelesen und mich danach hundsmiserabel gefühlt. Sie haben mir versichert, dass ich glücklich werde! Ich war aber nicht glücklich! Stattdessen zeigt mir der Autor mit dem Buch nur alle Unzulänglichkeiten auf. Alle Gründe dafür, warum ich unglücklich bin und dass sich daran in naher Zukunft nichts ändern wird!

Sie pauschalisieren. Sie gehen davon aus, dass jeder Mensch glücklich wird, wenn er davon liest wie schlecht es anderen geht und sich dann automatisch dieses „Hach mir gehts ja eigentlich prima“-Gefühl einstellt. Tut es nicht. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,
P.

für Dummies

Das Maximum an ökonomischer Unwissenheit ist schon seit längerem überschritten, der Dispo-Kredit ausnahmsweise mal nicht. Das heißt: Konsum, Konsum. Und zwar sinnvoll. Habe mir „Wirtschaft für Dummies“  bestellt und hoffe, dass damit meinem Dilettantismus endlich Einhalt geboten wird. Wenn ich das durch habe, höre ich damit auf, gebildeten Leuten nachts verzweifelte E-Mails zu schreiben, in denen ich jammere und das Wort „fuck“ als Einstieg verwende. Ich bitte nochmals um Verzeihung.
 
Kollaborativen Filtern sei Dank, wurde mir lustigerweise gleich nach dem Kauf nahe gelegt, ein weiteres Buch aus der Reihe zu kaufen: „Sex für Dummies“. Ich weiß jetzt nicht was mir amazon damit sagen will, aber nein ich kauf es nicht. Erstens gibt es wirklich keine Sache, mit der ich mich momentan weniger beschäftige und zweitens glaube ich, dass ich das auch so noch ganz gut hinbekomme. Auch ohne Anleitung. Sollte ich meine Erinnerung an Sex irgendwann wiedererlangen.