after nap

In den ersten zehn Minuten nach einem Mittagsschläfchen sollte man einfach nichts tun. Nur an die Decke starren und langsam zur Besinnung kommen. Zu etwas anderem ist man nicht fähig. Das ist auch im Interesse der Mitmenschen. 
 
Sich gleich nach dem Aufwachen die Beziehungsprobleme leidgeplagter Freunde im ICQ anzuhören, ist eine schlechte Idee. Man wird nämlich recht albern und kommentiert das mit „Potz, schwere Not! Meine Pinzette ist weg!“
 
Unsensibel? Oh ja! Aber nicht so unsensibel, das nicht selbst zu merken.
 
Und die Pinzette is wirklich weg!! Vielleicht schlaf ich einfach noch ne Runde und wenn ich aufwach, is sie wieder da… o_O

Unterschied von früher zu heute

Ganz schön schlecht nur rund drei Minuten vom Studenten-Partyviertel wegzuwohnen. Ich mein, ist schon gut, aber schlecht dass man ständig der Gefahr ausgesetzt ist, nach der Arbeit, vor der Arbeit, während der Arbeit, Freitagabend, genau so wie Montagabend und erst recht Sonntagabend und oh ja Mittwochabend auch feiern zu gehen. Feiern im Sinne von geduscht die Wohnung verlassen und irgendwo fast nüchtern reinfallen und je nach Wochentag 2 bis 6 Stunden später etwas intensiver alkoholisiert wieder rauszufallen.

Warum tut man das? Ja genau, weil Wochenenden vor der Glotze und in Gammelklamotten schlicht ein wenig fad sind und man sich mit einer Frisur wie die von Diana Ross (nur dass bei ihr viel Arbeit drin steckt und bei mir nicht) auch nicht besser fühlt.

Zweiter Grund: Ja, weil man fremde Menschen sehen will. Skurrile Gestalten und schräge Persönlichkeiten, die seltsamerweise in letzter Zeit eine erschreckende Regelmäßigkeit in der Persönlichkeitsstruktur aufweisen. Zumindest in dieser Woche. Immer männlich, meistens Mitte 30 bis 40, ohne nennenswerten Job, keine erwähnenswerten Deutschkenntnisse, aber sie waren zwischen 22 und 30 alle mal mehr oder weniger erfolgreiches Model und sind jetzt Bademeister/DJ/Barkeeper/Klamottendesigner/Schuhputzer/Wochendendgigolo/Fittnesstrainer. Wäre man noch keine reife 22, würde man jetzt mit großen, glasigen Augen vor diesen Gestalten sitzen und still nicken während sie von ihren geräumigen Minivans zwei Straßen weiter und „just 200 metres from here“ erzählen.

Aber so kurz vor der Midlife-Crisis geht man einfach nach Hause. Morgen arbeiten und außerdem kommt „Zimmer frei!“ Definitiv besser als „Van frei!“ oder „Verstand-frei!“.

Hach ja… ich werd alt…