vorbei.

Wir kennen uns schon seit Jahren, ernst wurde es erst vor zwei. Ich kann also nicht sagen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Irgendwie haben wir zusammen gefunden. Verkupplungsaktion – man kennt das ja. Am Anfang war es auch wirklich spannend. Mit jedem Mal entdeckte ich neue Seiten, neue Facetten an dir. Dein Stil hat mir gefallen. Deine Intelligenz hat mich beeindruckt, mich eingeschüchtert. Ja, ich war fasziniert von dir.

Die erste Verliebtheit verflog. Alltag kehrte ein. Wir sahen uns einfach zu oft. Jeder Morgen mit dir wurde zur Routine. Ich fühlte mich verpflichtet, meine Freizeit nur noch mit dir zu verbringen. Und alles, was ich mal spannend an dir fand, langweilte mich nur noch. Du hast den Reiz verloren. Intelligent gabst du dich immer. Ich fande es überheblich. Ich interessiere mich nicht mehr für dich, genauso wenig wie du für mich. Du hast dich nie wirklich um mich geschert, wenn wir mal ehrlich sind.

Ich kannte dich – glaubte ich zumindest. Meinte all deine Launen deuten zu können. Vertrautheit war das nie. Du hast mehr genommen als gegeben – Zeit, Geld. Sicher hätte ich auch von dir profitieren können. Aber ich war es Leid. Ich hatte einfach keine Lust mehr, mich mit dir zu beschäfigen.

In den letzten Monaten ist es zu einer richtig kleinen Fortsetzungsgeschichte geworden. Jetzt hat sie vorbei. Das ist okay. Man muss nichts künstlich am Leben halten. Machs gut, Spiegel. Wir können ja Freunde bleiben. Vielleicht sieht man sich nochmal – auf einen Quickie am Kiosk.

Wooho!

Wirtschaft kapiert

Oh Achtung, ganz verrückt: Mehrwert auf diesem Blog! *kreisch* 

Wer noch nicht so richtig verstanden hat, warum seit einiger Zeit der Ölpreis in astronomische Höhen klettert (naja, 130 Dollar sind noch nicht astronomisch, aber ich finde 1,53 Euro für einen Liter Bezin schon recht aua) oder warum die Menschen in der dritten Welt mehr denn je Angst haben müssen, zu verhungern und warum Hedgefonds und Spektulanten maßgeblich Schuld daran sind, dem lege ich die Titelstory des aktuellen Spiegel (Nr. 24 vom 9. Juni 2008) an Herz. 

Sechs Journalisten (allesamt Männer – aber das soll ja nichts heißen) haben an dem Artikel geschrieben. Mal ganz davon abgesehen, dass der Text stilistisch unschlagbar ist und ich noch nie so einen Spaß hatte, einen Wirtschaftsartikel zu lesen, muss  ich sagen: Ich glaub ich habs kapiert! Damit meine ich, dass ich bei einem Kantinenessen nicht wie üblich bei solchen Themen in dumpfes Brüten verfalle und mich darauf konzentriere, dass mir keine Nudel auf das Oberteil fällt. Ich könnte mindestens einen intelligenten Satz beitragen. Ich würde dabei selbstbewusst nicken und es wäre mir egal, ob ich danach aussehe wie ein Kind in der prä-Gabelphase.

Verblüffend und erschreckend zugleich wie sexy man Menschen finden kann, die solche Themen einfach drauf haben und das auch noch so erklären, dass das auch der dümmste Mensch versteht.

Woah, werd ich langsam nerdig. Und Kleider zieh ich mittlerweile auch an. Irgendwas ist anders… Ich glaub ich werd mal keine Journalistin, sondern Journalisten-Groupie. Ich hänge dann an den Lippen von Wirtschafts-Redakteuren und sag Intelligentes wie „Aha.. der Gaspreis ist gekoppelt an den Ölpreis??!! Woah echt? Is ja krass. Magst du noch einen Kaffe, oder einen Blowjob während du schreibst?!“ 

Oder ich werd eine simple Kultur/Lifestyle/Leben/Alltag/Panorama/Irgenwasredakteurin und kümmer mich um meinen eigenen Kram…

Lüge über den roten Baron

Und nun Kritik am großen Spiegel, der falsche Fakten und Unwahrheiten über belanglose Dinge verbreitet. Ich wurde angehalten einen Tadel auszusprechen. Es dreht sich um einen Text aus der aktuellen Ausgabe zum Film „Der rote Baron“. Der Autor äußert sich in einer Passage des Artikels „Lieber rot als tot“ (Spiegel, Nr. 15 vom 7. April 2008, Seite 172) wie folgt:

Den Machern vom roten Baron sind ein paar recht realistisch wirkende Flugszenen gelungen – obwohl keiner der 23 Oldtimer-Nachbauten wirklich abheben konnte. Die Maschinen ruckelten bloß am Boden hin und her, von ferngesteuerter Hydraulik gelenkt. Computertrickspezialisten besorgten in monatelanger Fummelarbeit den Rest. Nur: zur perfekten Illusion fehlt die nötige Bodenhaftung. Nie sieht man ein Flugzeug starten oder landen.

Ein Freund, seines Zeichens einer der erwähnten Computertrickspezialisten bei ebensolchem Film, behauptet, dass das grober Unfug sei, da er selbst eine Startszene animiert habe und sogar eine solche Sequenz im Trailer zu sehen sei. Aber er halte sowieso nichts von der Journaille und man möge sich doch bitte sein eigenes Bild machen.

…also ich seh da kein Flugzeug starten. Da fährt eins durch einen Heuballen. Mehr auch nicht. Aber was weiß ich schon. Bin ja nur von der doofen Journaille…