10.000 Kilometer mit Llosa

Mario Vargas Llosa es nuevo orgullo para Latinoamérica

Mario Vargas Llosa ist Literturnobelpreisträger 2010. Den peruanische Schriftsteller und mich verbinden eine Sache. Ich habe eines seiner Bücher in einem Rucksack rund 10.000 Kilometer durch Südamerika getragen, ohne auch nur einmal reinzuschauen: „La Verdad de las Mentiras“ oder zu deutsch: „Die Wahrheit der Lügen“.

Meine argentinische Oma hat mit den 400-Seiten-Wälzer vor meiner Abreise aus Buenos Aires eingepackt – zum Spanisch üben. Doch während den endlos langen Busfahrten durch den halben Kontinent habe ich kurzweiliges von Marquez vorgezogen.

Llosa diskutiert in dem weitgereisten Buch in 25 Aufsätzen berühmte Romanen unseres Jahrhunderts: Hesses „Steppenwolf“, Huxleys „Brave New World“, Grass‘ „Blechtrommel“, Pasternaks „Dr. Schiwago“, um nur einige zu nennen.

Ich setz wirklich alles daran, mein Spanisch auf einem annehmbaren Niveau zu halten. Ob das jetzt schon für solch eine Lektüre reicht, weiß ich nicht. Werd’s rausfinden. ¡Buena suerte!

Bild: Globovisión bei Flickr

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Das Diplom ist (fast) gegessen ist und ich darf endlich wieder lesen. Also richtige Bücher, nicht nur Fachzeug und Zeitungen. Habe in den vergangenen Tagen ein bisschen Recherche betrieben. Das sind die Favouriten bisher:

Steve Tesich – Abspann
Wolfgang Kohlhase – Silvester mit Balsac
Alexander Osang – Die Nachrichten
Chandler Brossad – Wacht auf, wir sind gleich da
Paul Auster – Die Brooklyn Revue
Robert Schopflocher – Fernes Beben
Truman Capote – Sommerdiebe
Roger Willemsen – Der Knacks
John Irving – Bis ich dich finde
Guillermo Martinez – Roderers Eröffnung
Katz&Goldt – Wenn Adoptierte den Tod ins Haus bringen
Max Goldt – Ein Leben auf der Flucht vor der Koralle: Schließ einfach die Augen und stell Dir vor, ich wäre Heinz Kluncker
Ian McEwan – Saturday
Ian McEwan – Am Strand
Tim Binding – Cliffhnger
Rocko Schamoni – Sternstunden der Bedeutungslosigkeit
Daniel Kehlmann – Ruhm
Nick Hornby – A long way down
Martin Suter – Der letzte Weynfeld
Martin Suter – Der Teufel von Mailand
Joseph Heller – Gut wie Gold
Massimo Carlotto – Arivederci, amore, ciao
Silvia Bovenshen – Verschwunden

Und das wurde gerade mit dem Amazon-Gutschein (Geburtstagsgeschenk der lieben Kollegen) gekauft:

Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des Windes
Max Frisch – Mein Name sei Gantenbein
Ian McEwan – der Trost vom Fremden

Für weitere Lesetipps bin ich wie immer offen.

Do not disturb!!! (Ganz bewusst ohne „please“)

Ich hasse es, wenn man mich im Zug nicht in Ruhe lesen lässt. Ich hasse es wirklich. Da sitze ich schon möglichst seperat, baue auf dem Platz neben mir mittels Tasche, und Jacke ein Schutzschild gegen potentielle Banknachbarn auf und trotzdem fühlen sich manche Menschen eingeladen, sich neben mich zu setzen. Auch wenn das Abteil halb leer ist!!!Normalerweise schlage ich dann übertrieben heftig meine Zeitschrift/Zeitung zu, klemme sie mit einer theatralischen Geste zwischen Oberschenkel und Sitz und räume betont langsam meinen Kram beiseite. Der Störenfried bekommt ein mattes Lächeln bevor ich meine Lektüre ruckartig wieder aufschlage und besonders laut umblättere. Ein divenhaftes Seufzen kombiniert mit einem Kopfschütteln rundet dann in der Regel die Vorstellung ab.Sofern der Eindringling nicht unbedingt kommunikativ sein will und anfängt zu reden. Mit mir. Weiß der Teufel warum. Normalerweise antworte ich knapp mit „Aaahja…“ oder „Aha, ja so ist das…“, den Blick immer schön auf die Seiten gerichtet. Das funktioniert auch ganz gut. Nach ein paar Minuten fällt dann auch dem letzten Idioten auf, dass ich absolut kein Interesse an Unterhaltungen über das Wetter oder die Zugverbindung nach Frankfurt habe. Weil: am Wetter kann man sowieso nichts ändern und solang ich in Frankfurt ankomme, ist mir auch ziemlich egal seit wann das Bahn-Unternehmen schon die Strecke genau so abfährt wie sie sie abfährt.Das klappt eigentlich immer. Außer bei einer bestimmten Art von Mitmensch: Sie ist weiblich, zwischen 68 und 120, geht am Stock und trägt einen Hut, um die Seniorendauerwelle vor Wind und Wetter zu schützen. Wenn alte Damen mühsam angewackselt kommen und so nett lächeln, kann man einfach nicht anders, als auch nett zu sein. Das ist wie mit kleinen Kindern. Wenn die lachen, muss man ja auch lachen. Mit denen fängt man auch zwangsläufig an zu spielen, wenn sie sich neben einen setzen. Nun, ich hab mit der alten Frau nicht Ringelrei getanzt. Aber ich bin zumindest schon mal nicht ausgeflippt als sie „Ahje, schneit ja draußen!“ gesagt hat. Stattdessen habe ich brav meinen Spiegel beiseite gelegt und „Jaaaa, wird mal Zeit, dass es Frühling wird. Blüht ja schon alles.“ geantwortet. Dann erzählte sie mir völlig ohne thematische Überleitung von ihrer Schwiegertochter, die an Brustkrebs leidet. Das traf mich dann doch recht unvorbereitet. Der Spiegel wanderte in die Tasche, Köhler und Konsorten können warten. Noch 20 Minuten bis Frankfurt/Main Hauptbahnhof.

Des Lesens überdrüssig

In den vergangenen Tagen haben SIE und ER damit geprahlt, was sie zur Zeit alles Mögliche gleichzeitig lesen. Kann leider nicht von mir behaupten, zig Bücher gleichzeitig in meinen Kopf zu pressen, da ich die eigenartige Angewohnheit habe, Bücher einzeln und nacheinander zu lesen. Allerdings kann ich mich damit brüsten, unglaublich viel gleichzeitig nicht zu lesen.

Diese Aufnahme stammt von dem Miniaturstuhl, der hier in der WG neben dem Klo steht:

zeitschriften

wir zählen
3 GEO
3 Stern
1 Neon (fast ausgelesen, muss man zugeben)
2 Brigitte
1 Gesund Leben
1 Stern View
9 Spiegel
2 Kultur-Spiegel
1 Visions
1 Nabu-Magazin

alles so gut wie nicht angerüht…

Bis auf die ungelesenen Spiegel-Exemplare tut das alles nicht so sehr weh. Kost ja nix. Möchte aber an dieser Stelle nochmal bei den Lesern anfragen, wer mein Spiegel-Abo erben möchte. Werde die Drückerkolonne nicht mehr los und sie erlauben mir nicht, den Zwei-Jahres-Vertrag zu kündigen. Kein Scherz. Kostet auch nur 42 Euro alle drei Monate und geht auch nur noch bis Januar 2009. Is also bezahlbar. Nur ich würd mir statt Zeitschriften, die ich einfach nicht lesen will, lieber Schuhe, richtige Bücher, Klamotten oder Liebe kaufen.

Literaturverweis:

Paolo Coelho „Elf Minuten“, erschienen 2003 im Diogenes Verlag, 1. Auflage, Seite 129ff, 228f

so wahr