Wut und Raserei

Es ist wirklich nicht schwer, mich in Rage zu bringen. Da reicht ein Wort im falschen Moment oder ein verpasster Zug und die linke Augenbraue beginnt zu zucken. Das ist aber noch vergleichsweise harmlos. Rumgeschrien wird erst im Auto, wenn ich es nach der dritten Ampelphase immernoch nicht über die Kreuzung geschafft habe, weil der Vollidiot in dem hässlichen Twingo vor mir das Gaspedal noch nicht gefunden hat! Und das Spiel läuft bereits seit sechs Minuten!!! 

Dann kann es schon mal vorkommen, dass ich fremden Menschen lautstark ewige Höllenqualen wünsche, die ich ihnen persönlich zufügen werde! Während ich irgendwas von heißen Lötkolben und grausamen Schmerzen brülle, schlage ich das Lenkrad fast kaputt und hol mir dabei blaue Flecken an den Handinnenflächen.

Nein, als cool und gelassen kann man mich wahrlich nicht bezeichnen.

Ähnlich actionreich verlaufen Tage wie heute, an denen ich fünf Stunden meiner Lebenszeit dafür verschwende, in Frankfurt das sauteure Handy auszuprobieren, das bei mir zu Hause nicht funktioniert, dort aber angeblich schon. (Man muss bedenken, dass ich gut zwei Stunden mit der Bimmelbahn brauche, bis ich mal in der Stadt bin.)

Ich hab mir ein Bein ausgerissen, um dieses Handy während der EM zu bekommen. Ich habe PR-Fuzzis zugesäuselt, habe mit Marketing-Heinis am Telefon geflirtet. Mit Erfolg! Zwei Tage später war das Ding im Briefkasten. Und dann stehe wie ein Vollidiot auf dem Willy-Brandt-Platz vor der EZB und fuchtel mit der albernen Antenne in der Luft rum, um ein Fernsehsignal zu empfangen. 

Und? Das einzige was ich sehe, ist ein Ausrufezeichen auf dem Display. Das Ding ist Schrott! KAPUTT! Woher ich das weiß? Direkter Vergleich mit einem anderen Gerät im Handyshop. Das hat funktioniert. Meins nicht!

Ich seh trotzdem davon ab, rumzubrüllen. Einfach, weil ich mich dann noch mehr zum Affen mache als sowieso schon mit der Retro-Antenne. Aber die Augenbraue zuckt immer noch und in ein paar Jahren wird ein LG-Mitarbeiter in der Hölle sehr sehr wenig Spaß haben. Ganz im Gegensatz zu mir.

Mehr als nur am Arsch der Welt

Das folgende Beispiel veranschaulicht, dass ich nicht nur am Arsch, sondern am hinterletzten Arsch der Welt wohne.

Für das Semesterprojekt darf ich ein teures, neues Handy testen, mit dem man mobil fernsehen kann. Das funktioniert über den Übertragungsstandard DVB-T, der fast flächendeckend in Deutschland verfügbar ist. Flächendeckend heißt in meinem Fall, etwa ab 20 Kilometer Entfernung zu meinem Wohnort (roter Punkt).

Was bedeutet das für meine Arbeit? Zu Hause testen is nich, sondern ich muss (mal wieder, wie immer) literweise Benzin verfahren bis ich in der Zivilisation bin, damit der Test auch nur ansatzweise einen tieferen Sinn erfüllt.

Hab ich schon erwähnt, wie dringend ich hier weg will? Nur noch 16 Tage. 

Quelle: Überallfernsehen.de, roter Punkt von mir photogeshoppt

Hallo wach!

Der Verlust eines Handys birgt auch Probleme, an die man nur im zweiten Augenblick denken mag. Abgesehn davon, dass man nicht mehr angerufen wird (daran gewöhnt man sich auch mit Handy sehr schnell), steht man auch vor dem Problem, dass man einfach keinen Wecker mehr hat. Also ich jetzt. Ich hab dann keinen Wecker mehr. Da ich Armbanduhren nicht mag und die einzige Uhr in diesem Raum, die an dem Laptop ist. Immoment. Vorher war noch eine inkusive Wecker im Handy. Was also tun?! Drei Möglichkeiten:

(1 a. Einfach liegen bleiben und aufwachen wann es beliebt. Dumm, weil man dann seinen Job verliert, sollte man öfter auf diese Idee kommen.)

1. Möglichkeit existiert nicht, da es scheinbar keinen von Hand getätigten Weckruf gibt, den man via Computer buchen kann. Also gibt keinen, der wie der Rezeptionist im Hotel bei mir anruft und Dinge sagt wie „Guten Morgen, Sie wollten geweckt werden.“ Aber wär schön, wenn das ginge…

2. Sehr nettes Tool für MacUser. Nur, dass das Dinge nur funktioniert, wenn der Rechner nicht auf standby steht. Das muss man wissen, wenn man pünktlich aufstehen muss. Aber nur Erfahrung macht klüger.

3. Man kann eventuell einen Bundeswehoffizier neben dem Bett stehen lassen, der nie schlafen darf und das auch für legitim hält und pünktlich um halb 7* anfängt zu schreien was man für ein mieser fauler Sack sei, der endlich aus den Federn kriechen soll.

Variante zwei hat (diesmal) ganz gut funktioniert.

* Jetzt ist es soweit. Winter. Wenns dunkel ist gehen. Wenns dunkel ist wieder kommen… urgs

nouvelle téléphone portable*

Jaa auch ich als völlig technophobes Wesen freue mich über neues elektronisches Spielzeug.

alles so bunt und es bewegt sich…toll.

* das ist aller Wahrscheinlichkeit nach falsch, da ich kein Französisch spreche…aber seis drum