Der Honey-Lemon-Vorfall

Eineinhalb Jahre hat es gedauert bis ich endlich darüber schreiben kann. Über das, was in einer eiskalten Mainacht in der kanadischen Wildnis geschehen ist. Der Schrecken steckt uns noch immer tief im Mark. Heute, endlich, kann ich offen sagen, was ich damals wie heute über die Geschehnisse denke.

Kraków flüstert

Mit Städten ist es wie mit Menschen. Oft dauert es nur Sekunden, nur einen Augenblick und du weißt: Da ist etwas. Daraus kann was werden. Oh, und Kraków weiß ganz genau, wie es dich rumkriegt. Eine leise Romanze.

Colonia, filtered.

Irgendwann zwischen Kind und Teenie war ich mit Opa in dem alten Hafenstädtchen am Nordufer des Rio de la Plata, 2009 bin ich mit Elmo über das Kopfsteinpflaster gefetzt. Heute schleiche ich durch die Gassen und fange stille Momente ein.

Früher war mehr Panceta

Ich dachte ja erst, es sei was passiert. Sack Reis umgefallen auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt? Alles ruhig in der Stadt, wie in Watte gepackt. Ach, ich komm ja gerade zurück aus Buenos Aires, eine der lautesten Städte der Welt. Das war früher schon so. Vieles andere jedoch hat sich seit meinem letzten Besuch vor 7 Jahren verändert.

Ein einziges Bild von Brügge

Ich muss gestehen, obwohl viel und weit gereist, auch ich verhalte mich ab und an wie ein schnöder Tourist. Und ärger mich dann, wenn das nicht so recht funktionieren will.

Hurtig, hurtig zum Licht

Mal ganz spontan nach Nordnorwegen. Klar! Fünf Tage lang werde ich die Expedition der Hurtigruten zwischen Bodø und Kirkenes begleiten und mich ehrfurchtsvoll vor der Aurora Borealis übergeben.

Wenn einer eine Reise tut …

Mein Plan für Südostasien lautet: nur über den Land- oder den Seeweg reisen, möglichst nicht fliegen. Die 740 km von Medan in Sumatra nach Singapur waren etwas tricky. Eine Anleitung, wie man es NICHT macht.

Dumai, Kilometer 4.230

Chicken or Pasta?!

Die schönste Frage der Welt. Man hört sie nur auf Langstreckenflügen bei denen eine warme Mahlzeit kredenzt wird. Ich glaub, ich nehme Pasta, wenn ich nachher im Flieger nach New York sitze.

Warum ich für (verhältnismäßig) extrem wenig Geld spontan eine Woche übern Teich fliege? Es ist die fuckin‘ letzte Gelegenheit nochmal abzuhauen, bevor das Diplom richtig losgeht. Muss also sein.

Wenn alles cool läuft, gibts in einer Woche Bilder vom Knicks-Spiel, Wall Street, Freiheitsstatur,  Apple-KathedraleStore und noch mehr Touri-Krams. Ich hatte mir auch ernsthaft überlegt, meinen Schwur zu brechen und von Obamas Inthronisierung in D.C. live zu twittern. Aber Twitter sagt, das ginge mit meiner Handynummer nicht… warum auch immer. Also gibts davon auch nur Bilder. Und wenn ich nicht so feige (und faul) wäre, würde ich ja meinen ehemaligen Praktikumsstellen oder meinen jetzigen Arbeitgebern eine Reportage aus Washington anbieten. Hmpf. Verdammter feiger Schweinehund…

Ich versuch möglichst wenig teures Zeug zu kaufen und mich nicht den ganzen Tag mit Hot Dogs vollzustopfen. Wünscht mir Glück.

In dem Sinne: bis nächste Woche.

Dicker Haken hinter Atlanta

Ich weiß, ich weiß. Jeder, ders nicht hören wollte, wurde von mir vollgejammert wie schlimm es sei, dass ich auf meinem Rückweg von Argentinien ganze 11 Stunden Aufenthalt in Atlanta habe und dass ich sicher vor Langeweile sterbe. Als Häufchen Elend einen Whiskey nach dem anderen an einer Bar kippen werde während ich einem Trucker mit Pelzmütze mein Leid klage.Ja aber gottseidank bin ich kommunikativ, spitzfindig und umwerfend und hab mir gleich bei Ankunft morgens um halb 6 in der Schlange zur Passkontrolle einen Begleiter für den Tag organisiert. Mit der Beobachtungsgabe eines Falken und klug kombiniert, schloss ich aus dem roten Reisepass und der Aufschrift „Bundesrepublik Deutschland“, dass der Kerl auch ein Landeskind ist. (Außerdem noch der attraktivste Mann, den man womöglich morgens bei der Zollkontrolle in Atlanta finden kann) Ins Gespräch gekommen, meine Plan für den Tag offeriert (angestrebt war hier hin zu gehen) und auf positive Ressonanz gestoßen.Was dann folgte kann ich als einen rundum gelungenen Tag verbuchen, der einen dicken, fetten Haken im Kalender verdient. der Plan ins Aquarium zu gehen, wurde mangels genug Bargeld schnell wieder verworfen und man entschied sich, die Stadt zu erkunden. (Wetter war schön, noch nie in Atlanta gewesen – deshalb) Police Officers sind immer ganz doll nett und wollen gefragt werden. Also erstmal in Erfahrung gebracht, wos was richtig gutes, amerikanisches zum Frühstücken gibt und er riet uns, zum CNN-Gebäude zu gehen. Das erwies sich dan nicht nur kulinarisch als…na sagen wir mal nährstoffreich.. sondern auch aus journalistische Ebene äußerst mehrwertig. Hab nämlich mal eben ein 55-minütiges Praktikum bei dem weltgrößten Newssender absolviert. In Form einer Tour durchs Gebäude, bei der man auf dem Platz des Anchormans sitzen, Wetterfrosch spielen und einer Frau namens Heidi, die gerade live auf Sendung war, circa 20 Minuten auf den Rücken starren durfte. Fein war das. Kommt gleich mal in den Lebenslauf.So was macht man anschließend, in der Stadt in der es scheinbar nur CNN, ein riesiges Aquarium, für das man kein Geld hat, und ein CokaCola-Museum gibt?? Na? Naaa?? Genau. Man taucht ein die die süße braune Brühe und gibt sich die volle Dröhnung Coke in allen Facetten. Brandhistory, unzählige Werbespots auf Kinoleinwänden, 4D-Coke-Kinoerlebnis, Abfüllanlage beobachten und sich durch so ziemlich alle Coka Cola-Produkte, die es weltweit gibt, süffeln. Das war im ersten Moment auch toll, aber nach 10 Minuten ist einam von dem kunterbunten Chemiegemisch, das im Magen so vor sich hinblubbert ziemlich übel. In Kombination mit dem Chickentoast und dem Iced Chai Tea Latte vom Frühstück dann doch „even worse“.Aber so leicht lässt man sich die Stimmung ja nicht verderben. Aus Gründen davon rennender Zeit, taten wir ihr es gleich und rannten zurück zu Marta. Die nette Frau Subway, die uns wieder an den Flughafen kutschierte. Am Automaten eingecheckt, in der Sonne gefletzt, der harte Typ hat sich dann wirklich noch einen Burger gegeben (unbegreiflich, welch ein Magen) und dann mussten wir auch shcon Abschied nehmen. Für mich gings nach Frankfurt, für ihn nach Düsseldorf.Im Flugzeug dann Mr. Bean in Spielfilmlänge gesehen. Es wurden ein echt unglaublich leckerer Brownie zum Dessert serviert und ich hab auch nur ein ganz ganz ganz ganz kleines bisschen die viel zu hübsche Stewardess beargwöhnt, die erschreckende Ähnlichkeit mit Jessica Alba hatte. Ja, ich kenn nicht nur einen, der sich da ziemlich gefreut hätte, die Safttüte auf dem Getränkewagen zu sein.Aber Hallo?? Wie gut war der Tag denn?? Ich bin zwar hundemüde und will einfach morgen nicht schon wieder arbeiten (Nein, nein will nicht, nein!!!!) aber sowas entschädigt ziemlich.Und DAS ist definitiv das Durchste, was ich jemals gelesen habe. Ich empfehle es Hanno und Björn. Ihr wärt amüsiert… auf eine seltsame Art. So wie ich.