Nachts im Wald mit Schinkenbeinen

Was macht man als Waldkind, wenn der Weg in die große Stadt zu weit ist und man trotzdem was unternehmen will? Richtig! Man macht Unsinn.
So bin ich gestern zur Abenddämmerung mit meinem geschätzten Ex-Freund in den Eulbacher Park eingebrochen.
Das klingt jetzt doch etwas spektakulär. Wer jetzt an eine „Wir sind mit Machete zwischen den Zähnen über den Stacheldraht-Zaun geklettert“-Aktion denkt, der irrt sich. Anscheinend ist vorher schon mal jemand eingestiegen und der Zaun war an einer Stelle zerschnitten. Man konnte also einfach so einsteigen, ohne die Hose zu zerfetzen und so. Ich habe extra Tarnkleidung angezogen – braunen Kapuzenpulli und grüne Jacke. Ich war praktisch unsichtbar.
Dass sich aber abends kein Mensch mehr in dem Park rumtreibt, außer uns – zwei Verblendeter mit zwei Litern Wein im Gepäck – macht das ganze Unterfangen doch weniger gefährlich als wir es uns erhofft hatten. Wir rechneten mit Förstern und Jägern mit grünen Hüten, die im Gebiet umherstreifen und uns ihre Rauhaardackel hinterherhetzen, sobald sie die Färte gerochen haben. War aber keiner da außer einer Wildsau hinter dem Gehegezaun. Und gott sei Dank war da eine Absperrung zwischen uns und dem Ungetier. Das klang nämlich etwas angesäuert, als wir uns ihm näherten.
Da alle Tiere anscheinend am 22 Uhr schlafen blieben uns nur noch die Enten im Weiher, die seltsame Geräusche von sich gaben. Was die getrieben haben, konnte ich nicht erkennen, weil es finster war und irgendjemand (nicht ich!) hatte die Taschenlampe vergessen mitzunehmen.
Drei Stunden, zwei Flaschen Wein und etliche Gespräche später, beschlossen wir wieder zurück zu den Autos zu kraxeln. Was sich ohne Taschenlampe (die ich nicht vergessen hatte) und den kleinen grünen Flimmerdingern im Sichtfeld (kam wohl vom Wein) etwas schwierig war. Hab mir gewünscht eine Katze zu sein. Die sehen nämlich im Dunkeln ganz gut und sind auch nie betrunken. Also jedenfalls die Katzen, die ich kenne.
Das gefährlichste Unterfangen waren die 17 Minuten Autofahrt nach Hause. Bin heil angekommen, also macht euch keine Sorgen! Naja, macht ja eh kaum jemand.

Was das alles mit Schinkenbeinen zutun hat? Mein Ex-Freund bezichtigt mich des Schinkenbein-Habens. Und nein, das ist seltsamerweise nicht der Grund warum wir nicht mehr zusammen sind.

One thought on “Nachts im Wald mit Schinkenbeinen

  1. Pxltim

    Bevor jetzt alle empört schreiben „WAAAS? …SCHINKENBEINE? Du hast doch die weltschönsten, längsten und strammesten Beine die ich je erblickt habe!“ möchte ich sagen, dass ich dies niemals anzweifelte.

    Meine Äußerung bezog sich ausschließlich auf dieses Foto, auf dem das rechte Bein aufgrund der Pose doch sehr schinkig in Augenschein tritt. Alle Herren, die das Gegenteil behaupten bezichtige ich der Heuchelei! Jawohl! Ihr Popanze solltet lieber mal der tugendhaften Wahrhaftigkeit frönen! Die Damen werden dies mit Sicherheit tun und mir voll und ganz zustimmen. Hierfür schonmal vielen Dank! Auch die Virtuosität des Fotografen möchte ich auf keinen Fall in Frage stellen. Das Problem liegt in der Anatomie des Menschen. Bitte im Selbstversuch testen: einfach untere Extremitäten anwinkeln und staunen! Zack! Alle Zweifel beseitigt!
    Eine und bestimmt die beste Lösung – und hier werde ich die Sympathie der Herren wieder gewinnen – wären ordentlich entblöste prächtige Titten, die ratzfatz das Bein in Vergessenheit geraten lassen und sämtliche Blicke auf sich bündeln würden.

    Und die Taschenlampe hat der ehrenwerte Herr (ich!) ja wohl extra vergessen!

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