Bloggerlust und Bloggerfrust

Ich bin recht unzufrieden mit der Situation, dass ich so selten blogge, obwohl es weiß Gott genug gäbe worüber es sich lohnen würde einen kleinen süffisanten Beitrag zu verfassen. Allerdings geht es mir gewaltig auf die Nerven, dass ich mir gewissermaßen eine Selbstzensur auferlege. Zum einen in dem wissen, dass die ganze Welt mitliest und zum anderen in dem Wissen, dass alles was ich schreibe eine Qualitätssichtung durchläuft. Sehe mich momentan unter dem Druck überall, immer, pausenlos und durch die Bank weg perfekt und ausgefeilt schreiben zu müssen. Ein süffisantes Sätzchen hier, ein geistreicher Gedanke da. Hier ein wenig schneller, dort ein wenig zynischer. Stressig. (und vor allem unmöglich)

Erinnere mich noch an die Anfänge dieses Blogs im vergangenen Sommer, als (vom Layout mal abgesehen – ich wünsche, ich hätte Screenshots gemacht) auch die Texte eher dürftig und frei von der Leber weg daher kamen, ohne die Ambition ein sprachliches Kunstwerke zu vollbringen und ohne das Wissen, dass sich irgendjemand dafür interessiert.

Mittlerweile interessieren sich aber doch recht viele für diese Anlaufstelle der Belanglosigkeiten. Fragte mich doch unlängst ein Kommilitone, ob er meinen Blog portraitieren dürfe (wofür eigentlich, Christian??). Nun ja, klar. Mit dem Preis, dass man noch mehr beäugt wird, und sich umso stärker gezwungen sieht hier irgendwas Sinnvolles draufzupacken. Aber verdammt, es passiert so wenig wirklich Relevantes! Nämlich genau das, was man vom Leben einer Studentin Anfang 20 erwartet. Arbeiten, gegen Pfunde kämpfen, essen, Bier trinken, seltsame/nette/lustige/auffallende Menschen treffen, schlafen. Zwischendurch noch fernsehen, lesen und Weinflaschen köpfen.

Aber genau das hat mir so großen Spaß gemacht. Gerade über diese kleinen, unscheinbaren Belanglosigkeiten etwas Nettes zu stricken. Freude macht mir das aber jetzt nicht mehr. Denn man hat plötzlich Themenvorstellungen hat. Achtet auf Aktualität, macht sich Gedanken darüber wie das bei anderen ankommt. Gerade für jemanden, der sich sowieso viel zu viele Gedanken darüber macht wie er auf andere wirkt, birgt das enormes Stresspotetial.

Kurz um: Ich blogge so selten, weil ich ungern beobachtet werde und aufgrund dessen glaube mit Texten gefallen zu müssen. Diese Gedanken behagen mir nicht.

Und ja ich weiß, dass das das große, weite, böse Internet ist und man damit rechnen muss. Also lass ich Kommentare, die in diese Richtung gehen, nicht gelten.

Nachtrag:
Seht ihr und jetzt denk ich schon wieder darüber nach, den Eintrag zu löschen. Ach, is doch alles nix. Scheiß allgegenwärtige Medien… sorry… aaarrgghh

7 thoughts on “Bloggerlust und Bloggerfrust

  1. Der böse Journalist (anonym)

    Für Ruhm und Ehre. 😉

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  2. Petey (anonym)

    …and do whatever you want… und immer schön durch die Hose atmen.

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  3. Pisaei

    REPLY:
    nein für welches Medium, du Eumel! Dass du das für Ruhm und Ehre und zu meiner Erquickung machst, ist mir klar 😉

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  4. Christian (anonym)

    Die Frankfurter Neue Presse. Auflage geschätzt: 150.000 😉

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  5. Claudi (anonym)

    mach dir nicht so einen stress meine liebe freundin 😉 weisst doch eigentlich dass du echt gut bist, in dem was du machst!

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  6. der Alex (anonym)

    … dass meinen Blog keiner liest! Tip: einfach anonym nen neuen aufmachen!

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  7. Anne (anonym)

    … ich versteh dich halt zu arg!
    Aber besser als wenn kein Hahn nach dir kräht 😉
    Tschakka und Gruß

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