Drück auf die Tuwe, Uwe!

Zunächst zur Erläuterung des Titels. Clevere Leser werden sich denken: „Hö? Sollte das nicht ‚Drück auf die Tube, Uwe‘ heißen? Aber dann reimt es sich doch gar nicht mehr so schön.“ Ja und genau aus diesem Grund machte ich mir die Lautverschiebung zu Nutze und verschob das ‚b‘ zu einem ‚w‘ wie es in der ländlichen Gegend Südhessens (also hier) des Öfteren noch üblich ist. So sagen einige Eingeborenen hier „Zwiwwel“ statt ‚Zwiebel‘ oder „Kerwe“ statt „Kerb“ (hochdeutsch: Kirchweihe). Dieses Phänomen machte ich mir hier zu nutzte, da mit sich das dann reimt und wie wir alle dank Pumuckl wissen: Alles was sich reimt ist gut!

Nun zum eigentlichen Thema des Blogeintrags:
Ich war soeben bei der Bank und hielt es vorher wegen Semesterferien nicht für nötig mit adäquat zu kleiden. So schlappste ich in einer alten Jeans, einem zu großen „Hardrockcafé Berlin“-Shirt und einer mittlerweile sehr „fetzigen“ Army-Jacke durch den Ort. Ohne nennenwerte Frisur und ohne nennenswert lasziven Blick. Dennoch ereilte mich das Schicksal wie fast jeden Morgen, wenn ich mich aus dem Haus traue. Lastwagenfahrer (von mir jetzt schlichtweg und chlichßélastig ‚Uwe‘ genannt) hupen. Meistens immer dann, wenn man vor lauter Müdigkeit mit keiner Reaktion der Außenwelt gerechnet hat und danach aus Herzinfarktsgründen fast bäuchlings auf die Straße fällt.

Ich habe da einige Theorien warum Uwes hupen:
1. Sekundenschlaf. Der Kopf sinkt aufs Lenkrad (Hupe) und der Lastwagen gibt aus purem selbstschutz Laute von sich, damit der Fahrer wieder aufwacht.
2. Mitteilungsbedürfnis. Auf meinem Kopf sitzt eine riesenhafte Spinne, die ihre Mundwerkzeuge just in dem Moment ausfährt, um mein Haupt mir einem schlemig-grünen Verdauungssekret zu ummanteln. Das löst meine Schädelknochen suppig auf, damit sie das alles nur noch einsaugen muss. Uwe möchte mich warnen.
3. Einsamkeitsgeilheit. Uwe fährt seit Wochen einsam in seinem Lastwagen umher. Der Saft läuft ihm aus den Ohren und er sehnt sich nach seiner Uschi, die daheim die 3 Kinder hütet und den ganzen Tag im Frisörsalon malocht (Achtung Cliché). Da komme ich armes Wesen gerade recht. Er wird wahrscheinlich am nächsten Rastplatz angehalten haben und sich in Gedanken bei meinem Antlitz erleichtern. Recht so, Uwe! Uschi freut sich dann sicher, wenn du daheim nicht wie ein Tier über sie herfällst. Ich warte auf Dankesbriefe von Uschi.

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