Katzendrucker

Wär mein Drucker eine Katze, würde er sich den lieben langen Tag an den Genitalien lecken. Statt zu drucken, reinigt der sich fast pausenlos. Dabei brummt und quietscht er. Auch nachts. Gerade nachts. Regelmäßig um drei Uhr in der Früh, fängt der an Druckköpfe durchzupusten. Auch wenn ich ihn eigentlich (meines Wissens) am Abend ausgeschaltet hatte. Das nervt. Gewaltig. Katzen schlafen wenigstens irgendwann. Drucker nicht. Scheiß Technik. Ich wär gerne ein Amish. Nur ohne das Religionsgedöns.

Es druckt und knallt!

Deutschland wird ja immer als Servicewüste verschrien. Bedienungen in Kneipen sind unfreundlich (ich wars jedenfalls); Postangestellte klauen Gegenstände aus Briefsendungen; an der Tankstelle wird man angeschnauzt, nur weil man versehendlich seinen Ottomotor mit Diesel betankt hat (jaja, ich weiß: es wäre ihr zuzutrauen, aber nein ist mir nie passiert). Da muss man um so dankbarer sein, wenn wirklich etwas reibungslos funktioniert, ohne dass man viel dafür tun muss.

Der Multifunktions-Drucker/Fax/Scanner/Mixer/Ladyshaver war kaputt und das schon seit geraumer Zeit. Vielleicht hatte ich daran einen klitze kleinen Anteil. Vielleicht habe ich in den vergangenen zwei Jahren nicht ganz wie vorgeschrieben die Original-Patronen verwendet, sondern billigere für 1,99 das Stück. Irgendwann war verdientermaßen der Magentra-Druckkopf eventuell deshalb verstopft und alles wurde so… grün.

Wie gut, dass die Garantie noch galt und ich ein verlogenes Biest bin. Keine eineinhalb Wochen nachdem ich den Multifunktions-Drucker/Fax/Scanner/Mixer/Ladyshaver eingeschickt habe, steht das (kostenlose) Ersatzgerät auf dem Schreibtisch, druckt und scannt einwandfrei. Menschen sehen auf Bildern endlich nicht mehr so aus, als hätten sie verdorbenen Fisch gegessen.

Und das Beste: Das Gerät war in etwa vier Quadratmeter Luftpolsterfolie eingepackt! Die mit den daumengroßen Polstern! Meine restliche Abendgestaltung dürfte klar sein.