Lean backward ist gut!!!

Weil wir gerade schon beim Thema sind: Gerade bei Medienfuzzi/Journalismus/Web2.0/Möchtegern-Studenten, wie ich einer bin, diskutiert man irgendwann im Jahre 2008 was denn wohl cooler ist – Fernsehen oder Internet? Studien (von denen ich nicht mehr weiß, wo ich sie finde und auch gerade zu faul bin, den Prof anzuschreiben, um nach der Quelle zu fragen) zeigen, dass zur Primetime (am 20 Uhr) prozentual mehr Menschen lieber im Internet als vor der Glotze hängen.

Das warf vergangene Woche in einer Vorlesung zur Medienökonomie folgende Fragen auf: Muss sich das Fernsehen ändern, um Zuschauer zu halten? Muss es so werden wie das Internet? Muss das Fernsehen andauernd um Interaktion bitten, damit es spannend wird/bleibt?

Ich habe mich seitdem mit verschiedenen Leuten über das Thema unterhalten. Nach Sinnlos-Diskussionen mit den üblichen Verdächtigen, sind viele der gleichen Ansicht wie ich: Das Fernsehen soll gefälligst genau so bleiben wie es ist. Mag sein, dass Menschen, die den ganzen Tag nicht vorm Rechner sitzen und von Berufswegen durchs Internet surfen, abends keine Lust auf Fernsehen haben, weil es ihnen zu langweilig ist.

Ich hingegen muss nach Feierabend einfach abschalten. Und das geht am besten mit Sofa, Fernbedienung und der Flimmerkiste. Furchtbar wenn mich das Gerät alle paar Minuten bitten würde, irgendetwas zutun, damit es weitergeht. Lean backward ist gut! Keine Angst vorm Faulenzen! „Aber ist das Fernsehen dann nicht nur Berieselungsmedium und mehr nicht“, hat der Prof gefragt. Blödsinn. Man darf auch ruhig bewusst gute Produktionen anschauen und nicht nur „Bauer sucht Frau“ und dabei einschlafen.

Achso ja… nach Feierabend ein echtes Buch lesen (also so eins aus Papier, das man anfassen kann und das so gut riecht, wenn man es aufschlägt) ist natürlich auch ok.

Und demnächst schreibe ich etwas über SEO und warum ichs zum Kotzen finde. Freut euch.

Unterschied von früher zu heute

Ganz schön schlecht nur rund drei Minuten vom Studenten-Partyviertel wegzuwohnen. Ich mein, ist schon gut, aber schlecht dass man ständig der Gefahr ausgesetzt ist, nach der Arbeit, vor der Arbeit, während der Arbeit, Freitagabend, genau so wie Montagabend und erst recht Sonntagabend und oh ja Mittwochabend auch feiern zu gehen. Feiern im Sinne von geduscht die Wohnung verlassen und irgendwo fast nüchtern reinfallen und je nach Wochentag 2 bis 6 Stunden später etwas intensiver alkoholisiert wieder rauszufallen.

Warum tut man das? Ja genau, weil Wochenenden vor der Glotze und in Gammelklamotten schlicht ein wenig fad sind und man sich mit einer Frisur wie die von Diana Ross (nur dass bei ihr viel Arbeit drin steckt und bei mir nicht) auch nicht besser fühlt.

Zweiter Grund: Ja, weil man fremde Menschen sehen will. Skurrile Gestalten und schräge Persönlichkeiten, die seltsamerweise in letzter Zeit eine erschreckende Regelmäßigkeit in der Persönlichkeitsstruktur aufweisen. Zumindest in dieser Woche. Immer männlich, meistens Mitte 30 bis 40, ohne nennenswerten Job, keine erwähnenswerten Deutschkenntnisse, aber sie waren zwischen 22 und 30 alle mal mehr oder weniger erfolgreiches Model und sind jetzt Bademeister/DJ/Barkeeper/Klamottendesigner/Schuhputzer/Wochendendgigolo/Fittnesstrainer. Wäre man noch keine reife 22, würde man jetzt mit großen, glasigen Augen vor diesen Gestalten sitzen und still nicken während sie von ihren geräumigen Minivans zwei Straßen weiter und „just 200 metres from here“ erzählen.

Aber so kurz vor der Midlife-Crisis geht man einfach nach Hause. Morgen arbeiten und außerdem kommt „Zimmer frei!“ Definitiv besser als „Van frei!“ oder „Verstand-frei!“.

Hach ja… ich werd alt…