Bio an der Haustür

Es klingelt an der Tür. Normalerweise lautet die Devise in solch einer Ausnahmesituation: Tot stellen. Geduckt unter den Fenstern durchkrabbeln. Ganz so als säße ein Scharfschütze im gegenüberliegenden Haus, der nur darauf wartet, dass sein Laserpointer auf ein Stück Haut trifft.Normalerweise bin ich aber auch neugierig. Könnt ja etwas Wichtiges sein. Zum Beispiel der Postmann mit meinen neuen Schuhen. Aber Fehlanzeige. Vor mir steht eine Frau mittleren Alters mit burschikosem Haarschnitt (irgendwann hätte man mal dazu „flott“ gesagt) und einem Korb voll Äpfeln.“Schönen guten Morgen die Dame. Ich habe was zum Naschen mitgebracht!“Wuhuuuu!! Endlich den langersehnte Stripper??? Ach ne… Äpfel. Puuuuuh, hab eigentlich welche da.“Kartoffeln vielleicht?“ Ähm…“Nektarinen, Mandarinan, Orangen. Alles frisch vom Bodensee!“ Wusste nicht, dass der Bodensee in der südlichen Hemisphäre liegt und im Winter solche Vitamin-Schätze abwirft. Aaaaaber nein Danke.Seit wann kommt denn der Supermarkt in Form von einer Person zu einem nach Hause?? Das ist doch unwirtschaftlich. Was machen denn die armen Angestellten im Netto um die Ecke, wenn plötzlich Bodensee-Obst-Bäuerinnen ihnen als Klinkenputzer Konkurrenz machen?! Die verlieren ihren Job. Zack arbeitslos wegen irgendwelchen Bio-Schlampen mit Getreide in den Taschen.Auf der anderen Seite… Wenn die noch Milch, Haferflocken und Nudeln im Repertoir hätten, müsste ich mich noch weniger bewegen als sowieso schon. Was wirklich kaum möglich ist. Oder ein Supermarkt-Lieferservice. Oh Gott das gibts glaube ich schon für alte Leute.Na wir wollen ja das Unausweichliche nicht auch noch künstlich beschleunigen. Die ersten Falten sind immerhin schon sichtbar…

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