La gente y sus peculiaridades

Mir sind nämlich ein Eigenheiten der Menschen hier aufgefallen. (Abgesehen davon, dass sie meist klein sind und man sich ein bisschen wie ein Elefant fühlt.)

1. Zum einen stehen Argentinier unfassbar gerne an. Sie bilden Schlangen für alles. Beim Bäcker, vor Plattenläden, natürlich vor öffentlichen Toiletten. An Bushaltestellen reihen sie sich auf wie wir damals in der dritten Klasse als wir auf den Schulbus gewartet haben. Rumrennen war nicht und wenn dann muss der Ranzen den Platz in der Schlange feihalten. Das geht in Buenos Aires natürlich nicht. Die wär schneller weg, als man „Fang mich!“ sagen kann. Is auch so albern in Buenos Aires morgens um halb neun fangen zu spielen. Joa…ähm ja wo war ich. Und wenn man einfach nur durch die Schlange will, wird man drauf hingewiesen sich anzustellen. Dabei will ich garnicht mit dem Bus fahren! Ich will einfach nur durch!

2. Pärchen haben kein Zuhause. Sie liegen stattdessen zusammengeknäult in Parks, meist unter braunen Jacken Decken aus denen Gliedmaßen hevorschauen. Egal bei welchem Wetter. Der Park ist also gepflastert mit kleinen Menschenhaufen, die aus der ferne aussehen wie Darvins Schildkröte. Was die unter den Decken machen, ist hochanständig. Sie reden. Und schmusen. Das ist irgendwie süß.

3. Geschäftsleute erkennt man in Deutschland in der Regel an Schlips und Kragen. Hier erkennt man sie an felendem Schlips und offenem Kragen. Argentinier mit besseren Jobs, also jene die nicht in der Einkaufsmeile Schuhe putzen oder Bürgersteige in Handarbeit aufmeißeln, tragen braune Mokkasins, Stoffhosen und weite Hemden mit hochgekrämpelten Ärmeln. Und nein icht auf die Dandy-Segelturn-Art. Sondern einfach auf die Ichwohnineinerwarmenstadtundmussmichtrotzdemgescheitanziehen alsoisdasjetztso-Art.

4. Und jeden Tag legen mit fünf verschiedene knopfäugige Indiokinder irgendwelche rosa Klebebildchen auf mein Knie, während ich in der U-Bahn döse. Und das machen die nicht nicht aus Spaß an der Freude, sondern weil Mama und Papa glauben, dass man damit Geld verdienen kann. Wenn man nämlich die Klebebildchen auch nur einen Zentimeter bewegt, muss man sie kaufen. Wenn nicht, sammelt sie das knopfäugige Indiokind wieder ein und zieht weiter. Das is ne schäbige Geschäftsidee, weil knopfäugige Indiokinder dank ihrer Knopfaugen schon ziemlich süß sind. Aber hab langsam raus, mich einfach schlafend zu stellen und mein Knie im Takt zu den Ruckelbewegungen der U-Bahn mitzubewegen, damit die Klebebildchen nicht runterfallen. Ja und auch das is schäbig.

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