Jung und dumm

In letzter Zeit erzählen mir dauernd Leute, dass sie während ihres Studiums das Latinum im Turbo-Tempo nachholen mussten, weil sie es nie in der Schule hatten.

Richtig so! Also nicht richtig, das in einem Affenzahn durchzuziehen. Aber richtig, Latein mit Mitte zwanzig zu lernen. Da weiß man das wenigstens zu schätzen. Als ich mit Latein angefangen habe, war ich zwölf. Sieben Jahre später habe ich das Fach entnervt abgewählt, weil ich mies darin war.

Interessiert hat’s mich schon. Irgendwie. Aber ich hab damals nicht begriffen, was für ein Schatz da vor mir liegt. Und dass da ein Mensch vor der Tafel steht, der wirklich alles versucht, damit ich aus diesem Schatz den größt möglichen Nutzen ziehe. An dieser Stelle ein großes Danke an Herrn Wolter und auch eine Entschuldigung: Ich war damals zu jung und konnte nicht ermessen, wie toll Latein eigentlich ist!

Ich bin ja dafür, dass man erst mit zwanzig eingeschult wird. Dafür sollte man natürlich auch entsprechend länger leben. Was man die ersten zwei Jahrzehnte seines Lebens anstellt, muss jeder selbst wissen. Aber Schule gibt’s erst, wenn man so viel Lebenserfahrung gesammelt hat, dass man versteht, das alles (also ALLES!), was man in der Schule lernt, unfassbar wichtig ist. Ja sogar Mathe. Irgendwie.

Man ist generell für alles zu jung, wenn man’s macht. Im Teenager-Alter säuft man zu viel, weil man glaubt, Alkohol trinken zu müssen, um voll zu werden. Erst später begreift man, dass der Spruch eigentlich „komplett besoffen ist rausgeschmissenes Geld“ heißen muss. Während des Studiums darf man richtig tolle Praktika machen und zeigen, was in einem steckt. Stattdessen geht man jeden Abend feiern, schlägt hundemüde auf der Arbeit auf und kriegt den Kopf nicht für wichtige Arbeiten zusammen. Anfang zwanzig trifft man die große Liebe und verbockt es natürlich so richtig, weil man einfach noch nicht tough genug ist. etc. pp.

Nicht, dass man jetzt mit 25 viel schlauer wäre. Ich garantiere: In zehn Jahren schaut man wieder zurück und stellt fest: d’oh!

In dem Sinne: Carpe vidam vitam.

Bild: M@rg

chicos exaltados

Die Argentinischen Männer sind ja schon niedlich… mit ihren kurzen Beinen, den großen Augen und dem Komplimente-Tourette. Besonders entzückend sind sie, wenn sie einem drei Blocks hinterherrennen, schwitzend und keuchend neben einem zum Stehen kommen und faseln.

Versteht man natürlich im ersten Moment nicht. Also, Kopfhörer aus den Ohren und konzentriert zuhören.
Seine Nummer will er mir geben und ob ich denn morgen um die gleiche Zeit wieder an seiner Bäckerei vorbei gehen würde und ob er mich nach Hause begleiten dürfe.

Dann muss man abwägen. Ist ja schon eine Aktion, die einem in Deutschland nicht passieren würde: Ein Sprint über 300 Meter bei 40 Grad im Schatten, nur um einen Kontakt herzustellen. Pluspunkt. Das Gesicht ist ganz niedlich. Pluspunkt. Der gelbe Zahnbelag und der Geruch, den das verklebte T-Shirt verströmt, sind es nicht. Minuspunkt. Und sowieso: Einmeterfünfundsiebzig. Hm.

Und wie würde das denn weitergehen? Mit selbstverständlichem Desinteresse an jedem, der Interesse zeigt, wäre mans nach einer Woche leid. Man müsste sich eine Ausrede überlegen, warum man nie mehr durch seine Straße gehen kann, obwohl sie auf dem direkten Weg zur Wohnung liegt. Man würde sich dauernd bei der Arbeit umschauen, ob er gerade vorbei läuft und es entstünden peinliche Situationen des Schweigens. Enttäuschte Blicke. Scham über die eigene Arschigkeit.

Über das alles denkt man nach, während er immer noch keuchend faselt und sich umständlich die teigverklebten Hände an seinem speckigen T-Shirt abwischt. Also gut. Nummer darfst du mir geben. So als Belohnung für die Mühe. Nach Hause geh ich allein und morgen um die Zeit bin ich ganz woanders.

Ja, ich sollte Anti-Beziehungsratgeber schreiben: „Wie man es mit überzogenen Ansprüchen und Arroganz schafft, jahrelang Single zu bleiben.“ Oder so.

Mojo?

Ich finds ja schon ein bisschen dreist, wie sich meine Freunde in letzter Zeit aus der Verantwortung stehlen. Die heiraten in Scharen oder paaren sich zumindest recht verplichtend. Entgehen einfach dem ganzen Stress mit einem gesagten oder gedachten „Ja“.

Da wird man auch als noch so toughe Person ein bisschen nachdenklich. Und nein, das wird kein verzweifelter Schmerzensschrei eines Singles. Mir gehts grad ganz gut so. Ich bin in sechs Wochen sowas von weg und so eine Beziehung wiegt mehr als die 20 kg, die ich als Übergepäck nach Argentinien  mitnehmen darf.

Was ich mich nur frage: Wie fühlt man sich denn so, wenn man weiß, dass man den Rest seiner Tage mit ein und dem selben Menschen verbringen will? Wie ist es, wenn alle Fragezeichen verschwunden sind? Was wenn man nicht nach einer Nacht denkt, dass man sich das eben durchaus hätte sparen können?

Die Freunde scheinen alle sehr glücklich mit dem Gedanken zu sein. Aber was ist denn dann, wenn man den richtigen Menschen liebt? Ist man dann entspannter, konzentrierter, satter? Kann man Dinge tun, die man vorher noch nicht konnte? Schneidet mans ich die Fingernägel anders? Schmeckt das Essen besser? Schwitzt man weniger? Ist man netter zu Mitmenschen? Genießt man das Gefühl, launisch sein zu können, weil der andere einen sowieso liebt und das verzeiht? Verträgt man mehr oder weniger Alkohl? Muss man spontan anfangen, zu tanzen? Bekommt man immer Kuchen, wenn man will? Fahren einen nie mehr Kinder mit Fahrrädern um? Kann man fliegen?

Ich hab ernsthaft keine Ahnung. Also falls jemand was weiß…

Neulich in der Kantine

Ich: jaaa und da hab ich das jetzt halt mal bestellt und wart noch auf das Geld und… Wer is er? (???)

Sie: Wer?

Ich: Er! (!!!)

Sie (dreht sich um): Ach der sitzt bei mir im Büro.

Ich: Aha. Nett.

Sie: Joa auf jeden. Aber n bissl doof.

Ich: Wie doof?

Sie: So vom Kopf her.

Everything is shit
via

Wenn ich das mal sagen kann, hab ichs geschafft… auf meine kranke Art und Weise.

Silent Sigh

Vor Kurzem eine Unterhaltung über Bands und Songs geführt, die für immer verdorben sind, weil man sie mit Liebeleien mit unschönem Ausgang in Verbindung bringt. Folgender Song hat nicht mir, sondern jemand anderem das Herz gebrochen. Ich kannte „Badly  Drawn Boy“ bisher nicht und stelle fest, dass das unverantwortlich ist! Großartig!


DirektTube

Nachtrag: Ha! Stimmt gar nicht! „Year of the rat“ ich bereits!

Why can’t this be love?

So, Flucht nach vorne: Ich hoffe, dass sich der Ohrwurm so endlich beseitigen lässt.

Hach 80er-Hard-Rock macht mich immer so melancholisch…. Und wie geil 90er sind denn bitte die Frisuren von den Blondinen im Publikum?! Und wieso hat der Bassist ein Shining-Shirt an?! OMG

Warum das seit gestern im Kopf rumschwirrt? Deshalb.
Und warum es keine Liebe sein kann? Weil es unverantwortlich wäre, wenn es richtige Liebe wäre. Sad but true.

Liebe in Stop-Motion

Momente wie diese finden so eigentlich nie statt. Nicht im echten Leben.


Notte Sento (English subtitles) from napdan on Vimeovia.

Hach ja. Jetzt bin ich doch so ein ganz klein wenig melancholisch. Und will Sommer. Und Italien. Und… ach egal.

Saft

Die Sonne scheint! Es is zwar immer noch kalt, aber nicht mehr winter- sondern frühlingsfrisch. Die Menschen lächeln auf einmal alle und sagen nette Dinge. Und das wuselt von meinem iPod in mein Ohr am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit:

Kinners, die Säfte steigen. Das Leben macht wieder Spaß. Geht raus spielen!

What would Penis do?

Nicht sonderlich neue Erkenntnisse, aber immerhin schön erklärt.

DirectTube

Noch Fragen? Ja? Keine Ahnung, ich versteh‘ Männer auch nur theoretisch.

(via)

I love you more than…

Jaja, mal wieder Valentinstag. Wäre der nicht am 14. Februar sonden im Sommer, würde ich zur Feier des Tages glückliche Pärchen im Park vergiften. Naaa Blödsinn natürlich. Liebe ist ja was wunderbares und sei auch jedem gegönnt.

Es gibt in Anbetracht der Umstände eine realtiv unkitschige Site, die das Thema ganz nett umgesetzt hat: auf iloveyoumorethanblank.com kann jeder seiner/seinem Liebsten sagen, dass er/sie sie/ihn mehr liebt als „peanut butter and beacon sandwiches“ oder mehr als „Twitter“ (hmpf) oder „more than you ever deserved“ oder auch mehr als… ok, das ist einfach nur traurig.

Also an alle, die irgendjemanden lieben – den richtigen, den falschen, den Ex, den Nachbar, den Hund des Nachbarn: Habt einen wundervollen Tag! Und an alle anderen, die niemanden lieben: Tja… doof. Aber gibt ja noch WG-Parties und Alkohol.

Dann wünsche ich mir mal viiieeel Spaß. Jawoll. (Passend dazu)