Sonntag morgens im Wald

Es klingelt. Schwerfällig erhebe ich mich aus meinem Bett und bleibe dabei am Ladekabel meines Laptops hängen. Puh, nicht runtergefallen. Dafür entdecke ich Spritzer von Mandarinen auf dem Monitor. Beim Aufstehen falle ich über meine Lieblingspumps und stelle fest, dass das haarige Biest reingepisst hat. Ich weine.
Öffne nach erneutem Klingeln endlich die Tür. Davor steht ein kleiner, untersetzter Mann mit Fluppe im Mundwinkel und einer Leinentasche in der Hand.

„Is die Chefin da?“
Meine linke Augenbraue bewegt sich gen Haaransatz. Will gerade meinen Mund öffnen, um ein „wer zum Teufel sind sie und wer ist Chefin?“ hervorzupressen, als

„Tu mal ne Schüssel her. Hab da Rohkaffeebohnen.“
Meine rechte Augenbraue beginnt ebenfalls nach oben zu wandern. Keiner in diesem Haus trinkt Kaffee und Wer zum Teufel ist Chefin???
Schwach und irgendwo zwischen gelangweilt und genervt schlapse ich in meiner Sonntagskleidung in die Küche. Schnitt. Auf dem Boden kniend kehre ich die Rohkaffeebohnen zusammen, die daneben gegangen sind, als

„Und sag der Chefin mal das mit dem Wacholderbusch. Kann mit der Beschreibung nix anfangen“
Ich beiße mir auf die Lippen und spar mir die Frage nach dem Wachholderbusch und was das alles soll, als

„Ja dann schöne Sonndach und sauwer bleiwe, gell!“
Versuche dies zu vergessen, scheiterten…

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