In den Osten mit Gadgets

Morgen geht’s los, morgen geht’s los, morgen geht’s los!!! *rumspring* *kreisch* Roadtrip gen Osten. Und es wird eine Premiere! Ich verreise nämlich das alle erste Mal mit Smartphone. Ja, wie jetzt? Schimpft sich Werbetexterin, arbeitet in einer Agentur für „neue Kommunikation“ und fährt zeitlebens mit einem Plastikknochen als einziges Kommunikationsmedium in den Urlaub? Ja, genau. Aber jetzt brechen neue Zeiten an.

Wie mein altes Handy genervt hat! Unfassbar. Beispiel: Mein Kurztrip nach Barcelona Anfang Februar. Hier in Frankfurt hatte die S-Bahn Verspätung. Abflug in 60 Minuten, 59, 58 … Ändert zwar nix an den Umständen, aber ich hätte mich liebend gerne, während ich nervös von einem Bein aufs andere tippelte, mit Unfug im Internet abgelenkt.

Bei Ankunft in Barcelona musste ich mangels Smartphone und Google Maps einen sehr hübschen, sehr haarigen und sehr spanischen Filmemacher nach dem Weg in die Stadt fragen. Und ich musste mir mit ihm ein Taxi teilen! Entsetzlich! Okay, das war nicht so übel.

Überhaupt: Man kommt ja so auch mit Menschen „ins Gespräch“. Zum Beispiel, auf der Suche nach meiner Couchsurferin, mit diversen alten katalanischen Männern, die mich an deren Wohnungstür mit „Aquí no viu Margarida. Jo no els conec.“ (Hier wohnt keine Margarida. Kenn ich nicht.) anbrummelten. Oder mit den Pakistanis im Internet Café um die Ecke. Die waren netter und haben mir immerhin ihr kaputtes Festnetztelefon angeboten. Die Couch und ich haben schließlich doch noch zueinander gefunden.

Jetzt wird alles anders! Ich habe einen schlauen Androiden, auf dem ich mit meinen Fettgriffeln wild rumtatschen kann und jedes Mal tun sich neue, wundersame Funktionen auf! Ich kann ab sofort auch in den entlegensten Winkeln des Erdballs durchs World Wide Web surfen! Ich erwarte überall WLAN Hot Spots! Überall! Auch und gerade in Orten mit schönen Namen wie Târgu Ocna, Kubrat oder Хмельни́цький! Ich werde nie mehr von schlechtem Essen überrascht! Trip Advisor sagt mir schon vorher, dass die undefinierbare Masse auf meinem Teller definitiv widerlich schmecken wird. Ich verschicke keine Postkarten mehr! Ich mach Bilder von den großartigen Orten, lade sie direkt auf Instagram und sende die Links an alle meine Internet-Freunde! Ich brauche keine Couchs mehr! Ich schlafe auf meinem Smartphone mit Couch-App! Es wird großartig werden!

So, jetzt hab ich mein Ausrufezeichen-Kontingent für die nächsten zwei Jahre aufgebraucht. Wahrscheinlich wird es eher so: In irgendeinem Tal mitten in den Karpaten schwenke ich mein Smartphone auf der verzweifelten Suche nach einem Netz. Dabei sehe ich erwartungsgemäß dämlich aus. Dann werde ich ungehalten, weil der Akku leer ist und ich das Ladekabel zu Hause vergessen habe. Oder ich mach das Ding einfach kaputt, weil ich betrunken ins Meer renne, ohne an das Handy in meiner Hosentasche zu denken – wie damals 2004 in Italien. Glaub ich lass das Ding zu Hause. Reisen war bisher ohne auch immer recht unterhaltsam.

Wie auch immer: Jetzt erstmal Frankfurt, Zagreb, Belgrad, Sofia, Brasov, Chişinău, Odessa, Kiew und das, was da so dazwischen liegt.

Viel Spaß, Pia. Danke!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.