Doofe Motto-Shirts

Immer wenn ich Zeit als Arbeit habe, miste ich Schränke aus und sortiere Klamotten. Also sortieren ist vielleicht das falsche Wort. Ich schichte eher um. Kann mich nur schwer trennen. Schon gar nicht von den obligatorischen Motto-Shirts, die sich im Laufe eines mehr oder minder ereignisreichen Lebens ansammeln und im Schrank von Motten gefressen werden, weil man sie nie nie nie anziehen wird. Kommt das Wort Motte irgendwie von Motto oder andersrum? Sehe da Verknüpfungen…

Agentmulder
Wir waren jung (15) und ziemlich durch den Wind und haben jeden Montag um 20:15 Uhr auf „Record“ am Videoaufnahmegerät gedrückt. Irgendwann waren wir dann so durch, dass wir das passendes Shirt zur Neurose haben drucken zu lassen. Ursprünglich sollte da stehen: „Would you jump out of a cake, only dressed in army-boxers if someone offered you 1 million bugs….(auf der Rückseite) Agend Mulder…?“ Jetzt steht da: „W…T…F…CAKE ON…MY…S..IF..M…Y…O…E…I…L“ (Foliendruck ist nicht zu empfehlen.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass der das gemacht hätte. Zumindest nicht für eine Million Käfer. Der Schreibfehler fällt mir jetzt erst auf. Großartig.

Astimeisrunning
Zwischen 2003 und 2005 begann jeden verdammten Dienstagmorgen die Zeit knapp zu werden. Das merkte aber nicht jeder. Eigentlich nur unser Englisch-LK Lehrer, der stets mahnte: „As time is running…“, was uns auf die Idee eines entsprechenden Shirts brachte. Die roten Zeiger sind übrigens eine sehr raffinierte Kombination aus (wie gesagt) Zeigern, einem „T“ und der Tatsache, dass unser Lehrer gleichzeitig auch evangelische Religion unterrichtet. Na wenn das mal nicht ausgefuchst ist! An einem bestimmten verdammten Dienstag saßen wir alle mit diesen Shirts im Unterricht. Das wurde von ihm mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen.

Abipunktur
Irgendjemand kam im Jahr 2005 bei der Abi-Shirt-Planung auf die sehr entsetzliche Farbkombination Dottergelb-Rostrot. Irgendjemand anderes machte sich für das Motto „Abipunktur – eine Therapie fürs Leben stark“. Getoppt werden konnte das nur noch durch ein Logo mit einem mit Nadeln durchbohrter Charkter aus Planet der Affen. Und da wundert man sich, dass ich keinen Kontakt mehr zum Großteil meines Abiturjahrgangs pflege.

Abilookingforfreedom
So als Jahrgangsquerulant hat man mit ein paar anderen natürlich ein Gegenshirt entworfen. Hübsch in Olivgrün mit dem schönen (und für damalige Verhältnisse gar nicht so abgelutschten) Motto „ABI looking for freedom“ Mit dem Konterfei von David Hasselhoff samt Brusthaar. Leider etliche Nummern zu klein.

Schlaaaaand
Schlaaaaaand. Boah 2006 war toll. Das hier ist ist streng genommen kein typisches Motto-Shirt, da nicht selbst gedruckt. Aber die Geschichte dahinter ist erwähnenswert: Hab in meinem grenzenlosen Suff beim Spiel um Platz drei gegen Portugal mein schwarzes Polo-Shirt (Größe M) gegen das WM-Shirt eines nicht minder vollen Mannes (Größe XXXL – Mann und Shirt) getauscht. Die Wurstigkeit seiner Statur wurde durch mein Shirt danach noch unterstrichen.

Afa
Gleiche WM, anderer Ort: Der Liebe Niels hat mir damals ein Shirt der Afa -Asociación del Fútbol Argentino – geschenkt. Leider ist das auch viel zu groß. Aber ich behalte es in Ehren und renn noch dieses Jahr damit vielleicht ins Bombonera!  (blablablablablablablablablablablablablablabla
warumichdasmache?siehekommentare
blablablablablablablablablablablablablablablablablablablablabla)

Shirt
Und das neuste Shirt, das nie angezogen werden wird/darf: Auf der Vorderseite ein Name, der schon vorab als untauglich eingestuft wurde. Auf der Rückseite eine URL, die ins Leere führt. Aber man hätte es, wäre der Launch wie geplant verlaufen, durchaus anziehen können. Farbkombination ist ganz nett.

Und wenn mir jetzt noch jemand sagen könnte, warum das letzte Bild nicht noch einen Absatz runterrutscht, obwohl ich breaks reingeamcht habe, bin ich vollends zufrieden.

Zieh dir was an, du kommst ins Fernsehn!

Am folgenden Beispiel lässt sich wunderbar demonstrieren, wie eklatant wichtig es ist, jeden Tag gut angezogen zu sein und rundherum perfekt auszusehen.

Nein, das wird jetzt nicht so ein „Ich muss mir jeden Tag die Brüste unters Kinn dudeln und riesige Ohrringe tragen, sonst bin ich keine Frau“-Tussi-Ding. Aber man sollte sich doch bemühen, zumindest das Gröbste auszumerzen, wenn man vor die Tür und auf eine Pressekonferenz geht.

Es könnten nämlich Kameramänner des ZDF auf die Idee kommen, auch mal die Journalistenschaar zu filmen während sich Kriminalkomissare und Staatsanwälte fünf Meter weiter vorne einen Wolf reden. An sich ja nicht schlimm. Die Welt soll ruhig sehen, dass wir auch was arbeiten. Aber sich neben mich zu knien und einfach draufzuhalten, während ich Blödsinn auf einen Block kritzel, ist echt unangenehm. Auch noch schön von schräg unten. Das Doppelkinn und die dicken Oberarme sollen ja perfekt zur Geltung kommen!!!

Wenn also irgendjemand heute morgen oder irgendwann in einem Beitrag des ZDF eine dunkelhaarige Frau mit weißem Shirt sehen, die dilletantisch Notizen macht und offenkundig keinen Schimmer hat, der möge bitte beschämt wegschauen und so tun als sei das nie passiert.

Nachtrag: Beitrag ist gerade gelaufen – ohne mich. War klar. Warum sollen die auch Journalisten zeigen, wenn sie Bilder von Chemikalien und Fast-Drogen haben?