Chronische Unzufriedenheit

Hanno (anonym) – 23. Jan, 09:57
Die Männer sind zu langweilig, die Tiere zu seltsam…
Bist du jemals mit irgendwas zufrieden?

Ich nehme den Kommentar meines lieben Karlsruher Exilanten als Anlass mal etwas intensiver über das Thema zu refferieren.

Ich bin wirklich geplagt von chronischer Unzufriedenheit. Meine Noten lassen dieses Semester zu Wünschen übrig, da ich irgendwie die Prioritäten von Beginn an etwas falsch gesetzt habe. Meine Brüste sind zu klein und keiner bezahlt mir eine OP und ich bin regelmäßig zu faul einfach mal vor die Tür zu gehn, wenn das Wetter passabel ist. Das macht mich unzufrieden. Aber das ist alles eher nichtig. Ich hab alle Klausuren bestanden, es gibt BHs mit Polstern und die Sonne scheint noch ein paar Jahre, also kann ich auch noch wann anders rausgehen.

Was mich wirklich unzufrieden macht ist die Tatsache, dass das Erwachsenenleben um sovieles kompliziertes ist als die Jahre zuvor, in denen man Sticker-tauschend und Freundschaftsbändchen-flechtend auf der Mauer der Grundschule in den Pausen gesessen hat. Man hat sich keine Gedanken darüber gemacht wie man im kommenden Monat seinen Kontostand im Plus hält ohne sich Geld leihen zu müssen. Auch war es recht egal, wenn dich der kleine Timo an den Haaren gezogen hat. Er hat dich nunmal an den Haaren gezogen. Heute stehen die Dinge etwas anderes. Der Kontostand tendiert grundsätzlich immer gegen Null und Timo heißt nicht mehr Timo sondern Mark, Tobias oder Stefan. Die ziehen auch nicht mehr an den Haaren, sondern wenn man Glück hat an was anderem und man weiß, dass er danach nicht lachend wegrennt und „Ätsch Bätsch“ sagt. Wenn das passiert, hat man was Grundsätzliches falschgemacht.

Natürlich ist das Erwachsenenleben facettenreicher, aufregender und gerade diese Komplexität macht es doch eigentlich interessanter als die Zeit auf der Grundschulmauer. Man weiß mehr und genau dieser riesige Wust an Erfahrungen bringt es leider mit sich, dass man der Welt mit sehr ernüchtertem Blick ins Gesicht schaut. Und da setzt die Unzufriedenheit ein. Man genießt nicht mehr, weil es einfach so ist und sich gut anfühlt. Man weiß einfach, dass es noch etwas Besseres geben muss und ist gedanklich schon wieder bei der Version 2.0 dessen was da gegenüber sitzt und plötzlich so uninteressantes Zeug vor sich hinstammelt. Die ständige Suche nach der optimierten Version von allem, obwohl man doch selbst nur eine Version 1.0 ist – genau das macht mich unzufrieden.

5 thoughts on “Chronische Unzufriedenheit

  1. Tim Fuchs (anonym)

    Hmm… an was ziehn die denn, wenn du Glück hast? Hast du einen Penis? Oder an einem Finger? Und was hat das mit Glück zu tun? Ich verstehs net…

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  2. kaerresta (anonym)

    das hab ich auch nicht verstanden…
    den Rest hingegen sehr gut, ach f*** verdammmte sch**** mann, wir sollten uns heut abend vielleicht wirklich richtig ordentlich zukippen!

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  3. diegosch (anonym)

    REPLY:
    jaaa hätten wir tun sollen. blöd dass nur ich und der ferdi es auch durchgezogen haben und keiner sonst da war…endstation herkules…

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  4. Lange + Weile (anonym)

    Jetzt ist ja aber immernoch nicht geklärt an was da gezogen wird…*grübel*

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  5. Die Gosch (anonym)

    REPLY:
    jaaaa es hat sprachlich gut gepasst. macht kein sinn. muss man immer alles hinterfragen…. *g*

    Anderer Vorschlag: Haareziehen ist dann meistens auch nicht mehr so cool.

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