So weit ist es gekommen

Es ist warm, es ist sonnig. Was tut man also an einem Samstagnachmittag wie geschaffen fürs Faulenzen und Nichtstun?

Genau, man schnappt sich Kamera und Stativ und dreht Atmos für den Magazinbeitrag, den man nächste Woche für das Videoseminar braucht. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Man ist nämlich an der frischen Luft und trifft Menschen. Unter anderem auch Seltsame.

16 Uhr in der Darmstädter Orangerie. Sieben bis neun Jugendliche zwischen 14 und 16 liegen auf der Wiese und fragen, nachdem man die Kamera aufgebaut hat, ob sie mit aufs Bild dürfen. Klar, je mehr Menschen faul im Park liegen, desto besser für die Story. Also Kinderchen vor der Linse drapiert und ab gehts.

Dialog im Anschluss:

Junge mit Flaum auf der Oberlippe: „Für was isn das eigentlich?“

Ich: „Wird ein Film für die Hochschule.“

Junge mit Flaum auf der Oberlippe zu Jungen mit Pickel an der Schläfe: „Cool. Ey wir sind dann eigentlich auch Studenten jetzt. Ey endlich im StudiVZ anmelden!!“

So weit ist es gekommen…

Playing God

Eine Freund sagte unlängst, dass es schon merkwürdig ist, wie groß doch der eigene Einfluss auf das Leben anderer Menschen sein kann, ohne dass man sehr viel dafür tut. Würde ich an Gott glauben, wäre das wohl die treffendste Definition für ihn: Ein Typ, der eigentlich recht teilnahmslos ist und dann zufällig etwas tut, das große Spuren hinterlässt.So trug es sich zu, dass besagter Freund mich darauf hinwies, dass ich doch mal bitte auf meine Freundesliste im StudiVZ schauen möge. Er fragte mich, ob mir nichts auffiele bei zwei meiner Kontakte.Naja, ich bin blind, chronisch unausgeschlafen und unaufmerksam, also hab ich nicht gesehn, dass eine Freundin und Kommilitonin von mir der Welt mitteilt, dass sie eine Wohnung sucht. Und der andere suchte nach einer Mitbewohnerin. Und so kam eines zum anderen und jetzt wohnen zwei Menschen zusammen in einer WG von denen man nie gedacht hätte, dass sie irgendwann mal miteinander zutun haben würden.Schon schön wie man Leben in Bahnen lenken kann. Wird man ganz melancholisch und das Allmachtsgefühl wächst weiter. Irgendwann werd ich Chef von Google. Und dann häng ich mich auf …mit 38. Oder so.