Süsses Ofenkartöffelchen

Kosenamen an sich sind ja recht nett. Besser als seinen Ehegatten stets Horst zu rufen oder lautschallend Edeltraut zu brüllen, auf dass die Angetraute herbeieilt, ist es ein nettes „Schatz“ erklingen zu lassen und der Gerufene weiß wer gemeint ist.
Natürlich gibt es Kosenamen in den blühendsten Variationen und fragwürdige Komplimente, die mit ebensolchen einhergehen.

So habe der finnische Premier Matti Vanhanen seiner ehemaligen Geliebten doch tatsächlich bei einem intimen Telefonat zärtlich ins Ohr gesäuselt sie schmecke besser als eine Ofenkartoffel. Der Ausspruch trug war zur allgemeinen Beliebtsheitssteigerung des skandinavischen Politikers bei, doch um es mit den Worten mir bekannter Persönlichkeiten zu sagen: Brauchts das??

Die Unart menschliche Individuen mit Genussmitteln gleichzusetzen oder sie gar so zu nennen grasiert doch recht häufig in meinem Umfeld. Da ist der Vergleich mit einer Ofenkartoffel noch harmlos. Es gibt Menschen, die mich „Käsesemmelchen“ nennen. Eher ungalant nannte unlängst ein selbst nicht ganz schlanker Mann im Bus seine Banknachbarin „Speckwürfelchen“. Doch ist es nicht vielleicht ein Zeichen unbedingter Zuneigung den geliebten Menschen nach seinem Leibgericht zu taufen? Wie wäre das dann wohl in anderen Kulturkreisen. Der Chinese nennt dann wohl seine Frau liebevoll „Mauseschwänzchen“ rufen und da wären wie ja wieder bei dem schöden Einheitsbrei der hiesigen Kosenamenvielfalt.

Die Welt ist einfallslos!

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