Ein grauer Tag

Kaum geschlafen. Mies geträumt. Milch ist leer. Ipod zu Hause liegen gelassen. Wenigsten Zeitung dabei. Im Zug natürlich Bekannten getroffen. Doch nix mit Lesen. Frankfurt, Regen 5°C. Keine Pfütze auf der Zeil ausgelassen. Schuhe durchgeweicht. (Fast) wahllos Männer angequatscht. Gottseidank von einigen Antwort bekommen. Unattraktiver Mann gibt mir seine Nummer. Warum denn nur?! Aus Recherchegründen mit Kollegin im Sexshop gewesen. Auslage lässt eigenes Sexleben sehr fad aussehen. Fachsimpeln mit Besitzerin über Corsagen für „möllige Mädels“. Mittagspause. Bestelle vegetarischen Lamacun ohne Zwiebel. Bekomme einen mit Zwiebeln. Keine Kaugummis dabei. Umfrage danach läuft merklich schlechter. Gurt der Lieblings-Umhängetasche reißt. Lässt auch keine Pfütze aus. In der Tasche ist Nagellack ausgelaufen. Warum hab ich den überhaupt dabei? Zurück zur Redaktion. Netzwerk ist down. Arbeiten ist nicht möglich. Also dann doch ne Stunde früher Feierabend. Yibbie. Endlich Zeitung lesen im Zug. Treffe natürlich wieder jemanden. Fragt, warum es so nach Lösungsmittel riecht. Gnah! Zu Hause Entspannungs-Wein aufgemacht. Korkt. Hmpf.

Is this real life?
– Yeah!

falsch geshuffelt*

Man sollte niemals schon am Nachmittag vorher den iPod mit Musik füllen, die man erst am nächsten Tag auf dem Weg zur Arbeit hören will. Man kann nämlich nie wissen, wie man am nächsten Tag gelaunt sein wird.

So kann es vorkommen, dass dann stundenlang Beck oder die Kooks in den Ohren dudelt, während man einfach nur Lust verspürt, jedem Mann, der den Mindestabstand von 50 Zentimeter in der Tram unterschreitet, langsam und lächelnd die Eier abzureißen und sie ihm in die Jackenstasche zu stecken.

Macht man natürlich nicht. Stattdessen drückt man verzweifelt auf dem Shuffle rum und sucht ein Lied, von dem man nicht kotzen muss, sobald auch nur ein Hauch von „Happy happy joy joy“-Stimmung aufkommt. Irgendwo muss doch etwas sein, das einem das Trommelfell so wegpustet, dass man zumindest für einen Moment voll und ganz in seiner schier endlosen Aggression aufgehen kann.

Und stattdessen?

„Coffee and TV“ von Blur  – entspannender gehts nicht. Das Leben gönnt einem auch wirklich gar nichts


*ernsthaft keine Ahnung wie man das schreibt

Same procedure as every day…

Das sagt eigentlich alles über meine momentane Stimmung: die Summe diverser mieser Begebenheiten. Wohl bekomms.Bild zeigt eine Installation in der Bernstorffstraße in Hamburg. Text dazu: „Same procedure as last year, Miss… ?“

Schon wieder… o_O

Wie auch schon im vergangenen Jahr ist es mal wieder an der Zeit für die obligatorische Abneigungsbekundung bezüglich Karnevalfestivitäten jeglicher Art:ICH MAG ES NICHT!!! Nein, Verzeihung. ICH HASSE ES!!Jedes Jahr besuche ich perfekt verkleidet als miesgelaunter, übermüdeter Querulant das traugie Tal der schlechten Reime und albernen Kostüme. Das Fegefeuer der Peinlichkeiten, in dem Männer in Schweinekostümen Polka tanzen und alte Frauen in Putzfrauenkluft und mit Transvestiten-Make-Up im breitesten Dialekt Witze über ihr trauriges Leben reißen. Genau so stelle ich mir den Himmel vor. Übetreieben gut gelaunte Menschen soweit das Auge reicht und 11 total besoffene Männer (Apostel?! Also ohne Judas… der macht sowas nicht mit), die debil grinsend dem Wahnsinn keinerlei Einhalt gebieten, ihn sogar noch vorantreiben. Wie gut, dass ich da nie hin muss.Und ja, die Frage ist durchaus berechtigt, warum ich mir das antue, wenn ich Fasching doch garnicht leiden kann.Nun ich bin masochistisch veranlagt und verspüre die reinste Wonne, stundenlang mit Luftschlangen umgarnt zu werden und dabei meinen Kopf rhythmisch zum Takt des Entenmarsches auf die Bierzeltgarnitur zu schlagen.Man nennt es arbeiten…