Alice Schwarzer fänds doof

(und nicht nur die)

Man steht vor dem Spiegel, tuscht sich die Wimpern und grübelt darüber nach ob das wirklich die richtige Jeans ist. Quetscht auch gerade die am besten den Hintern zusammen? Oder doch lieber einen Rock? Hm wozu. Zieht man ja sonst auch nie an. Passt das Oberteil dazu? Naja muss ja. Ist ja nicht viel im Schrank. Die drei Kubikmeter Textilien lassen wirklich nicht viel Auswahl und wird schon passen.
Man betrachtet sich lange und stellt fest, dass man heute geschätzte drei Kilo gewichtiger Aussieht als sonst, schiebt das aber auf das monströse Ego und straft die Verkäuferin in dem Jeans-Shop lügen, die irgendwann mal meinte man sähe in der Hose toll aus. Hat eh so komisch gegrinst als ich bezahlt hatte. Leichtverdientes Geld.
Dann zubbelt man sich noch die Brüste im BH irgendwie so zurrecht, auf dass sie möglichst positiv ins Auge springen und platziert dann kitschigerweise einen völlig sinnlosen Tropfen von dem scheiß teuren Parfum im Dekoltee. Als ob dadurch die Chancen aus Geschlechtsverkehr auch nur im Entferntesten steigen würden. Immerhin riecht man dann gut und die Mücken bleiben weg.

Während man so mit selbstungefälligem Betrachten beschäftigt ist, legt man sich schon mal alle Standardfloskeln zurecht, die man heute wieder aus dem Hut zaubern wird. Die leichteste Übung. Kann man eh alles auswendig. Ist ja die eigene Lebensgeschichte light, hübsch verpackt. Immer das gleiche nur mit wechselndem Gegenüber. Jeder wird berichten wer er ist, was er sonst so außer studieren/arbeiten/Hartz4 empfangen/Profifußball spielen/Papa auf der Tasche liegen tut und was er frühstückt oder gerne liest oder wann er sich am liebsten in der Nase popelt. Verläuft das Ganze dann zur beiderseitigen Zufriedenheit (soll heißen: Man findet sich attraktiv genug, um nicht dauernd an die Decke starren zu müssen und könnte die Tortur auch ohne die Flasche Wein aushalten, aber jetzt steht sie schon mal auf dem Tisch, also was solls) hat man dann die Möglichkeit sich höflich zu verabschieden und gut gelaunter Dinge seine Wege zu gehn und mit den albernen Spielchen zu beginnen, die danach folgen. SMS schreiben, anrufen und Dinge von sich geben wie: „Du legst auf!“ – „Nein, du legst zu erst auf!“
Haut der Wein aber doch etwas stärker rein als gedacht, geht man einfach woanders hin und spart sich diese Spielchen.

So kann es laufen. Tut es aber in der Regel nicht (naaaa unappetitliches Wortspiel entdeckt?! *g*) Viel mehr sitzt man sich gegenüber, redes über Belangloses, tut so als fände man das dann witzig und hofft, dass bald die zwei Anstandsstunden vorbei sind und man endlich nach Hause kann. Hund müsste ja auch noch gefüttert werden. Und der Stapel Papierkrams verdient auch längst irgendeine Form von Beachtung. Währenddessen woggelt der Mann gegenüber so vor sich hin und hört sich dabei an wie die Leherin von den Peanuts. War der nicht letzte Woche noch viel attraktiver? Scheint so.

Dann fährt man etwas ernüchtert nach Hause (hat ja auch nur ne Coke Light getrunken – Hintern, wisst schon) und schwört sich keine sinnlosen Dates mehr zu haben. Bis zum nächsten Mal.

2 thoughts on “Alice Schwarzer fänds doof

  1. 12:55 (anonym)

    I’ve noticed you around. I find you very attractive. Would you..

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  2. martin (anonym)

    .. ist doch simpel: je emotional unmotivierter umso faaaaader das ganze. so einfach ist das, leider. für mich funktionieren klassische dates nicht mehr so richtig. geh mit den jungs in den zoo, dann kannst du dir zur not noch lustige affen anschauen. oder die weltmeisterschaft der rettungshunde. die war gut ..

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