Ein Zeichen!

Bei meinem Frisör läuft immer ziemlich miese, elektronische Tanzmusik. Die Bildschirme, die neben den Spiegeln hängen, zeigen ständig irgendwelche Filmchen, die von der Arbeit der Emo-Frisösen in ihren schwarzen Miniröcken ablenken soll.

Als ich heute auf dem Stuhl gesessen habe, liefen nicht wie sonst immer Mitschnitte von totsterbensfaden Prêt-à-porter-Schauen aus Paris oder Mailand. Nein, es kam eine Doku von Argentinien! Das ist neu! Bilder von der Avenida de Mayo in Buenos Aires. Von dem auf alt gemachte Rathaus in San Carlos de Bariloche. Von Segelbooten, die auf dem Nahuel Huapi (Achtung: sehr arger Postkarten-Kitsch nach dem Klick) rumschippern… hach ja.

Man, sogar mein Frisör will, dass ich bald dahin abhaue! Ich will weg! Meine Mutter will, dass ich endlich gehe! Was hält mich denn noch auf??? Achso ja… Diplom etc. Naja nicht mehr lang…

Frisörgespräche

Ich geh ja am liebsten zu türkischen Frisören. Die schneiden zum einen besser und erzählen zum anderen lustiges Zeug. Oder ich versteh sie nur nicht richtig und finde sie deshalb unterhaltsam.

Habe eine nette halbe Stunde in einem kleinen Salon am Münchner Hauptbahnhof verbracht und viel über Istanbul und Münchner Männer erfahren. Und darüber wie man sein Leben an die Wand fährt, indem man einfach seine Existenz als Luxusfrisör in Istanbul wegen einer Frau aufgibt und nach Deutschland kommt.

Klang etwas niederschmetternd. Aber er ist immernoch mit ihr verheiratet. Schön. Die Info über Münchner Männer war etwas mager: Sie sind seltsam. Ach ja echt? Sowas…

Dann gabs noch Tee und ich habe für einen Haarschnitt 25 statt 60 Euro bezahlt. Die hätte er in dem teuren Laden in der Theatinerstraße verlangt, wo er außerdem arbeitet. Tja. Gut, dass der Schnitt relativ günstig war, sonst hätte ich mich noch mehr darüber geärgert als sowieso schon.

Ich will die Zotteln zurück 🙁