Ich vergrößere mein Hamsterrad

Ich schau mir die Karriereleiter von außen an und stell fest: Sie ist ein Hamsterrad! Unschön irgendwie. Da muss sich was ändern. Also: kündigen, Koffer packen und zu den Kiwis.

Das ist jetzt nicht neu. Kreativ auch nicht so wirklich. Und revolutionär schon gleich gar nicht. Kann und will hier auch gar keine neuen Weisheiten verbreiten. Es ist so profan wie plausibel. Ich schau mir die Karriereleiter von außen an und stell fest: Sie ist ein Hamsterrad! Den Verdacht hatte ich ja schon länger …

Ich bin gewiss nicht die Erste, der das auffällt. Einige schlagen Profit sogar aus dieser Erkenntnis. Cody McKibben zum Beispiel. Cody arbeitet vom Laptop aus irgendwo auf der Welt. Er betreibt Online-Marketing. Nur eben nicht – den gesellschaftlichen Konventionen entsprechend – von einem Schreibtisch aus, in einem weiß getünchten Büro im 17. Stock eines spiegelnden Hochhauses. Er verkauft seine Ideen, während er gemütlich mit Strohhalm in der Kokosnuss in einer bunten Hängematte in Südostasien rumbaumelt. Sein Geschäftsmodell: Er erklärt anderen, wie sie es ihm gleichtun und dem Hamsterrad entkommen können. Darüber schreibt er dann ellenlange Newsletter, die alle mit „Dream big and let’s make this happen!“ enden. Hamsterrad bleibt Hamsterrad. Der Unterschied: Der Umfang seines Rads beträgt 42.000 Kilometer.

Cody ist das, was man früher Aussteiger nannte und heute „Digitaler Nomade“ heißt. Das ist jetzt in. So wie Club Mate trinken, Vollbärte tragen und YOLO sagen. Nur mit ein bisschen mehr Auswirkung auf den Lebensrhythmus. Cody ist bekannt. Business Punk hat auch schon über ihn berichtet. Das Magazin ist ja auch in.

Einfach mal machen.

Der Ansatz ist super: Das machen, was man am besten kann und frei wählen können, wo man lebt. Das gefällt mir und deshalb mach ich das jetzt auch.

Ich habe gerade meinen sehr angenehmen und gut bezahlten Job gekündigt. Meine Wohnung ist wieder auf dem Markt (falls jemand Interesse hat …?!) und das Flugticket hab ich auch in der Tasche. Am 19. Februar um 10:30 Uhr steh‘ ich mit gepacktem Rucksack, Laptop und Aspirin gegen Thrombose am Gate. 44 Stunden später lande ich in dann in Auckland. Anders als Cody will ich keine Sachen von unterwegs verkaufen. Ich mach erst mal Wein und schau dann, was so geht. Im Idealfall viel Natur und ab und an ein Texter-Job für dies und das (Wein, Wollsocken, Yogamatten, Mobile-Apps, Gemüsezwiebeln etc.).

Am Ende geht es doch nur darum, sein Hamsterrad so gemütlich wie möglich einzurichten und darin glücklich zu werden. „Einfach machen“, hat mal jemand zu mir gesagt. Okay. Los geht’s.Ich hab da so eine Idee. Zugegeben, sie ist nicht neu. Aber von welchen Gedanken kann man das schon behaupten? Wurde ja alles schon mal irgendwann gedacht und – oft dummerweise – auch gesagt. Ich nehme für mich keinesfalls in Anspruch, hier völlig neue Weisheiten zu verbreiten. Wovon ich gerade so überzeugt bin, ist so profan wie plausibel: Ich schau mir die Karriereleiter von außen an und stell fest, dass sie ein Hamsterrad ist. Das dacht ich mir schon die ganze Zeit, nur langsam wird es offensichtlich.

Das ist vor mir schon anderen aufgefallen. Einige schlagen Profit aus der Erkenntnis und erklären anderen wie sie selbst aus dem Hamsterrad gesprungen sind und wie andere es ihnen gleich tun können. Cody McKibben  ist ein „Digitaler Nomade“. Das ist jetzt in. So wie Club Mate trinken und Ray Bans tragen. Nur mit ein bisschen mehr Auswirkung auf den Lebensrhythmus. Cody ist bekannt. BusinessPunkt hat auch shcon über ihn geschrieben. Die sind ja auch in.

Cody arbeitet vom Laptop aus irgendwo auf der Welt. Er betreibt Online-Marketing. Nur eben nicht – wie gesellschaftlich anerkannt – von einem Schreibtisch aus in einem weißgetünchten Büro im 17. Stock eines spiegelnden Hochhauses. Er verkauft gemütlich irgendwelchen Krams (vornehmlich seine eigenen Ideen), während er mit Strohhalm in der Kokosnuss in einer bunten Hängematte in Südostasien rumhängt. Darüber schreibt er dann ellenlange Newsletter, die alle mit „Dream big and let’s make this happen!“ enden. Marketing-Hamsterrad bleibt Marketing-Hamsterrad. Der Unterschied: Der Durchmesser seines Rads beträgt 42.000 Kilometer und spannt sich rund um den Erdball.

Nicht falsch verstehen: Der Ansatz ist super! Das tun was man am besten kann (in seinem Fall Sprüche klopfen) und frei wählen können, von wo aus man das tut. Das hat mich beeindruckt. Und deshalb mach ich das jetzt auch.

Ich packe meinen Rucksack und meinen Laptop ein, kündige meine Wohnung und lass mich nieder in der Welt. Anders als Cody will ich keine Sachen von unterwegs verkaufen. Ich schreibe Texte für Menschen, die Sachen verkaufen wollen. Wollsocken, Yogakenntnisse, Mobile Apps, Gemüsezwiebeln. Mir recht wurscht. Gut, für Waffenhändler oder Russische Oligarchen würde ich jetzt nichts schreiben, aber sonst. What the hell!

Am Ende geht es doch immer nur darum, glücklich zu werden. Wieder so ein Allgemeinplatz. Aber wenn’s halt stimmt. Los geht’s.

One thought on “Ich vergrößere mein Hamsterrad

  1. J

    Cool. Viel Erfolg!

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