Reden! Immer! überall!

Die Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen meinem Heim und der FH beträgt gut 80 Minuten. Zeit, um sich erquickenden Dingen zu widmen: Lesen, Musikhören, Schlafen. Wunderbarer Zeitvertreib.

Weniger erquickend ist es, wenn man auf jedem Streckenabschnitt eher minder als mehr bekannte Leute trifft, die ein unumstößliches Mittleilungsbedürfnis umgibt. Nett ist es dann zum Beispiel eine Unterhaltung mit „Na du macht aber auch ziemlich einen auf schlau mit deiner Zeitung jeden morgen…“ zu beginnen. Daraufhin faltet man die Lektüre sorgsam zusammen, rollt einen kleinen Zylinder daraus, lächlt freundlich und haut dem Gegenüber eins auf die Mütze.

Nein natürlich passiert das alles nur in Gedanken. Man ist ja zivilisiert und beschränkt die Aktion schlichtweg auf falten und lächeln. Dann gibt man sich einer schleppenden, halbseidenen Konversation über Nichtigkeiten hin und betet insgeheim, dass die Zugfahrt möglichst schleunigst vorüber gehen möge, auf dass man wieder seine Ruhe habe. Leider begegnet man dann nach jedem Mal umsteigen neuen Leuten, die man nicht gut kennt und mit denen man auch immoment nicht reden will und das Szenario wiederholt sich.

Man verstehe mich nicht falsch. Ich bin keineswegs unkommunikativ oder menschenfeinlich eingestellt. Ich beschäftige mich nur während Zugfahrten lieber mit ruhigen Dingen, die nicht dauernd mit mir reden wollen und mir Unsinn erzählen, dermich sowieso nicht interessiert.

Suche seit geraumer Zeit nach einer höflichen, aber dennoch bestimmten Ansage, dass ich zur Zeit für Kommunikation derzeit nicht zur Verfügung stehe. Möchte damit aber keinem vor den Kopf stoßen. Vorschläge werden gerne angenommen.

4 thoughts on “Reden! Immer! überall!

  1. denise (anonym)

    hast du nicht wenigstens einen ipod dabei??

    Reply
  2. Die Gosch (anonym)

    REPLY:
    Ja sicher. Aber es is ja auch unhöflich den dann mal ganz dezent auszupacken und sich die Kopfhörer in die Ohren zu stopfen, während der andere munter von seinem letzten Zahnarztbesuch erzählt.

    Reply
  3. martin (anonym)

    fahr inkognito. ich hab hier noch eine strassenköterblonde echthaarperrücke. die kann ich dir ausleihen.

    Reply
  4. Curare (anonym)

    REPLY:
    Wunderbar, mir gehts genauso. Im Zug will ich meine Ruhe. Ganz besonders toll ist es, wenn einen völlig fremde Menschen anquatschen. Meine Taktik besteht aus uninteressiertem gucken und (wieder-)aufsetzen der Kopfhörer.

    Das funktioniert, ehrlich.

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.