Bartschattenstudie

In der gestrigen Spanisch-Vorlesung brachte mich mein alkoholgeschwängerter Kopf und meine momentane Unlust selbigen zu benutzen auf die Idee meinen Blick schweifen zu lassen. Schweifen über die Köpfe der rund 20 Kursteilnehmer und ich begutachtete selbige. Nicht alle. Konzentrierte mich auf die Häupter der männlichen Anwesenden. Zwar etwas verwirrt vom Minirock der Disko-Sekretärin in der ersten Reihe, die mit dem Dozenten kokettierte, aber dennoch fähig mit geschärftem Blick Urteile zu fällen.
Es waren circa 8 Männer anwesend (9 mit der Dekanin), die mehr oder minder ansehnlich waren. Ich möchte jetzt nicht so weit ausholen und sie als Gesamterscheinung diskutieren, sondern greife ein spezielles Detail heraus:

Die Anwesenheit eines Bartschattens

Ich mag Bartschatten, aber nicht jeden. Ein Bartschatten wirkt nur, wenn er dunkel und gleichmäßig ausgebreitet ist. Er sollte am unteren Teil des Ohres anfangen und sich in einer schrägen Linie hinab zum Nasenflügel erstrecken, die Oberlippe passieren und des selben Weg auf der anderen Seite vollziehen. Unterhalb des Kinns den Hals hinabkriechen, so dass ein gleichmäßig dunkler Bewuchs der unteren Gesichtshälfte erkennbar ist.
Als Paradebeispiel möchte ich Jens heranziehen, der den Prototypen eines Testosteronbolzens darstellt. Zumindest bartschattentechnisch. Da sprießen die Borsten gleichmäßig und werden nicht müde auch beim zweiten Mal rasieren an einem Tag von neuem zu wachsen. Reibt man seine Wange an seiner, schmerzt selbige danach gar sehr (ja, ich hab es ausprobiert) und man kann sich teure Gesichtspeelings getrost sparen.

Ist nicht zwingend für jeden Mann mit wildschweinborstenartiger Gesichtsbehaarung gesegnet zu sein. Sieht auch etwas weicher ansehnlich aus. So stellte ich fest, dass 6 der 8 anwesenden Herren (ich klammere den Dozenten jetzt mal aus, weil Respektperson und so) durchaus meinem scharfen Urteil standhielten, da sie über einen ansehnlichen Bartschatten verfügten. Zwei von ihnen hatten einen 3-Tage-Bart in sehr schöner Ausführung. Einen Abzug in der B-Note bekam ein Exemplar, da der Bart zu hell war.
Was nicht geht sind klägliche, fusslige Versuche einen Gartenzwergbart zu züchten, ohne dass man über 40 ist und graue Haare hat (alle, die ihn kennen, werden sich an Herrn Hofferbert erinnern).

So fristete ich mein Dasein und verteilte Noten:

Jens* 1,7
Klaus* 2,0
Matthias* 1,3
Dirk* 4,0
Kenn den Namen nicht 2,0
s.o. 2,7
s.o. 3,3
s.o. 2,3

Die Dekanin bekommt einen Sonderstatus, weil ich Bartschatten an den Beinen vermute. Sollte ich das mal zu Gesicht bekommen, kriegt sie natürlich auch eine Note.


* Namen von der Redaktion nicht geändert

4 thoughts on “Bartschattenstudie

  1. Miri (anonym)

    Ich steh ja auch unglaublich auf Jens‘ Bartschatten…sabber… Das hat sowas markant Männliches! Mal im Ernst: Sag ihm, er soll sich ab bitte ab dem 21. Dezember nicht mehr rasieren, hehe!

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  2. Tobi (anonym)

    Perfekter Bartschatten? Und wie steht die Damenwelt zu einem gepflegten Drei-Tage-Bart?

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  3. Die Gosch (anonym)

    REPLY:
    Ja, haben wir auch garnix dagegen einzuwenden…

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  4. Petra (anonym)

    REPLY:
    Igitt. Bartschatten sehen so nach Affe aus. Ich hasse Bärte, ich hasse Stoppeln, ergo hasse ich auch abgefuckte Bartschatten. Am besten ganz rauszupfen, den Mist. Ekelhaft. Einfach nur widerlich. Bah.

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