Fernneid

Ja, okay ich gebs zu: Ich tus auch. Recht häufig sogar. Und danach schäm ich mich meistens und wünschte ich hätte es einfach gelassen… Man wird doch meist eher negativ überrascht und so richtig toll ist es nie. Manchmal treib ich es auch ziemlich wild und google nicht nur meinen Namen sondern auch meinen Blog. Ab und an ist das dann doch recht interessant. Webwiki.de zum Beispiel listet Die Gosch in der Kategorie „Reise“. Frag mich warum?! Liegt es an meinem Menüpunkt Südamerika? Oder eher meinem chronischen Fernweh, das in jeder Silbe meiner literarischen Ergüsse mitschwingt?

Lieber, guter Weihnachtsmann

Ich hätte gerne das:

Worldmap - Hi-Tec Art

Boah! Eine Weltkarte, in die man kleine LED schrauben kann – überall dahin, wo man schon war, oder gerne einmal hinmöchte! Dagegen sieht mein Nazi-Globus mit den Klebe-Punkten drauf, irgendwie arm aus… Wie mans macht, zeigt das Video.

Also wer mag… zu kaufen hier.

Regen

Im November 2007 war so ein Wetter wie heute: 25 Grad, vielleicht ein bisschen wärmer und es hat in Ströhmen geregnet. So sehr, dass man irgendwann nicht mehr unterscheiden konnte, wo der Bürgersteig aufhört und der Asphalt anfängt. Und die Bürgersteige in Buenos Aires sind verdammt hoch.

Das Wasser ströhmte als ein einziger brauner Sturzbach durch die Straßen. Die Reifen der gelb-schwarzen Taxis waren kaum mehr zu sehen. Irgendwann waren unsere Schuhe durchgeweicht und uns blieb nur, barfuß durch die Stadt zu laufen. Irgendwann haben wir auch das aufgeben und uns zu den anderen Leuten in einen Hauseingang zu einem Kiosk gestellt.

Alle redeten. Über das Wetter, das hier am Rio de la Plata um diese Jahreszeit immer so ist. Über das, was sie jetzt eigentlich erledigen müssten und darüber, dass es doch egal ist. Ich habe nicht viel von den Gesprächen verstanden. Mein Großvater hat für mich Bruchstücke übersetzt. Was ich aber auch ohne Hilfe verstand, war, dass keiner wirklich gestresst war. Es regnet. Ist halt so.

Ich war in den vergangenen 24 jahren vielleicht fünf oder sechs mal in dieser Stadt, immer nur für kurze Zeit. An diesen Tag erinnere ich mich besonders gerne zurück. Jedes mal, wenn es im Sommer in Deutschland regnet, wenn der Himmel grau ist und die Luft stickig, bekomme ich unglaubliches Fernweh. Ich habe dann richtige körperliche Schmerzen, einen flauen Magen und einen Kloß im Hals. Mir kommen sogar die Tränen.

Fernweh fühlt sich anders an. Das ist Heimweh. Noch 75 Tage.

Ein Zeichen!

Bei meinem Frisör läuft immer ziemlich miese, elektronische Tanzmusik. Die Bildschirme, die neben den Spiegeln hängen, zeigen ständig irgendwelche Filmchen, die von der Arbeit der Emo-Frisösen in ihren schwarzen Miniröcken ablenken soll.

Als ich heute auf dem Stuhl gesessen habe, liefen nicht wie sonst immer Mitschnitte von totsterbensfaden Prêt-à-porter-Schauen aus Paris oder Mailand. Nein, es kam eine Doku von Argentinien! Das ist neu! Bilder von der Avenida de Mayo in Buenos Aires. Von dem auf alt gemachte Rathaus in San Carlos de Bariloche. Von Segelbooten, die auf dem Nahuel Huapi (Achtung: sehr arger Postkarten-Kitsch nach dem Klick) rumschippern… hach ja.

Man, sogar mein Frisör will, dass ich bald dahin abhaue! Ich will weg! Meine Mutter will, dass ich endlich gehe! Was hält mich denn noch auf??? Achso ja… Diplom etc. Naja nicht mehr lang…