Fühle mich ertappt

„Dass Journalisten häufig Probleme mit dem Lesen von Statistiken haben, ist bekannt. Wer in Mathe eine Fünf hatte, war meist gut in Deutsch. Und so wurde man halt Journalist.“

Mehr hier: „Die Süddeutsche Zeitung ist echt süß“, Carta vom 30.12.2010

Ich glaube, ich bin ein bisschen in Wolfgang Michal verliebt.

Und der Grund, warum ich sowas Kurzes nicht auf Twitter verheize: Ich finds immernoch doof.

Wahltag!

Der Süddeutsche Verlag ist nett zu uns Hessen. Zumindest zu solchen, die ein Wochenendeabo haben, so wie ich. Diese und nächste Woche bekomme ich die SZ frei Haus, weil sich Hessen erneut von Wiesbaden aus verarschen lassen darf. Wie bereits im letzten Jahr.

Das traurige: Hier trudelt jeden Tag eine Ausgabe mit den neusten Infos zur Hessenwahl ein und ich les einfach keine einzige, weil ich a) keine Zeit habe (ok, ich könnte in der Zeit, die ich fürs Bloggen aufwende, auch den ein oder anderen Artikel lesen) und b) keinerlei Lust empfinde, mich damit auseinander zu setzen (Pfui schän dich, Möchtegern-Journalist!!).

Ne im Ernst. Ich hab mir letztes Jahr echt Mühe gegeben: hab Wahlprogramme studiert, mich mit den Kandidaten befasst, habe brav mein Kreuzchen gemacht und abends gebannt die Hochgerchnungen im ZDF geschaut. Was hats mir gebracht? Nüschte. Außer Rückerstattung der Studiengebühren, die ich einmalig zahlen musste (ok… das war cool).

Ich fahr nachher zur Stadtverwaltung und gebe meine Stimme ab, weil ich am Sonntag dafür keine Zeit haben werde. Ich bin noch am überlegen. Nur weil TSG einen auf Obama macht, sehe ich mich noch lange nicht genötigt, ihn auch zu wählen. Und Koch? Pffffft.

Entweder ich schreibe ein dickes, fettes „Verarschen könnt ihr euch selbst!“ auf den Wahlzettel oder ich wähle die Piratenpartei – die sind für freies Internet… und so.

Wie geil ist das denn???

Wuaahuuaaaa, wie se alle abgehn! Und wie kann man bitte unschuldige Menschen minutenlang so quälen! Also echt! Das war nicht gesund! Ich wette, ab der 88. Minute ist mindestens einer mit Verdacht auf Herzinfarkt eingeliefert worden. Is zwar schön von euch, dass ihrs spannend macht aber hey: ZU ARG!!

Fairerweise muss man sagen, dass die Portugiesen echt ein feines Spiel gemacht haben. Beide Mannschaften waren schon ziemlich top. Hat richtig Spaß gemacht. Obwohl die Pumpe bei mir immernoch geht. Halleluja. Ich bete nie, aber heute wars nötig.

Und noch die Meinung einer Tussi: Metzelder UND Friedrich ohne Trikot (naja fast) und verschwitzt. Alter! Wuhhuuu! (So danke, darfst dich wieder setzen und Fingernägel feilen…)

Und an alle Ösis: Relativiert sich alles. Ist gar nicht so schlimm, gegen den zukünftigen Europameister verloren zu haben… *muaahaa*

UND WER LÄSST ÜBERHAUPT IMMER WIEDER DIESEN FURCHTBAREN NETZER VOR DIE KAMERA??

Einen schönen Gruß auch an die Jungs von sz.de. Die haben ihren Liveticker der WM 2006 neu aufgelegt und unterhalten prächtig. Natürlich nur in Halbzeit und nach dem Abpfiff… (Kostprobe: „22:19 Uhr Die Portugiesen sind, zumindest in diesem Spiel, vor dem Tor nicht gefährlicher als die Österreicher: Kennste eine Mannschaft in roten Trikots, kennste alle.“ … hehe)

Hab ich schon erwähnt wie arg ich mich auf 1. Juli freu? Schade, dass dann die EM vorbei is. Gott, was hätte ich einen Spaß. UND DIE ERST!

Rumgepimmel

Nein, wird garnicht so niveaulos wir der Titel vermuten lässt. Es geht eigentlich eher um die Schönheit und um die Klangfarbe seltsam-interessanter Wörter. 

Ich hab mir im vergangenen halben Jahr zur Angewohnheit gemacht, mir Wörter in ein kleines, rotes Buch zu notieren, die ich irgendwie gut finde. Einfach Wörter, über die ich in Artikeln stolpere oder die ich beiläufig im Gespräch höre. Die schreib ich mir auf. Man kann ja nie wissen, für was man sie noch mal gebrauchen kann. Irgendwann. Wenn man mal einen Job hat. Oder einfach auf ner Party mit lustigen Gesprächen darüber hinwegtäuschen will, dass man NICHTS erreicht hat. Ja ähm, egal. 

Also zurück zu den interessanten Ausdrücken. Zugegeben, so unglaublich viel steht  noch nicht in dem Buch. Eine Seite ist vollgeschrieben. „Grober Unfug“ steht da zum Beispiel. Lieblingsausdruck des Ex-najaalsofürsheiratenhatsirgendwieniegereichtaberliebwarerja-Freundes. Oder „Nota bene“ – wohlgemerkt. Das hat  mal in irgendeinem SZ-Artikel gestanden. Und plötzlich saß ich wieder im Lateinunterricht und dachte leise „hä?!“. Hach ja… damals. „Firlefanz“ ist auch ganz toll. „Hochjazzen“… HOCHJAZZEN! Keine Ahnung was vor fünf Wochen bei Deutschlands Journalisten im Kopf los war, aber ich hab das Wort innerhalb von sieben Tagen einmal im Spiegel, in der SZ und in der Zeit gelesen. Find das Wort eigentlich doof, aber habs mal notiert. Man weiß ja nie.

In den letzten Tagen begegnen mir zunehmend seltsamere Worte. Ein Kumpel verwendet „rumpimmeln“ fast täglich. Ich kannte den Ausdruck vorher nicht, heißt aber so viel wie: „Oh mein Gott, wie können mir Menschen nur so wahnsinnig auf den Sack gehn und es nicht mal merken!!!“ War ja erst skeptisch, aber irgendwie mag ichs. Gibt so ein paar Worte, bei denen ich erst ein bisschen brauche, bis ich mich mit ihnen angefreundet habe. „Prall“ zum Beispiel. SOFORT eine Penis-Assoziation. Oder „Ficken“. Gott wie ich das Wort gehasst habe! Bin eher so der „Vögel“-Mensch. Ficken. Pf. Klingt so… abwertend. Allein von der Lautmalerei her. Keine Melodie. Aber je öfter man so dran denkt wird das Wort an sich immer attraktiver. Ficken… mhh…

Ach jetzt wurde das doch genau so niveaulos wie im Titel angekündigt. Naja egal.

Alles, was glücklich macht (willkürliche Reihenfolge)

SchokoladeGewitter im Sommerauf der Wasseroberfläche treibenSushi erst machen, dann essenKüssen (nur Menschen mit Talent dazu)To-do-Listen abhakenGrillen mit FreundenBier trinken mit Freundenein Buch lesen, das man nicht mehr aus der Hand legen kannin der Sonne bratenFingernägel lackierenSachen sortieren und abhefteneine neue Lieblingsband entdeckennachts im Schwimmbad einbrechen und nackt vom 3er springen500 Gramm weniger auf der Waagewenns einfach läuftSelbstportraits knipsen und NOCH schöner photoshoppenFüße hochlegen und nichts tunScrubs schaunWenn ein Text von einer höheren Instanz als „ziemlich gelungen“ gewürdigt wirderst erzählen lassen und dann „boah, hab grad garnicht zugehört“ sageneinen neuen Eintrag im Lebenslauf hinzufügengood-hair-day“Mh echt gut, was du gekocht hast!“Postkarten bekommenAbends draußen sitzender erste Bissen eines perfekten DönersSommerklugscheißenperfekte Schuhe finden und kaufenBeischlaf (mit Menschen, die man mag)sich einen richtigen Kugelschreiber leisten (nicht immer diese gratis Pharma-Werbe-Kulis)einen Samstag lang die komplette Zeit darauf zu verwenden, die SZ von vorne bis hinten zu lesenDiese ganzen Dinge machen mich schon ziemlich glücklich. Doch die Summe daraus übersteigt nicht dieses unbändige Glücksgefühl, in dem Wissen zu sein, dass ich nie mehr – NIE MEHR – auch nur ein beschissenes Nummernschild in meinem Leben abtippen werde. Denn: Ich bin fertig. Wuuuhuuuuu! :))Und darauf ein nicht vorhandenes Bier. Prost!

2007, 2008, 2009, 2010

So 2007 ist vorbei und wie schräg es war…. Also WIE schräg. Viele viele neue Erfahrungen gemacht und schlimmer durch den Wind gewesen, als sowieso schon.Habe Hamburg (und Astra) kennen (und lieben) gelernt. Die Zeit wäre wirklich nur halb so gut gewesen, wenn SIE mir nicht Gesellschaft geleistet hätte!Musste rausfinden, dass man niemals Wertsachen mit auf den Kiez nehmen sollte. Vorallem nicht, wenn man generell ziemlich verpeilt ist und ein geringfügiges Alkoholproblem hat. Aber habe auch feststellen düfen, dass man als – nennen wirs – Schusselchen immer irgendjemanden hat, der einen aus dem Schlamassel zieht. Seien es alte, veroffene Knastis, oder ziemlich gute Freunde, die man regelmäßig vollgejammert hat! Danke fürs nerven lassen meine Lieben! :)In die mächtige Medienbranche durfte ich reinschnuppern und habe gemerkt, dass es nicht mein Ding ist. Aber immerhin eingesehen, dass mir ja nix anderes übrig bleibt, als Journalist zu werden. Irgendwie müssen die Reichtümer ja angehäuft werden, um den dekadenten Lebensstil in Zukunft zu finanzieren: Penthouse, Porsche 911er, eigene H&M-Filiale, dummer Schönling, der sich aushalten lässt.Quintessenz des Praktikums: Nicht zu hohe Ansprüche an sich stellen. Macht nur miese Laune.Das kommende Jahr 2008 birgt jedoch kaum Überraschungen. Irgendwie ist alles so durchgeplant, dass ich mir nicht mal Vorsätze nehmen muss. Auf Diät bin ich sowieso ständig, also warum es zu was Besonderen emporheben und so tun als würde man am 1. Januar ganz bestimmt damit anfangen.Praktikum in München steht ab Sommer an und somit ist auch karrieretechnisch (oh wie spießig das klingt) alles bis einschließlich Ende September 2008 eingetütet.Wenn nicht etwas Unerwartetes passiert, wie etwa eine Drillings-Schwangerschaft, Alibi-Hochzeit mit einem schwulen Modedesigner und anschließende Annullierung/Scheidung, was dann möglichst medienwirksam breitgetreten wird, um eine Menge Kohle damit zu scheffeln, verspricht das dann doch, ein eher ruhiges Jahr zu werden.Vielleicht auch garnicht schlecht, wenn alles beim Alten bleibt… irgendwie…2009 dann (hoffentlich) Argentinien und es werden weiterhin Anstrengungen unternommen, den Eintritt ins (ernsthafte) Berufsleben möglichst weit hinauszuzögern.Oh und 2010 werd ich im Gegensatz zu IHM noch nicht Dreißig. Aber halb so wild, mein Bärchen. Wir stehen dir bei. 😉