Am Telefon…

…nach etwa 15 Minuten lockerem Plaudern über dies und das:

Sie: Und was haben Sie so für Hobbys?

Ich: Öhm. Also wenn sie wissen wollen, ob ich Sport mache: Nein, ich bin stinkfaul.

Sie: Aber fett sind sie nicht?

Ich: Nicht im klassischen Sinne

… oO

15 Pros für Fett

Langsam zu einem Walross zu mutieren ist gar nicht so schlimm, wie man annehmen mag. Es hat auch durchaus seine guten Seiten, wenn man sich vom Durchschnittsmenschen zum weiblichen Jabba the Hud mit eigener Postleitzahl und einen Schattenwurf in den Ausmaßen von Frankfurt entwickelt. 
 
Man muss nur die Qualitäten, die ein Leben als Monstrum birgt, erkennen und schon steigert sich merklich die Laune. Ein Plädoyer auf die Zeit nachdem der erste Hosenknopf abgeplatzt ist und ein Fenster eingeschlagen hat.
  1. Zum einen bekommt man Brüste, die im Gegensatz zu vorher.. naja… sagen wir mal.. vorhanden sind
  2. Außerdem muss man sich ab sofort keine Gedanken mehr darüber machen, warum man keine Dates (und damit Zusammenhängendes) hat. Der Grund ist einfach offensichtlich. Leben kann so stressfrei sein.
  3. Hosenkauf erübrigt sich auch. War vorher schon schwer in der Länge etwas zu bekommen. Man hält es einfach mit Homer Simpson und kauft sich ein paar Mumus. Die sind luftig und engen nicht ein.
  4. Ab jetzt darf man alles essen, was man möchte. Pizza, Eis, Rollmöpse aus dem Glas, Lachsspaghettini an Limettenmousse. Sowieso alles egal
  5. Die Kosten für Essen sinken, weil der Pizzaservice kostenlos liefert, wenn die Pizza bei Ankunft kalt ist. Und da ich am Ende der Welt wohne… naaa clever, ne.
  6. Man erkennt endlich, wer die richtigen Freunde sind. Nämlich die, die einen nachts um drei mit dem Sackkarren aufs Klo fahren und danach mit dem Hochdruckstrahler den Hintern säubern
  7. Die Karrierepläne kann man ganz entspannt angehen. Erstens, weil sowieso nur noch Arbeit von zu Hause in Frage kommt (man passt ja nicht mehr durch die Tür) und weil man sich von dem Gedanken „Kinder und Hochzeit mit 30“ auch verabschieden kann (das hängt eng mit Punkt 2 zusammen)
  8. Man hat wieder Ziele. Zum Beispiel als „Dickste Frau Deutschlands, die gleichzeitig schreiben, essen, Fingernägel feilen und anderen Leuten auf die Nerven gehen kann“ ins Guinnesbuch zu kommen
  9. Ab jetzte ist es auch keine Schande mehr, dass man keinerlei Hobbys hat. Man kann sowieso nichts mehr ausüben, wozu man den Radius verlasen muss, in dem man noch alles mit den Armen erreicht.
  10. Ach ja und Sport: stand vorher schon kaum zur Debatte.
  11. Man ist wieder netter zu anderen Menschen. Zuvor war man eigentlich pausenlos depressiv. Hat einen Hass auf die Welt entwickelt, weil man sich selbst nicht leiden kann. Aber das ist passee. Man weiß nun, dass es gerechtfertigt ist und geht ganz entspannter damit um.
  12. Endlich ein Grund, sich ein größeres Bett zu leisten!
  13. Unzählige Verstecke für Kleinkram tun sich am Körper auf und man spart sich so Regale und Schränke
  14. Nebenjob als lebendige Hüpfburg bei Kinderfesten oder Autohaus-Eröffnungen. So kann man sich ein paar Euro dazu verdienen. Essen muss schließlich irgendwie bezahlt werden
  15. Man muss nicht mehr als gutes Beispiel voran gehen, sondern kann bequem als schlechtes liegen bleiben.

Aufgequollen

So vier Monate Astra, Kantinenessen und 40 Stunden pro Woche auf dem Allerwertesten sitzten hatten ihren Preis. Zugenommen und das ziemlich heftig. Meine Haus-Waage bestätigte mir das erschreckende Ergebnis (und an Vik: Die Waage im Fittnessstudio geht wirklich falsch. Zeigt nämlich zu wenig an *g*) Und ab jetzt heißt es bis Silvester mindestens sieben Kilo abnehmen. Will das hier so offiziell ankündigen, weil ichs dann eher durchziehe als nur still und heimlich. Strategie geht so (wie schonmal vor sechs Jahren):

Wenig bis nichts essen.

Weidmannsheil

Achterbahnfahrt der Gefühle

Gutes Gefühl: Die Lieblingsjeans endlich wieder zu tragen, die man letzten Herbst in alkoholisiertem Zustand beim Überqueren eines Stacheldrahtzaunes gefetzt hat.

Schlechtes Gefühl: Merken, dass sie nicht mehr ganz so gut passt wie damals.

Gutes Gefühl: Dank einem riesen Pensum an Phantasie sich einreden zu können, dass das sicher am Nähen lag, sie ja auch ein jahr lang in der Ecke vergammelte und man die ja erst wieder eintragen müsse. Schließlich passt die identische Jeans, die man nach Verlust der erwähnten (und in einem Anflug unbändigen Konsumrausches) gleich darauf gekauft hat, ja auch…

Schlechtes Gefühl (nach Tragen der Lieblingsjeans Vol. 2): Merken, dass die auch schon mal besser gesessen hat.

Hmm… o_O