Montserrat the Christmas Poo

Many dressy moments werde ich im Sommer beiwohnen. Zwei Hochzeiten und eine Diplomfeier und dafür muss man sich ja schon ein wenig rausputzen. Ich ziehe nie Kleider an. So arg nie, dass ich auch auf nervtötenden Musicalpremieren im mondänen Hamburg im grauen Hosenanzug auftauchte und mir von ignoranten Menschen, die mir zum wiederholten Male nicht zum Geburtstag gratuliert haben anhören musste, ich sähe wie eine spießige Geschäftsreisende aus.

In der Vergangenheit gab es immer einen sehr guten Grund, warum ich Kleider mied: Ich sehe darin scheiße aus. Was mich glauben lies, dass sich das in diesem Jahr anders sein soll, weiß ich nicht. Ich lies mir dennoch eines maßschneidern. Via ebay habe ich mir in Shanghai ein braunes Cocktail-Kleid für 59 Euro bestellt, an dem sich in Windeseile junge Chinesinnen die Finger wund nähten. Globalisierung und so.

Gestern kam es an. Und ich sehe darin aus wie Mr. Hanky the Christmas-Poo. Fabe stimmt, Form ebenfalls. Hätte ich eine Opern-Stimme könnte man mich auch leicht mit Montserrat Caballé verwechseln. Ich werde also wieder Hosenanzug tragen. Auf allen drei Veranstaltungen. Und zwar genau den, den ich auch schon in Hamburg trug. Darin seh ich gut aus. Wer das Gegenteil behauptet, ist ein Arschloch.

Eine Rose für den Herrn an Tisch 8

Es passieren wunderliche Dinge, wenn man sich entscheidet, in einer Gaststätte nur mal eben die sanitären Anlagen aufzusuchen. Geplant war eigentlich im „Wirtshaus in der Au“ (Warnung: Schlimme Saxophon-Musik beim Anklicken!!!) in Haidhausen die Männertoilette anzuschauen, weil das laut meinen Tischgenossen ein „echtes Erlebnis“ sein soll. Ich wollte aber keine Verwirrung unter den anderen Lokalgästen stiften und bin deshalb doch durch die Tür mit dem großen „D“ gegangen.

Am Waschbecken steht ein blauer Eimer gefüllt mit ein Duzend Rosen. Wenn die nicht drin gewesen wären, hätte man auch meinen können, dass die Putzfrau ihr Arbeitsmaterial vergessen hat. Wollte zum restlichen, eher rustikalen Interieur nicht so recht passen.

An dem Eimer klebte ein Zettel:

Hallo Unbekannte. Thomas (Bild von ihm rechts daneben, d. Red.) beabsichtigt allen Ernstes, in Kürze zu heiraten. Wir, seine Freunde, möchten ihn zur Vernunft bringen und ihm zeigen, dass er immer noch interessant für das weibliche Geschlecht ist. Also nimm eine Rose und lass an unserem Tisch (von der Toilette aus geradeaus zur Fensterfront) all deine Charme spielen und flirte mit Thomas. Wir (und sicher auch er) danken es dir.

Tja, wäre ich nur halb so durch und der Typ auch nur ansatzweise attraktiv, hätte ich so eine Aktion sicher nicht mitgemacht. Aber da er sich optisch irgendwo zwischen Bill Gates un Oliver Kalkofe bewegte und ich gestern abend guter Dinge war, ließ ich mich nicht lange bitten.

Kurz danach schwebte ich über mir und sah mich einem Mann eine Rose überreichen. „Oh, ich hab dich schon von draußen gesehen und ich finde dich wirklich sehr attraktiv. Wenn du magst, können wir mal was trinken gehn. Würde mich sehr freuen“, sprach es und lächelte. Während der (unglaubwürdigen) Ansprache fotografierten mich die restlichen zwölf Männer am Tisch und applaudierten, als ich mich wieder in Richtung Ausgang bewegte.

So und was lernen wir daraus?

  1. Es heiraten nicht immer nur die besten und attraktivsten Männer.
  2. Jeder Mann sollte gute Freunde haben, die ihn vor drohendem Unheil zu bewahren versuchen.
  3. Es gibt sie noch: die guten Ideen für einen Jungesellenabschied!
  4. Man sollte vorher doch ins Männerklo gehen, um solchen Aktionen eine ganz besondere Note zu verleihen.

Auf in Runde zwei (die mit den Nägeln und den Köpfen)

Jetzt ist es soweit. Ein neuer Lebensabschnitt bricht an und ich bin innerhalb von fünf Stunden um gefühlte acht Jahre gealtert. Das erste Pärchen aus dem Freundeskreis macht ernst. Stiehlt sich einfach so aus der Verantwortung und lässt den Hauptstress, den ein Leben mit Mitte 20 so birgt, hinter sich. Kein „Ohhhh er hat IMMERNOCH NICHT angerufen!! (Also ich ruf nicht an. Er soll anrufen. Ist aber auch erst zwei Tage her, dass wir uns gesehen haben. Morgen ruft er sicher an!)“ mehr. Nie mehr ein „Ach versteh einer die Frauen. Erst rumflirten und dann ging ma garnix!“. Und erst recht kein „Ja, aber so ein Arsch ist er doch sicher nicht, dass er nur mit mir ins Bett wollte… oder?!“Wie ich euch bereits gesagt habe: Oh mein Gott wie gut ist das denn! Ich wünsch euch alles erdenklich Gute und ich bin sogar bereit bei der Hochzeit ein Kleid nach deinen (Also Anne. Björn ist das glaub ich ziemlich egal *g*) Wünschen zu tragen. Darauf kann man mich jetzt festnageln. Kleid. Ich. (Außer es sieht schlimm aus. Dann trag ich Jeans.)An einem (hoffentlich) sonnigen Samstag im Sommer 2009 findet man mich dann (mindestens) als Brautjungfer in einem brombeerfarbenem Ballonkleid mit riesiger Schleife über dem Hintern in einer Kirche. Mir werden kitschige Tränen die Wange runterkullern und ich werde schluchzend ein „Oh man scheiße, ist das schön!“ in eins der zwölf Taschentücher rotzen, die ich in den Händen halte. Kleine Kinder werden Reis werfen und ich werde so gegen vier Uhr nachts betrunken unter einen beliebigen Tisch rutschen. Also wie jede Party. Nur diesmal sind die Klamotten schicker.Schön, dass ihr den Auftakt macht aber glaubt ja nicht, dass ich mich davon stressen lass!!! o_OIn dem Sinne: Auf die kitschigste Traumhochzeit seit Menschengedenken. Du zauberst schon was Passendes, Anne 😉(Wenn man „fantasy love dolphin“ bei Google eingibt, bekommt man enorm viele Bilder von Vibratoren in Delphin-Form… mit Kabel?! Das Internet ist so unromantisch…)