Reschdschraibschweche

Seit ich mein Denkvermögen vom hessischen Kultusministerium bescheinigt wurde (also seit meiner Einschulung) im Jahre 1991 mache ich Fehler. Nicht große Fehler, die schrckliche Auswirkungen auf mein gesamtes Leben hatten und mich ratz fatz ins Verderben stürzten, aus dem ich nur mit Müh und Not herausgekrabbelt bin.

Nein, ich mache Rechtschreib-/Tipp- und Kommafehler. (Also Tippfehler in der Grundschule jetzt nicht so wirklich. Anfang der 90er hatte ich es mit den Computern noch nicht so) und das ist nicht nur nervig, sondern langsam auch recht unpraktisch bei dem Beruf, den ich dabei bin zu ergreifen.

Man verstehe mich nicht falsch: Ich weiß schon, dass man Maschine ohne „e“ und dämlich ohne „h“ schreibt. Kenne auch die Regeln, dass ein Relativsatz vom Hauptsatz durch ein Komma abgetrennt werden muss. Genau so verhält es sich mit dem Infinitiv mit zu. Ich weiß das alles… theoretisch. Ich machs nur einfach nicht. Nicht aus Boshaft oder Faulheit. Ich bin mit den Gedanken viel zu schnell ganz woanders. Was ich eben noch so schnell dahergetippt habe, ist im nächsten Moment schon wieder kalter Kaffee (kann mal jemand endlich der Plattitüdensau das Bolzenschussgerät an die Stirn halten???). Und versuche ich das dann nach dem Schreiben nochmal zu lesen, ist alles ein – wie ich finde – brilliantes Werk, über das ich mit dem Blick drüberrausche ohne wirklich die ganzen Tippfehler zu sehen, geschweige denn verbessern zu können. Sie sind für meine Augen quasi nicht existent, obwohl ich sehr wohl weiß, dass sie da sind. Überall, in jeder verdammten Zeile.

Wie oft hab ich seit ich 6 Jahre alt war schon Deutscharbeiten zurück bekommen, wo drunter stand „Du musst aufmerksamer bei der Rechtschreibung werden“ und wie oft hat die Mama gepredigt, ich solle nicht so schludrig sein. Hab ich was daraus gelernt? Scheinbar nicht.

Denn der vernichtende Ausbruch von heute seitens des Politikredakteurs: „Sag mal. Du und Rechtschreibung. Wärst du im Volontariat, könntest du so einen Text bei keinem Redakteur mit gutem Gewissen abgeben!“ Autsch.

Ich schwöre ich werde mich bessern. Es wird sehr viele Gehirnzellen kosten und ich werde irgendwann durchdrehen, weil ich mich zu lange auf eine Sache konzentrieren muss, aber ich werde es schaffen und ein einziges Mal in meinem Leben einen Text abliefern, der keinen einzigen Fehler enthält.

2 thoughts on “Reschdschraibschweche

  1. Lange + Weile (anonym)

    Maschine ohne „e“ und dämlich ohne „h“!? Also „Maschin“ und „dämlic“? 😛

    Ich weiß, der lag schon zu nahe um lustig zu sein… :-/

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  2. David (anonym)

    Ich weiß nicht, ob es jemals in der Geschichte des Journalismus einen Text geben wird, der fehlerfrei ist. Die Regel ist eher, dass drei Leute einen Text Korrekturlesen können, und der dritte findet immer noch etwas.

    Das Problem beim Selbst-Nocheinmal-Lesen ist ja schlicht, dass man weiß, was kommt, also stolpert man nicht über die Details. Wenn ein Wort falsch geschrieben ist, liest man es trotzdem richtig, denn man weiß ja schon bevor man es überhaupt liest, was da stehen soll. Deswegen gibt es da eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Den Text mehrmals selbst Korrektur lesen, einmal auf Inhalt, und ein zweites Mal nur stur auf Wörter. Am besten dann halblaut. Wer laut liest, muss automatisch langsamer lesen.

    Oder: Man suche sich einen Deppen… äh… guten Freund, lege dem das hin, bevor jemand anders drüberschaut.

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