Unter der Sonne Frankreichs…

…befanden sich zunächsteinmal Wolken. Ziemlich dicht aneinandergedrägt, ziemlich grau und ziemlich voller Regen. Viel Regen. Ach ja und wir: Claudi und meine Person auf unserer Bustour in die Stadt der Liebe. Hatten zu unserem Leidwesen leider nicht bedacht, dass es eine denkbar schlechte Idee war gerade zu Silvester – dem Beginn eines neuen Jahres, eines neuen Lebensabschnitts, ach was sag ich…EINES NEUEN LEBENS – gerade in die romantischste Stadt Europas zu fahren. Umzingelt von Pärchen, sahen wir uns außer Stande uns guter Dinge in das bevorstehenden Wochenende zu stürzen. Sogar die weiblichen Banknachbarn schienen irgendwie mehr als platonisch zueinander hingezogen.

Das hielt uns aber im Laufe unseres Aufenthaltes keineswegs davon ab, Paris zu erkunden. Wir sahen einen Fisch auf dem trottoir, trafen amüsante Menschen in der métro, die uns eine exklusive Privatführung durch Paris anboten, aßen soviel bifteck, dass es für Hasstiraden ganzer Schwadronen von Vegatriern reichen würde und vertrieben uns die Zeit auf dem marché aux puces im banlieue, wo wir (ok, ich) hilflos dem Konsumwahn erlagen.

Ums kurz zu machen: Das was ich von der Silvesternacht noch weiß, war wirklich sehr unterhaltsam. Obwohl oder gerade wegen der Tatsache, dass wir die scheinbar einzigen alleinstehenden, heterosexuellorientierten Frauen in ganz Paris waren, beschlossen wir kurzum, uns die Zeit angenehmer zu gestalten. Wir betranken uns mit den Rotweinvorräten der zwei Reiseleiter, die zumindest zu 50% solo waren. Leider war der hübschere der beiden „irgendwie vergeben“. Garnicht schlimm. Nach ganzen 45 Minuten lies ich mir eh nur noch den gerade erlebtren Wechsel ins Jahr 2007 durch den Kopf gehn. Worauf man uns aus dem Partybus schmiss.

Claudi war erstaunlicherweise sehr gut beisammen, trotz vergleichbarem Alkoholkonsums. Irgendwie hat sie uns innerhalb von drei Stunden heil zurück zum Hotel gebracht. Wir überstanden dem Zusammentreffen mit Jugendbanden, trotzten einer Einladung eines kleinen Inders auf dessen Hotelzimmer genau so, wie der Kussatacke seines Kumpels und hielten den bösen Blicken der feinen Party-Gesellschaft stand, denen ich an der Bastille in den Vorgarten kotzte. Eine stille Demonstration meiner Abneigung gegenüber versnobbter Cocktailkleidchenträger. Leider weiß ich das nur aus Erzählungen.

Erstaunlicherweise befand man(n) unsere erotische Alkoholeinlage als süß und verabredete sich mit uns für den nächsten Tag. Uns wars recht.

Vielen Dank an Claudi fürs heimbringen und für ein sehr sehr spaßiges Wochenende. Danke an Daniel und Chris (sollten, sie es jemals lesen) für die Unmengen an Rotwein und die nette Gesellschaft an Neujahr. Danke an all die Pärchen im Bus, die es netterweise unterlassen haben rumzuknutschen oder in unserem Beisein zu kopulieren.

Bonne année !

3 thoughts on “Unter der Sonne Frankreichs…

  1. Claudi (anonym)

    haha, genauso wars 🙂 ein wunderschönes, verrücktes und alkoholgetränktes Wochenende *g* Und gelernt haben wir ja auch einiges…zum Beispiel, dass Rotwein, Grog und Sekt weniger gut zusammen passen, dass man besser nicht an der Champs Elysées mit Banden aus den banlieues in Berührug kommt, dass nach einem Baguette die „Baguette-Grenze“ definitiv erreicht ist und dass man in Frankreich wunderbar amerikanisch und griechisch essen gehen kann „l’addition s’il vous plaît“. Außerdem haben wir gelernt, dass wir im Endeffekt eine lustigere Zeit hatten als die nervigen Pärchen unterm Eiffelturm. Denn sonst hätten wir weder Chris, noch Daniel oder Philipe oder den netten New Yorker aus Chicago kennen gelernt 😉

    Il faisait un week-end magnifique, à bientôt paris!

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  2. Kopulator (anonym)

    immer mit EINEM „p“.
    Nie mit „pp“.
    Auch wenn es schon so lange her ist dass man sich an den Vorgang als solchen nicht mehr erinnert (sei es weil wirklich nichts passiert ist oder weil man sich ob des Alkoholmißbrauches an nichts mehr erinnert), wenigstens richtig schreiben sollte man es.

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  3. Pisaei

    REPLY:
    Ahje! DAS ist aber jetzt wirklich schon lange her. Mehr als 13 Monate. Aber hey, da ich sonst eher Synonyme aus dem Straßenjargon für den Ausdruck benutze, ist es auch gar nicht sooo schlimm, dass ich das damals falschgeschrieben habe. Mittlerweile weiß ich auch um mein Unvermögen 😉

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