Mit der Nase im Himmel

Meine Erhabenheit und Arroganz wächst ins Unermessliche, da ich mich seit gestern im Quasi-Dunstkreis großer Online-Journalisten befinde. Ich kann förmlich den Kaugummi an ihren deren Prada-Schuhen riechen. Bin eine Handbreit von den abgekauten Bleistiften entfernt, die auf dem 78 cm hohen Zeitungsstapel liegen. Schnuppere den Duft von Fisch und Weißwürsten. Schleck mir die frische Druckerschwärze von den Fingern.

Nein, bin nicht verrückt geworden. Meine Bewerbungswut fruchtet nur endlich. Habe gestern einen Anruf vom Stern bekommen. Man habe noch ein „Plätzchen“ für mich frei ab Juli nächsten Jahres und der Focus prüft gerade wo man mich (unglaublich kompetente, journalistisch erfahrene, exorbitant attraktive, absolut intelligente, wahnsinnig eloquente und natürlich außerordentlich talentierte) Mamsell einsetzen kann.

Wäre ich ein Mann, würde ich mir auf mein Wohl einen runterholen. Da ich aber keiner bin, werde ich mir jetzt ein schönes Fußbad einlassen und mir in aller Seelenruhe die Fingernägel lackieren.

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