Bock auf n Burger

Nach einer illustren Diskussionsrunde zum Thema „30 Jahre autonome Frauenhäuser in Deutschland und Finanzierungsmodelle in den Kommunen“ (Yaaay Lokaljournalismus, Baby!) mit ach Frauen in, na sagen wir, gesetzterem Alter, machte mir der akute Testosteronmangel innerhalb des geschmackvoll eingerichteten Zimmerchens gar sehr zu schaffen. Ich hegte daher eher maskuline Gelüste: Fleisch! Fett! Burger!

Nach der regen Unterhaltung genehmigte ich mir also einen kleinen Zwischenstopp bei einer bekannten Fastfoodkette (hasse diese Formulierung, aber trau mich nicht „McDonalds“ zu schreiben, da ich ja insgeheim lieber zu „Burger KIng“ gegangen wär. Gibts aber nicht im Wald)

In völliger Eintracht mit mir und meinem Hüftspeck gönnte ich mir dann einen schönen, vor Fett triefenden Cheeseburger und von der Konsistenz her perfekt dazu abgestimmte Fettstäbchen.

Das tolle an Fastfoodrestaurants ist, dass man sich getrost alleine irgendwo hinsetzten kann, ohne seltsam mitleidig angeschaut zu werden. Die meisten Gäste verstopfen sich hier einsam die Aterien und gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Kauen, dumm schaun und Leute beobachten. So did I.

Mein Blick blieb an der Dame an der Kasse hängen, die mit ihrem Salätchen mir Essig-und-Öl-Dressing auf dem Tablett einen sichtbar besseren Arsch in der Hose hat als meinereiner. Abgesehen davon drei Konfektionsgrößen weniger. Da schmeckt der Burger nur noch halb so gut. Schnell Blick wechseln und das dicke Kind am Nebentisch fokusieren, das nach dem neunten Chickenugget endlich merkt, dass Barbecue-Soße am Kinn klebt und wischt sich den Fleck mit einer Pommes Frites ab. Zum Nachspülen schön Cola und als Nachtisch ein Eis.

Guter Dinge verlasse ich diesen Ort in der Gewissheit niemals solch ein Kind zu gebären und ab morgen wieder Diät zu halten.
Vorbei der Hauch von Testosteron in meiner Aura.

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