impacencia

Ich bin seit gestern nach drei Monaten Rumreisen wieder in Buenos Aires. Ich hab den Tag über Dinge für die lange Rückreise organisiert, rumtelefoniert, die Handwerker hier in der Wohnung mit Erfrischungsgetränken versorgt, mit der Verwandschaft gequatscht und erzählt, was alles so passiert ist. Ich bin seit gestern Abend nur am plappern. Auf Spanisch. Ich kann das jetzt. Sechs Monate im Land und es sprudelt.

Und gerade jetzt, jetzt wo ich endlich mit meinem Onkel und den Tanten vernünftige Unterhaltungen führen kann, jetzt fahr ich wieder nach Hause. Eigentlich ne Schande.

Aber ich vermiss Deutschland. So fad und langweilig es auch gerade sein mag. (Von Kachelmann mal abgesehn.) Ich vermiss die kleinen Dinge, wie morgens Zeitung lesen und verstehen was im Land passiert. Ich vermiss Unterhaltungen bei nem kühlen Bier mit Menschen, die ich wirklich kenne – meinen Freunden. Ich kann daheim Witze reißen, ohne vorher um Geduld zu bitten bis ich den Satz richtig zusammenkrieg, damit es auch halbwegs lustig ist.

Nicht falsch verstehen: Das ist kein Heimweh. Ich würd sofort hierbleiben, wenn mir die Welt hier so nahe wär wie meine Welt in Deutschland. Aber das dauert Jahre. Und so lange warten will ich nicht. Dafür bin ich zu ungeduldig.

Wir Jammerlappen

Ich ärgere mich maßlos über das Spiegel-Special – Wir Krisenkinder. Eigentlich ärger ich mich eher darüber, dass ich das für 6,80 Euro gekauft habe und feststellen musste, dass ein Drittel der Texte mit gleichen Wortlaut bereits im normalen Spiegel und in der NEON zu lesen waren.

Aber da darf man sich nicht wundern. Ist zurzeit eh das aller liebste Thema der Medien: Wir erklären der Nuller-Generation wie sie ist und wie sie zu sein hat und das in allen Facetten, die das Schubladendenken so zu bieten hat. Wir sind Egoschweine ohne Identität, die für nichts mehr auf die Straße gehen. Wir sind Webfuzzis mit weißen Stöpseln in den Ohren, die irgendwas mit Medien machen. Wir wollen gut Geld verdienen, Weltreisen machen und gleichzeitig umgeben von teuren Möbeln stilsicher verranzt in deutschen In-Vierteln wohnen. Und wir wissen so gar nicht was das Leben bringen wird. Schön.

Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Es wundert deshalb nicht, dass den Redakteuren irgendwann die Texte dazu ausgehen. Aber es muss ja auf Teufel komm raus ausgereizt werden! Nur wen kümmert das? Ich erinnere mich an keine Generation, die mehr Zeit damit verbracht hat, sich darüber Gedanken zu machen, was sie verändern könnten als wirklich etwas zu verändern. Ein Teil der 68er ist auf die Straße gegangen und hat sich mit Wasserwerfern beschießen oder vermöbeln lassen. 1848 haben das schon mal welche gemacht und auch einiges gerissen. Ok ohne Wasserwerfer. Heute gibt’s Menschen, die auch für irgendwas einstehen. Einige engagieren sich bei Greenpeace, andere wollen die Monarchie zurück und gründen dafür Vereine. Das ist seltsam aber okay. Immerhin etwas. Darüber könnte man doch mal schreiben.

Stattdessen wird immer nur darüber berichtet, dass wir ziemliche Faulpelze sind. Ja, die meisten zwischen 20 und 35 sind hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt. Ja, wir wissen fast alle nicht, was Sache ist. Und ja, es gibt viele viele, die so unglaublich individualistisch sind, dass sie gar nicht merken, dass alle anderen in exakt den gleichen Klamotten rumlaufen, die gleiche Musik hören und den gleichen beschissenen Job als Freie in der Agentur XY haben.

Ich will interessante Specials. Über junge Menschen, die Dinge tun, die ich noch nicht kenne. Unser Genereation geht es verdammt gut. Wir tendieren nur dazu, permanent zu jammern. So wie ich. 6,80 Euro für so einen Mist! Naja, das Cover war gülden. Immerhin.

verrücke Welt.

Ich bin wirklich sehr tolerant und aufgeschlossen, aber bei dem, was gerade auf der Welt abgeht, wird mir kotz übel. Und das Schlimmste sind die Medien, die mit einer sich selbst beweihräuchernden Süffisanz Tag aus Tag ein auf dieses Schmierentheater aufmerksam machen!!

Angefangen hier in Deutschland, genauer in Bayern. Da nehmen endlich mal mündige Bürger ihr demokratisches Recht wahr und wählen, wo nach ihnen ist, und schon schreit jeder „Debakel“ und „Untergang der CSU“. Und die großer Keilerei geht los. Jetzt wird um die Nachfolgerschaft im erzkatholischen Freistaat gebuhlt und am Ende wirds einer Ministerpräsident, der seine Frau beschissen hat. Ist ansonsten ja nicht gerne in Bayern gesehen. Hauptsache der Seehofer hat bei den Gedenkfeiern zu Strauß‘ 20. Todestag am frommsten in der Kirche gebetet. Dann interessiert das plötzlich keinen Bayer mehr.

Und in Frankreich vögelt sich ein kleiner Mann mit offensichtlich schmalem Selbstwertgefühl durch die attraktive A-Liga des Landes und eine von denen ist auch noch so raffiniert und lässt sich heiraten. Andere sind immerhin noch so ehrlich und stellen sich nachts an die Straße. Und heute jubeln alle, dass Carla Bruni bei Gottschalk singt! Wen zum Teufel interessiert denn, wann, wo und warum die Meträsse eines Mannes auftritt, der nur deshalb Präsident gewordem ist, weil er einfach den Daumen auf allem in Frankreich hat?

Und was mir am aller meisten auf die Nerven geht, ist dieser alberne Wahlkampf in den USA, der sich, seit Palin Vizepräsidentschaftskandidatin ist, nur noch selbst karrikiert. Heute freuen sich alle, dass diese peinliche und verblendete Person bei der Debatte kein Eigentor geschossen hat (aber gezwinkert hat die. GEZWINKERT!! Hallo? Das ist keine Dating-Show, sondern verdammt nochmal was Ernstes!). Vorher lacht die Welt darüber, weil sie tatsächlich glaubt, dass Gott wollte, dass sich im Irak junge Kerle in meinem Alter in den Rücken schießen lassen.
Dass ein Mädel mit 17 Jahren Sex hat, ist nicht mehr als richtig. Laut Mrs. Palin sollte aber keines der Mädchen in der Schule erfahren, wie man vom vögeln NICHT schwanger wird. Und die eigene minderjährige Tochter wirft in ein paar Wochen, weil zu Hause scheinbar auch nicht darüber geredet wurde. Gehört sich ja nicht. Ist ja unrein. Mit verlaub, aber bei sowas muss ich mich leider einige Male übergeben!
Ich will nichts beschreien, aber ich habe Angst vor dem 4. November. Angst davor, dass eine reaktionäre Frau, die noch dazu wenig Ahnung von dem Job hat, die zweite Macht in den USA wird.

Die ganze Welt ist verrückt geworden! Alle komplett durchgedreht! Ob das diese Marionette Medwedjew ist, die nur nach der Nase dises herrschsüchtigen KGB-Überbleibsels tanzt, oder ob das ein Drittel der Österreichischen Wähler sind, denen scheinbar scheiß egal ist, was aus ihrem Land (und Europa) wird.

Mir wird schlecht. Richtig schlecht. Die Welt sollte nochmal von vorne Anfangen. Ohne die ganzen Verrückten. Liegt aber wahrscheinlich in der Natur des Menschen. Es würde nur wieder mindestens genau so schlimm werden. Egal wie man anfängt.

Wie geil ist das denn???

Wuaahuuaaaa, wie se alle abgehn! Und wie kann man bitte unschuldige Menschen minutenlang so quälen! Also echt! Das war nicht gesund! Ich wette, ab der 88. Minute ist mindestens einer mit Verdacht auf Herzinfarkt eingeliefert worden. Is zwar schön von euch, dass ihrs spannend macht aber hey: ZU ARG!!

Fairerweise muss man sagen, dass die Portugiesen echt ein feines Spiel gemacht haben. Beide Mannschaften waren schon ziemlich top. Hat richtig Spaß gemacht. Obwohl die Pumpe bei mir immernoch geht. Halleluja. Ich bete nie, aber heute wars nötig.

Und noch die Meinung einer Tussi: Metzelder UND Friedrich ohne Trikot (naja fast) und verschwitzt. Alter! Wuhhuuu! (So danke, darfst dich wieder setzen und Fingernägel feilen…)

Und an alle Ösis: Relativiert sich alles. Ist gar nicht so schlimm, gegen den zukünftigen Europameister verloren zu haben… *muaahaa*

UND WER LÄSST ÜBERHAUPT IMMER WIEDER DIESEN FURCHTBAREN NETZER VOR DIE KAMERA??

Einen schönen Gruß auch an die Jungs von sz.de. Die haben ihren Liveticker der WM 2006 neu aufgelegt und unterhalten prächtig. Natürlich nur in Halbzeit und nach dem Abpfiff… (Kostprobe: „22:19 Uhr Die Portugiesen sind, zumindest in diesem Spiel, vor dem Tor nicht gefährlicher als die Österreicher: Kennste eine Mannschaft in roten Trikots, kennste alle.“ … hehe)

Hab ich schon erwähnt wie arg ich mich auf 1. Juli freu? Schade, dass dann die EM vorbei is. Gott, was hätte ich einen Spaß. UND DIE ERST!

tragisch komisch

Ich hatte mir das so vorgestellt: Unsere Jungs gehen auf den Platz, spucken den Ösis vor die Füße, sagen „Auf gehts, Burschn!“ und dann fahren die so richtig Schlitten mit den armen Kerlen. Die Zittern vor Angst, Respekt und unübersehbarer Bewunderung. 

Batz! 1:0

Zong! 2:0 

Pow! 3:0 

Nach exakt 90 Minuten gibts Topfenstrudel als kleine Aufmerksamkeit des Gastgebers und all die Stranzls, Prödls und Ivanschitzes (?!) holen sich Autogramme von uns. Danke, es war uns eine Ehre.

Naja, ganz so wars dann doch nicht. Eines muss man dem Elend aber lassen: Humor hams, die Schluchtenkacker. Ich schau schon lange Fußball, aber noch nie hab ich erlebt, dass beide (!) Trainer auf die Tribüne geschickt werden, weil sie sich nicht benehmen können. Ein Österreicher beißt vor lauter Gram sogar in den Fußball und so ziemlich alle Ösis haben ne Gelbe kassiert. Was war denn da los?

Immerhin hat diesmal keiner im Publikum „Hurensohn“ gebrüllt. Passiert scheinbar wirklich nur, wenn das Spiel nicht ganz so peinlich verläuft, die Spieler weniger wie ein Haufen besoffene Hühner über den Platz rennen und auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass man als die souveräne Mannschaft die Partie für sich entscheidet.

 

Und zum Abschluss noch ein nettes Suchspiel für die Leser:
Finde den Fehler

Das Bild wurde etwa 20 Minuten vor Anpfiff im bayerischen Biergarten in Kranichstein bei Darmstadt  (im Herzen Deutschlands) aufgenommen.

Gutes Zeichen

Morgens beim Frühstück iTunes angeschmissen. Shuffle-Modus war schon eingestellt. Und was läuft ganz zufällig als erstes?

Wenn das mal kein Zufall ist!
Ja dann würd ich mal sagen: Schön, dass ihrs zumindest versuchen wollt, Burschis! 😉

Sauber, Burschis…

Eigentlich war der Eintrag erst für Sonntag vorgemerkt. Aber nach diesem desaströsen Abend für Deutschland (und dem freudigen für Österreich), passt das dann doch eher heute. Da hat weder Bier, noch Nikotin getröstet. Furchbar!!!

Man kann sich Folgendes völlig ironiefrei anhören. Es ist ja nicht mal unwahrscheinlich, dass es so kommen wird am Montag.

Also man höre, staune und zittere vor Angst (sofern man Deutscher ist… als Ösi darf man schmunzeln…)

Österreich – Deutschland

Vorgestern fand ichs echt noch ganz lustig. Seit vorhin irgendwie nicht mehr.
Abgesehn davon: „Wuchtl“?!

Wörthersee-Romantik

Heute spielt  Deutschland gegen Polen im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt. Wörthersee! Bei dem Wort kommen mir sofort kitschige 50er-Jahre-Filme in den Sinn. „Ein Schloss am Wörthersee“, „Das Gasthaus am Wörthersee“, „Das weiße Rössl am Wörthersee“ und so weiter.

Wirtschaftswunder! Alles wird gut. Lasst uns den Schrecken vergessen und stattdessen an tiefblauen Seen und vor imposanten Berglandschaften singen, tanzen und nachts verstohlen vor dem Heuschober treffen und uns „lieb haben“!

Woerthersee-RomantikIch sehe Peter Alexander (schlechtes Double links) als Kellner seine Schlager trällern. Er bezirzt mit seiner dunkelbraunen Haartolle das Fräulein Mayrhuber, die Besitzerin des Restaurants, die darum kämpft, dass es nicht schließen muss. Die Gäste bleiben  aus und die Rock’n’Roll-Jugend rund um Peter Kraus lungert lieber in den Tanzlokalen rum und tanzt den Twist, statt auf Sommerfrische zu gehen. Das Fräullein schaut sehr bedrückt drein und schlägt oft die Hände vors Gesicht und weiß in ihrem geblümten Dirndl „fei so garnet wies weitergehn soll“. 

Auf der Eckbank sitzt Hans Moser, zu seinen Füßen der Hund Wastl, und schwadroniert mit gepresster Stimme darüber wies früher war – nämlich alles besser. Peter Alexander hilft wo er kann und weiß auf alles einen Rat: „Ge schauns Fräulein Mayrhuber, ihr Kaiserschmarrn is doch a wahres Gedicht. Machens den doch a bisserl bekannter und dann werdns schaun wie die Leut kommen!“ 
Schließlich stellt sich heraus, dass er nicht nur einfacher Kellner, sondern erfolgreicher Hotelbesitzer in Wien ist und dem Fräulein, das er „so gern hat“, aus dem Schlamassel helfen will. 

Zum Schluss heiraten alle. Der Peter das Fräulein, der Hans den Wastl und so ziemlich jeder, der sich auf dem Heuschober eines Nachts lieb gehabt hat.

Ja, so ist am Wörthersee. Da is die Welt noch in Ordnung. Schön. 

Der Traum ist aus.

Ein schönes Spiel wars, aber anscheinend kann man bei einer WM wirklich nicht gegen 11 Italiener und einen Schiri gewinnen.
Wir haben gehofft und gebangt. Mir war vom Beginn der Verlängerung an schlecht und die Heimfahrt war nicht gerade erbauend. Nicht zuletzt weil es in Darmstadt vor Italienern nur so wimmelte. Wusste garnicht wieviele da wohnen.

Glückwunsch zum Einzug ins Finale, Italien. Seid mir nicht böse, aber ich hoffe ihr werdet zweiter. Vielleicht gibts als Trost dann einen Vertrag in Hollywood für euch.
Der Pizza entsage ich vorerst und beschränke mich auf heimische Kost, obwohl der Hunger sowieso ausbleibt.

Man sagt: Glück im Spiel, Pech in der Liebe…

Stimmt halt net. Wenn das Pech zuschlägt, dann richtig. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich zumindest für das Scheitern bei der WM nicht verantwortlich bin. Ich hab mein Bestes gegeben.

Für alles andere, an dem ich schuld bin: Es tut mir leid

Bilanz des gestrigen Fußball-Tages

Wir schauten uns zu sechst das Fußballspiel Deutschland:Argentinien in der Darmstädter Centralstation an. Wir haben gehofft, gebangt, geschrien, getobt und schließlich getanzt! Gut gemacht, Jungs!

Was der Tag mit sich brachte:

– zumindest 2 lädierte Stimmbänder
– eine verknitterte Argentinien-Fahne
– etliche geleerte Bierflaschen und 3 Wasser (musste ja fahren)
– gereizte Nüstern zweiter Damen auf Grund von Jens‘ Fahne
– ein Hörsturz des älteren Herren neben mir
– 2 verlorene Kilo meinerseits (Stress und Aufregung taten ihr Übriges)