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Früher war mehr Panceta

Ich dachte ja erst, es sei was passiert. Sack Reis umgefallen auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt? Alles ruhig in der Stadt, wie in Watte gepackt. Ach, ich komm ja gerade zurück aus Buenos Aires, eine der lautesten Städte der Welt. Das war früher schon so. Vieles andere jedoch hat sich seit meinem letzten Besuch vor 7 Jahren verändert.

10.000 Kilometer mit Llosa

Mario Vargas Llosa es nuevo orgullo para Latinoamérica

Mario Vargas Llosa ist Literturnobelpreisträger 2010. Den peruanische Schriftsteller und mich verbinden eine Sache. Ich habe eines seiner Bücher in einem Rucksack rund 10.000 Kilometer durch Südamerika getragen, ohne auch nur einmal reinzuschauen: „La Verdad de las Mentiras“ oder zu deutsch: „Die Wahrheit der Lügen“.

Meine argentinische Oma hat mit den 400-Seiten-Wälzer vor meiner Abreise aus Buenos Aires eingepackt – zum Spanisch üben. Doch während den endlos langen Busfahrten durch den halben Kontinent habe ich kurzweiliges von Marquez vorgezogen.

Llosa diskutiert in dem weitgereisten Buch in 25 Aufsätzen berühmte Romanen unseres Jahrhunderts: Hesses „Steppenwolf“, Huxleys „Brave New World“, Grass‘ „Blechtrommel“, Pasternaks „Dr. Schiwago“, um nur einige zu nennen.

Ich setz wirklich alles daran, mein Spanisch auf einem annehmbaren Niveau zu halten. Ob das jetzt schon für solch eine Lektüre reicht, weiß ich nicht. Werd’s rausfinden. ¡Buena suerte!

Bild: Globovisión bei Flickr

Die Engländer stellen Fragen…

Wollte a eigentlich mit der WM-Bloggerei erst zur Hauptrunde anfangen aber das muss sein weil a) Maradona b) der Blick! herrlich!

Danke an Ralf fürs drauf aufmerksam machen.

Buenos Aires – Isla Margarita… did it!

So, geschafft ! Von Buenos Aires nach Venezuela auf Isla Margarita in zwei Wochen. Zugegeben, hab nicht ganz meine Route eingehalten und einige Abkürzungen genommen.

Wer den Spaß auch mal machen will: Als kleines Servicestück hier meine Reise inklusive Busunternehmen Dauer und Preise (der Einfachheit halber in US$) aufgeschrieben:

Buenos Aires – Salta (20h)
Flecha Bus (70US$)

Salta – La Quaica (8h)
Andesmar (18US$)

Grenzübergang nach Bolivien: Mit dem Taxi zur Passkontrolle nach La Quaica. Vilazon liegt gleich daneben. Dort etwa 2 km bis zur Bahnstation laufen.

Vilazon – Uyuni (9h)
Tren Bolivia (22US$; gibts auch für 7US$, wenn man nicht erst morgens vor Abfahrt bucht).

Uyuni – La Paz (12h)
Omar (14US$)

La Paz – Puno (Perú) (6h)
Name vergessen, aber fahren alle für 10US$
Geht ein Shuttle direkt bis nach Copacabana an die Grenze. Dort einfach 300 Meter zu Fuß rüber. Im Idealfall wartet der Bus nach Puno schon dort.

Puno – Lima (22h wenn man nicht von streikenden Minenarbeitern aufgehalten wird…)
Cruz del Sur (72US$)
Gibts auch billiger mit Tepsa. Man muss nur erst mal nach Arequipa kommen und dort dann weiterbuchen.

Lima – Tumbes (20h)
Tepsa (32US$)

Grenzübergang nach Ecuador: Keiner der Taxifahrer sieht vertrauenswürdig aus aber irgendwie muss man die 12 km nach Aguas Verdes direkt an der Grenze kommen. Am besten nicht alleine rüber und nicht dumm anschwätzen lassen. Der Ort ist ein einziger großer Schwarzmarkt, wuslig und unübersichtlich. An der Passkontrolle nur abstempeln lassen. Kein Geld wechseln, kein Essen kaufen. Wieder rein ins Taxi und weiter. Und egal, was euer Taxifahrer sagt: Ihr müsst keine 90 Dollar Steuern bezahlen. Aber 20 Dollar, damit er Euch wieder aus dem Taxi lässt, sind okay.

Aguas Verdes – Quito (11h)
Transportes Occidentales (10US$)

Quito – Tulcán (6h)
Einer der vielen kleinen, bunten Busse fährt für etwa 6 US$ bis ganz in den Norden.

Grenzübergang nach Kolumbien: Mit dem Taxi bis nach Rumichaca (3,50US$), abstempeln, zu Fuß rüber, abermals abstempeln. Ein Collectivo, eine Art Sammeltaxi, bringt einen für unter einen Dollar nach Ipiales.

Ipiales – Bogotá (22h)
Bolivianos (Fronteras) (42US$)

Bogotá – Cucutá (17h)
Berlinas del Fonce (34US$)
Landschaftlich schönste Strecke! Nicht schlafen sondern aus dem Fenster gucken und OH! und AH! machen!

Grenzübergang nach Venezuela: Wenns geht, nicht nachts um drei und völlig verpennt in Cucutá ankommen und das erstbeste Taxi nach San Antonio de Tachira nehmen. In dem Kaff gibts nichts. Außer drei Hunden am Busterminal. Will man als Frau nicht unbedingt bleiben. Das Zentrum ist nicht viel einladender und der Zoll, bestehen auf zwei noch verpennteren Venezuelanern in Boxershorts, macht auch erst um halb sieben auf.

Und: Venezuelanische Geldautomaten mögen ausländische Kreditkarten nicht. Also entweder genug Geld in Kolumbien ziehen und in Venezuela wechseln oder, so wie ich, zwei Tage mit nichts in den Taschen darben und in Puerto La Cruz eine Bank finden, die einem Geld in bar gegen viel Stempelei und Unterschriften auszahlt (Mercantil, gleich hinter der Poliklinik).

San Antonio del Fonce – San Christobal (1h)
Den erstbesten Bus im Zentrum nehmen, egal welchen (1US$)

San Christobal – Puerto la Cruz (18h)
Expresos Marvina (18US$)

Perto la Cruz – Isla Margarita (4h)
Conferry (5,50US$)

Was man dabei haben sollte:
Klopapier Es gibt in keiner einzigen öffentlichen Toilette in Südamerika etwas zum Hintern abwischen. Und wenn, dann nur sparsam rationiert gegen Geld am Eingang.
Nackenkissen Spätestens nach der ersten Nacht ohne, weiß man warum.
– An Aspirin a day, keeps the Thrombose away. Altes chinesisches Sprichwort.
– Genügend Wasser
Kekse/Cracker und Obst. Gegen Hunger und Langeweile
Lange Hosen, Pullover, geschlossene Schuhe, was zum Zudecken. Egal wie warm und stickig es draußen ist, im Bus läuft die Klimaanlage und es is bös kalt. So kalt, dass Leute In Venezuela von vornherein Schal, Mütze und Handschuhe dabei haben, wenn sie einen Reisebus betreten.
mp3-Player Irgendwann ist die Grenze erreicht und man erträgt das ewige Latino-Salsa-Gedudel aus den Lautsprechern nicht mehr.

Uhr, Reiseführer und Handy werden überschätzt. Brauch man nicht. Und man kommt so besser mit Leuten ins Gespräch, wenn man dauernd fragen muss, wo man denn hinfährt und was es da so Interessantes zu sehen gibt.

Ob ichs noch mal machen würde? Auf keinen Fall! Aber gehört zu den Dingen, die man mal gemacht haben muss. Genau so wie in einer Nussschale den Atlantik zu überqueren. Das kommt dann als nächstes.

Mercado de Libros (Caballito)

Zum Abschied von Buenos Aires noch einen meiner Lieblingsorte: der Bücherflohmarkt am Parque Rivadavia. Nicht zuletzt, weil das gerade zwei Blocks von der Wohnung entfernt ist und man dort so wunderbar stöbern kann. Habe viele Stunden dort verbracht und mich durch verstaubte Bücher gewühlt.

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impacencia

Ich bin seit gestern nach drei Monaten Rumreisen wieder in Buenos Aires. Ich hab den Tag über Dinge für die lange Rückreise organisiert, rumtelefoniert, die Handwerker hier in der Wohnung mit Erfrischungsgetränken versorgt, mit der Verwandschaft gequatscht und erzählt, was alles so passiert ist. Ich bin seit gestern Abend nur am plappern. Auf Spanisch. Ich kann das jetzt. Sechs Monate im Land und es sprudelt.

Und gerade jetzt, jetzt wo ich endlich mit meinem Onkel und den Tanten vernünftige Unterhaltungen führen kann, jetzt fahr ich wieder nach Hause. Eigentlich ne Schande.

Aber ich vermiss Deutschland. So fad und langweilig es auch gerade sein mag. (Von Kachelmann mal abgesehn.) Ich vermiss die kleinen Dinge, wie morgens Zeitung lesen und verstehen was im Land passiert. Ich vermiss Unterhaltungen bei nem kühlen Bier mit Menschen, die ich wirklich kenne – meinen Freunden. Ich kann daheim Witze reißen, ohne vorher um Geduld zu bitten bis ich den Satz richtig zusammenkrieg, damit es auch halbwegs lustig ist.

Nicht falsch verstehen: Das ist kein Heimweh. Ich würd sofort hierbleiben, wenn mir die Welt hier so nahe wär wie meine Welt in Deutschland. Aber das dauert Jahre. Und so lange warten will ich nicht. Dafür bin ich zu ungeduldig.

Despedida!

Man soll gehen, wenns am schönsten ist… oder man die Schnauze voll hat. Bei mir ist es ein bisschen von beidem. Dpoch ich bin schon wieder zu lang hier und es kribbelt in den Füßen. Ich muss weiter. Und zum Abschied gibts ein Bild, das für mich typisch Mendoza ist.

Gerade beim Abschied merk ich, wie viel Spaß Mendoza doch gemacht hat: der Unterricht bei Intercultural, das Kellnern in Faro. Ich hab zwar von der Vendimia, dem traditionellen Weinfest Anfang März, außer einem schnellen Blick von verschmierten Tellern Richtung Feuerwerk links und Umzug rechts nichts mitbekommen; mich trotz Weingegend nur ein einziges Mal mit Kollegen betrunken; hab die meiste Zeit zwischen arbeiten und unterrichten in der Horizontalen und schlafend verbracht;  hab das Erdbeben Ende Februar NICHT gespürt; hab neben einigen guten auch schlechte Zeitgenossen getroffen (andere Geschichte). Und doch… ich werds vermissen.

Morgen früh um halb zehn geht der Bus nach Chile, Visa erneuern; Valparaíso, Viña del Mar und Santiago innerhalb von vier Tagen anschauen und der weitere Plan sieht dann so aus:

Reiseroute Südamerika

Aus der Argentinienreise ist ein Trip durch ganz Südamerika im Zeitraffer geworden.

Anfang nächster Woche mit Sack und Pack nach Buenos Aires, das wichtigste per Post nach Hause schicken, Familie verabschieden und zum letzten Mal was richtiges Essen. Dann gehts nämlich auf die offiziell längste Busreise der Welt bis hoch nach Venezuela. Das heißt: zwei Wochen in mindestens zehn verschiedenen Bussen durch die Pampa, auf der „Ruta de los muertos“ über die Anden und hoffen, keine Abhänge hinunterzustürzen.

Sollte ich heil in Venezuela ankommen, faulenz ich etwa fünf Tage auf Isla Margartia im Hostel eines Kumpels und dann gehts am 20. April per Flieger auf die Antillen und von San Martin aus auf einer 11-Meter-Nusschale über den Atlantik Richtung Heimat. Dass ich keinerlei Segelerfahrung hab und gleich beim ersten Versuch sechs Wochen über einen Ozean schippern will, ist überraschenderweise noch gar nicht so beunruhigend. Kommt aber noch.

Ich werd vorraussichtlich Anfang bis Mitte Juni an der Nordseeküste von Board gehen und dann dürften sich so einige in Hamburg auf einen Besuch gefasst machen. Man darf also schon mal das Astra kalt stellen.

8 semanas en „Faro“

So, gekellnert wär auch.

Es wurde viel rumgeschrien, suspendiert und gekündigt. Mein 26-jähriger Chef „La cara“-Julio  (ja ganz genau, wie „The face“ aus dem A-Team) hat sechs Kellner in der Zeit rausgeschmissen. Ich war mit meinen vollen zwei Monaten so etwas wie eine Konstante in dem Laden. Mein Glück, dass ich Englisch und Deutsch spreche, sonst wär ich sicher auch geflogen.

Wenn man Essen beim Koch („No Hay!“-Jaime) bestellt hat, bekam man erst ein „Was willst du?!“, dann ein „Gibt’s nicht“ und dann ein „Immer der selbe Scheiß. Sieh zu, dass du wegkommst!“. Die Pizza war meistens kalt, der Wein zu warm und im Keller tanzen die Kakerlaken Samba auf dem Bife de Lomo.

Der eine Kollege war an meinem letzten Arbeitstag voll wie ein Schuh, hat dankenswerterweise auch während der Schicht heimlich weitergesoffen und abwechselnd Kollegen umarmt und zur Sau gemacht.

Und trotzdem oder gerade deswegen waren die letzten acht Wochen ein Heidenspaß.

Nach insgesamt knapp 400 Stunden in „Faro“ bleiben:
– 1300 angehäufte argentinische Peso
– 1000 chilenische Peso Trinkgeld
– 2 US-Dollar Trinkgeld
– 1 Paar völlig kaputte und ausgelatsche Schuhe inklusive Loch in der Sohle
– 1 selbsterstandenes und ziemlich nützliches Kellnermesser
– 4 blaue Flecke
– 1 verdrehtes Knie
– 5 Mal für eine Ukrainerin gehalten worden (nach dem 3. Mal aufgegeben, die Familiengeschichte zu erläutern)
– 7 E-Mail-Adressen von Deutschen Gästen, die ich sicher mal zu Hause wiedersehen werde
– 20 Fotos (es wären mehr, wenn die Kamera nicht so mies wär und mehr Kollegen zum fotografieren dagewesen wären)
– die Erkenntnis, dass ich gar nicht so eine miese Kellnerin bin. Jedenfalls besser als vor fünf Jahren. Eine Karriere wirds
dennoch nicht werden.

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chisme mendozino

Das ist offiziell die niederträchtigste Geschichte, die ich jemals gehört habe.

Da ist dieser Mann. Verheiratet, Vater einer 6-jährigen Tochter. Er ist der Chauffeur eines der reichsten Männer Mendozas. Seinem Chef gehören so gut wie alle Gewürzgeschäfte in der Stadt und in gewissermaßen gehört ihm auch dessen Frau.

Die hat nämlich schon seit Jahren ein Verhältnis mit dem reichen Boss und ist Mutter seiner einjährigen Zwillinge. Der Mann weiß das. Ganz Mendoza weiß das. Scheiden lassen will er sich aber nicht. Er liebt seine Frau trotz allem. Kündigen kann er nicht. Er braucht den Job, um sich und seine Tochter zu ernähren.

Seine Frau liebt ihn schon lange nicht mehr. Überhaupt liebt sie niemanden. Auch nicht den reichen Geschäftsmann. Mit ihm ist sie nur zusammen, weil er eine Menge Kohle hat. Ihre Kinder vernachlässigt sie, was diese mit Essen kompensieren. Weswegen der eine Zwilling auch unfassbar fett ist, dafür dass er erst ein gutes Jahr an Lebenszeit verbucht.

Verletzte Gefühle sucht man vergebens. Der Boss schert sich nämlich um seine Meträsse auch herzlich wenig. Sie gibt zwar eine passable Mutter für die Kinder ab aber heiraten würde er sie nie. Er vergnügt sich lieber ab und an mit 19-jährigen Mädels und zukünftigen Weinköniginnen und reist mit ihnen ins schöne Nachbarland Chile. Da hat er nämlich ein Ferienhaus direkt am Meer.

Nichtsdestotrotz will die kleine Familie zusammen in den Urlaub fahren. Der Boss, seine Freundin und die Zwillinge. Allerdings entspannt sichs mit Kindern im Schlepptau nicht so gut. Was liegt also näher, als den Chauffeur (zur Erinnerung: Der Noch-Ehemann seiner Freundin) zu fragen, ob er sie nicht durch Argentinien kutschieren will und während dem Urlaub auf die Bastard-Kinder seiner Frau und seines Chefs aufpassen kann?

Wann genau der arme Hund von Ehemann Amok laufen wird, kann ich nicht sagen. Dürfte aber nicht mehr so lange dauern.

barrera lingüística

Da ist dieser Kollege. Und ja, ich weiß, dass man über die Arbeit nicht bloggt. Aber das ist Kellnern in einer Tourifalle in Mendoza. Eine Karriere und Bindung fürs Leben versau ich mir damit nicht.

Also: Da ist dieser Kollege. Trudelt als letzter zur Schicht ein und geht dafür als erster. Hütet sich davor, Arbeiten zu verrichten, die primär erstmal nichts mit Geld verdienen zutun haben. So was wie Bestecke polieren oder Obstsalat schnibbeln. Kurzum: Er kommt nur, um an seinen fünf bis sieben Tischen zu verkaufen. Erwarten braucht man von ihm nichts. Da wir auf Kommission arbeiten, ist Verkaufen ein wesentlicher Punkt der Arbeit. Wer kein Geld reinbringt, bekommt auch keins am Ende des Abends. Ist also okay, so viel Geld wie möglich machen zu wollen. Teamgeist wäre aber trotzdem schön.

Wehe, wenn man zum Beispiel einen der eigenen Tische ein wenig in Richtung seiner Sektion schiebt, weil man seinen Gästen nicht auf Dauer zumuten will, von dreckigen Tauben zugeschissen zu werden, die im Baum darüber sitzen. Dann wird beim Chef gepetzt und rumgemosert bis man den Tisch geknickt wieder an den alten Platz schiebt. Bisschen Vogelschiss auf der Pizza, halb so wild. „Dreck git Speck“, wie man in Südhessen sagt.

Oder gestern Abend ist er in den Keller zur Kühlbox, holt zwei (!) Eiswürfel für die Cola, die er an Tisch 5.2 tragen sollte. Statt einfach eine Tüte Eis für alle mitzunehmen, stiefelt er seelenruhig mit seinem Glas und seinen zwei Eiswürfeln wieder hoch.

Und ja, mir ist der Kragen geplatzt. Und ja, ich habe zum ersten Mal rumgeschrien. Weil das nur ein kleines Beispiel für Arschigkeit am Arbeitsplatz ist und weil ich nicht die einzige bin, der es auf den Sack geht, wie sich der Mensch verhält.

Das einzige, was zurück kam, war Gelächter. Er hat sich über mich lustig gemacht, weil ich mich auf Spanisch nicht gut genug ausdrücken kann, um jemanden gepflegt rund zu machen. Mich hat ein 36-Jähriger ausgelacht, der sein Leben nichts anderes mehr machen wird, als Essen von einem Schacht in einer Restaurantküche an hungrige, unfreundliche Mäuler zu tragen; der nicht weiß, was es heißt, nicht die richtigen Worte finden zu können, weil er nie versucht hat, eine andere Sprache zu lernen. Er hat mich ausgelacht, weil ich den Mut habe, mir in einer Sprache Gehör zu verschaffen, die ich erst seit fünf Monaten lerne.

Ich arbeite nicht nur, um Geld zu verdienen. Ich seh’ die 40 Stunden am Wochenende auch als Chance, mein Spanisch aufzubessern. Tägliche Übung in Alltagssituationen. Und ich will verdammt noch mal nicht ausgelacht werden, wenn es ab und an holpert!!

Das ist frustrierend. Das tut weh. Weil es mir zeigt, dass ich zwar hier bin aber nicht hier her gehöre.