Angekommen

Urlaub zu Hause – das klingt nach Balkonien und Terrassien, nach weg gewollt aber nicht gekonnt. Doch was, wenn die Heimat das Paradies ist? Dann darf man doch auch als Weltreisende einfach mal daheimbleiben wollen. Eine Hommage.

Vorfreude!

Schon eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Peperonis am Strauch. Jetzt müssen die nur noch rot werden und dann gibt’s Zunder!

Protokoll eines Feierabends

Freitagabend 17:00, Darmstadt, Wetter: heiter bis wolkig

Jetzt mal rausholen und blasen
Boah ist der groß!!
Ich mag ja lieber viele Kleine…
Ok, Rauch Reinpusten geht da schlecht.
Mann, mein ganzes Shirt ist feucht!
Ja, mir klebt das ganze Gesicht.
Woah schmeckt schon scheiße…
Irgendwie glaub ich, dass wir Leute belästigen?!
Ah was, die schauen gern zu!
Guck ma, geht ja voll weit!
Uhhh schau mal, der Nippel fällt runter!
Da is noch einer!
Wuuh Mann, das machen wir jetzt seit 6 Stunden!
Zu Hause erst mal das Gesicht waschen…

Seifenblasen pusten in der Fußgängerzone mit dem Allgäuer macht schon sehr Spaß. 😀 Und jetzt Burger. Fleisch.

Regen

Im November 2007 war so ein Wetter wie heute: 25 Grad, vielleicht ein bisschen wärmer und es hat in Ströhmen geregnet. So sehr, dass man irgendwann nicht mehr unterscheiden konnte, wo der Bürgersteig aufhört und der Asphalt anfängt. Und die Bürgersteige in Buenos Aires sind verdammt hoch.

Das Wasser ströhmte als ein einziger brauner Sturzbach durch die Straßen. Die Reifen der gelb-schwarzen Taxis waren kaum mehr zu sehen. Irgendwann waren unsere Schuhe durchgeweicht und uns blieb nur, barfuß durch die Stadt zu laufen. Irgendwann haben wir auch das aufgeben und uns zu den anderen Leuten in einen Hauseingang zu einem Kiosk gestellt.

Alle redeten. Über das Wetter, das hier am Rio de la Plata um diese Jahreszeit immer so ist. Über das, was sie jetzt eigentlich erledigen müssten und darüber, dass es doch egal ist. Ich habe nicht viel von den Gesprächen verstanden. Mein Großvater hat für mich Bruchstücke übersetzt. Was ich aber auch ohne Hilfe verstand, war, dass keiner wirklich gestresst war. Es regnet. Ist halt so.

Ich war in den vergangenen 24 jahren vielleicht fünf oder sechs mal in dieser Stadt, immer nur für kurze Zeit. An diesen Tag erinnere ich mich besonders gerne zurück. Jedes mal, wenn es im Sommer in Deutschland regnet, wenn der Himmel grau ist und die Luft stickig, bekomme ich unglaubliches Fernweh. Ich habe dann richtige körperliche Schmerzen, einen flauen Magen und einen Kloß im Hals. Mir kommen sogar die Tränen.

Fernweh fühlt sich anders an. Das ist Heimweh. Noch 75 Tage.

sommerkater

warum hängen besäufnis und kater immer zusammen und folgen einander unmittelbar? ich bin eher dafür, dass man sich ausschließlich im sommer besäuft und dafür dann den kompletten winter über leiden muss.

denn: im sommer säufts sich viel schöner. man läuft in der lauen abensbrise nebst lustiger gesellschaft durch saftige weiden zur abgeranzten kneipe, trinkt sinnlos alles was da ist und findet dann im mondschein doch irgendwie den weg nach hause – erinnert sich nur nicht mehr daran.

kater im sommer ist allerdings eher doof. den ganzen tag siecht man bei blauem himmel und 30 grad vor sich hin und scheitert beim versuch treppenstufen zu nehmen. hinlegen geht aber nicht. schon gar nicht drinnen. draußen scheint ja die sonne! wer weiß wie viel sonnen tage man vor seinem tod noch erleben darf? also setzt man sich mit nebst kater mit einem solchen aus der hölle in den garten, verflucht die welt und holt sich einen hitzschlag.

im winter hingegen könnte man sich von der umwelt getrost den hintern küssen lassen und einfach 3 tage durchschlafen.

Wetter-Kapriolen

Ich hoff ja, dass Regen, Hagel und Graupelschauer bei Windstärke 5 im Wechsel mit strahlendem Sonnenschein – alles innerhalb von drei Minuten – schon in die Kategorie Aprilwetter fällt. Falls ja, wirds in genau zwei Wochen god damn hot und ich kann endlich wieder nackt über die Wiese springen. Yibbie!

Cruisin‘ together

Dieburg um 08:27 auf dem Parkplatz der FH, hinten links: Es regnet Schnee bei warmen 2 Grad, damit auch ja nichts liegen bleibt. In drei Minuten beginnt die Vorlesung und man kann sich einfach nicht aufraffen, endlich das Auto zu verlassen. Vorallem nicht, wenn das im Radio läuft:

In der heutigen Blattkritik zum Dummy-Magazin über „Schwarze“ haben sich die Referenten darüber aufgeregt, dass die Herausgeber einen Artikel zu schwarzer Soul-Musik mit einem Mix-Tape, auf dem „Fick-Soul“ steht, illustriert haben. Ich finde das überhaupt nicht schlimm. Was will man denn sonst zu Musik á la Smokey Robinson und Co. machen? Und gerade zu „Cruisin‘ together“… etwa autofahren? Viel zu schnell. Maximal 3 km/h. Mehr geht nicht.

Ich hoff das ist das Original-Video. Zu Gut. …woruf wollte ich eigentlich hinaus? Achja… will noch jemand Sommer?

Blaupause

Es stimmt was Konstantin Wecker über München sagt: „Tiefblau ist der Himmel nur in München. Über der Ludwigstraße.“ Davon weiß ich nichts. Ich kann nur sagen, dass der Himmel über der Sendlinger Straße verdammt nochmal richtig arg blau ist… soweit ich das hier aus dem Bürofenster beurteilen kann.

Sonniger Spätsommer macht immer ein bisschen wehmütig. Wie kann es denn sein, dass die letzten drei Monate einfach so an mir vorbeigezogen sind? Wieder hab ich die heißen Monate irgendwie verpasst. Statt grillen am See, googeln in Raum 102. Statt Eis und Groschenroman, Nudelsuppen und heute Journal.

Und dann ist es plötzlich kurz vor Winter, die Blätter sind nicht mehr ganz so grün und trotzdem lacht einem die Sonne immernoch dreckig ins Gesicht: „Tja haste mich verpasst. Loser. Arbeite du mal schön weiter. Ich schein hier noch die nächsten drei Wochen bis du wieder zu Hause bist im Wald – bei Wind und Regen.“

Aber seltsamerweise freu ich mich darauf. Ich freu mich auf bunte Blätter, auf absolute Stille im Wald, auf eine kalte Nase, auf Schals und Stulpen. Äh ne, doch nicht. Stulpen sind so ein Pferdemädchen-Equipment. Aber auf Handschuhe freu ich mich.

Zusammengefasst: Ich werde den halben Winter (also jede freie Zeit, die ich nicht in der FH, auf der Arbeit und im Bett verbringe) draußen sein. Dafür werde ich mir von irgendwem, der selbst zu faul oder verhindert ist, den Hund ausleihen und mit ihm Gassi gehen. Oder noch besser: Ich hol mir wieder einen kleinen, flauschigen Welpen, der innerhalb von acht Monaten zu einem riesen Vieh ranwächst und mir die Haare vom Kopf frisst – wie damals vor zwölf Jahren. Dann ist zwar mein ganzes hart-verdientes Geld wieder weg, aber ich hab immerhin jemanden zum Spielen.

Landkind

Das einzige Privileg, das man als Landkind hat, ist, dass man auch mit knapp Mitte 20 völlig vorurteilsfrei und ungestört im Matsch spielen darf. Das verbucht man dann unter „Gartenarbeit“ und schon wundert sich keiner mehr, warum man an einem sonnig Freitagnachmittag in uralten Jeans, halbkaputten Dunlops und dreckbeschmierter Kaputzen-Jacke mitten im Blumenbeet kniet und Unkraut jätet.

Danach gibts Bier und SZ unter freiem Himmel. Hach Sommer…
 
Und Matschschuhe ist das einzige Wort mit zweimal „sch“ hintereinander… vermute ich mal.
 

Heute regnets.

Alles, was glücklich macht (willkürliche Reihenfolge)

SchokoladeGewitter im Sommerauf der Wasseroberfläche treibenSushi erst machen, dann essenKüssen (nur Menschen mit Talent dazu)To-do-Listen abhakenGrillen mit FreundenBier trinken mit Freundenein Buch lesen, das man nicht mehr aus der Hand legen kannin der Sonne bratenFingernägel lackierenSachen sortieren und abhefteneine neue Lieblingsband entdeckennachts im Schwimmbad einbrechen und nackt vom 3er springen500 Gramm weniger auf der Waagewenns einfach läuftSelbstportraits knipsen und NOCH schöner photoshoppenFüße hochlegen und nichts tunScrubs schaunWenn ein Text von einer höheren Instanz als „ziemlich gelungen“ gewürdigt wirderst erzählen lassen und dann „boah, hab grad garnicht zugehört“ sageneinen neuen Eintrag im Lebenslauf hinzufügengood-hair-day“Mh echt gut, was du gekocht hast!“Postkarten bekommenAbends draußen sitzender erste Bissen eines perfekten DönersSommerklugscheißenperfekte Schuhe finden und kaufenBeischlaf (mit Menschen, die man mag)sich einen richtigen Kugelschreiber leisten (nicht immer diese gratis Pharma-Werbe-Kulis)einen Samstag lang die komplette Zeit darauf zu verwenden, die SZ von vorne bis hinten zu lesenDiese ganzen Dinge machen mich schon ziemlich glücklich. Doch die Summe daraus übersteigt nicht dieses unbändige Glücksgefühl, in dem Wissen zu sein, dass ich nie mehr – NIE MEHR – auch nur ein beschissenes Nummernschild in meinem Leben abtippen werde. Denn: Ich bin fertig. Wuuuhuuuuu! :))Und darauf ein nicht vorhandenes Bier. Prost!