läuft.

Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem es einfach läuft. Das letzte Fachsemester plätschert vor sich hin – ohne Aufregung, ohne Stress. Der Job macht Spaß – aus den gleichen Gründen. Und wenn man sich mal damit abgefunden hat, dass man nie wie Cindy Crawford aussehen wird, ist man die nervige Sorge, ob nun drei Kilo zu viel oder nicht, auch los.

Und alles nur, weil man auf ein Ziel hinarbeitet. Auf ein reales Ziel. Nichts Utopisches wie „Ich will ZEIT-Redakteurin werden und in Hamburg wohnen und dass die Hälfte der Barmänner zwischen Schanze und Kiez schon an  meinem Gang hören, dass ich es bin und mir gleich ein Astra hinstellen.“ Ok, Letzteres krieg ich eventuell hin.

Nein, einfach locker, entspannt und mit Spaß an der Sache ab März die Diplomarbeit runterschreiben und bis dahin soviel Geld verdienen, dass dabei ein großer Rucksack, eine Jacke, ein paar gescheite Schuhe, ein Ticket und ein Sprachkurs rausspringen. Und Taschengeld, wenn ich unterwegs Hunger bekomme.

Alles andere ist momentan nebensächlich. Das Schöne: Die miesepetrigen Gesichtszüge verschwinden, die knittrigen Falten zwischen den Augen lösen sich und selbst wenns regnet, störts nicht sonderlich. Macht auch attraktiver, was wiederum Aufmerksamkein erregt und das wiederum trägt auch zum Wohlbefinden bei.

Wie haben Element of Crime so schön gesungen: „Erst wenn alles scheiß egal ist, macht das Leben wieder Spaß“. Nun, alles ist nicht scheiß egal. Aber vieles und deshalb machts wieder Spaß.

What do you do after studying?

Gerade hat der Reader ein sehr feines Projekt ausgespuckt: vier Minuten Musikvideo ohne einen einzigen Schnitt, produziert von der Hochschule Furtwangen.


Keine Ahnung wo Furtwangen ist (ja ok, habs doch nachgeschaut… ist im Schwarzwald), aber es gibt offenbar gute Gründe, warum man eher da „was mit Medien“ machen sollte, als in Dieburg:

1. Die holzvertäfelten Wände haben echt was. Sind auch irgendwie retro, gehen aber eher so in die 70er-Richtung und strahlen etwas mehr Wärme aus als diese Schlachthaus-Atmosphäre in Dieburg.

2. Die Menschen sind schöner! Als Beispiel sollte man sich mal den Mann ab Sekunde 58 zu Gemüte führen. Und noch viel besser: Den Musikant von Minute 2:25, der seine Gitarre ableckt! Sowas gibts in Dieburg nicht und das ist unfair!!!

3. Die haben Spaß.

Tja doof ne… jetzt wechseln, lohnt nicht mehr.

Darum freu ich mich aufs Wochenende

Andere ziehen sich ihre weißen Deichmann-Stiefelchen an, hüpfen in ihre Hüftjeans und können es kaum erwarten die ganze Nacht zu den melodischen Klängen der Disco-Boys durch die 99-Cent-Flatrate-Sauf-Party-Clubs zu wackeln.

Ich freue mich an jedem Wochenende hauptsächlich auf das hier:

Das gemischte Doppel im Süddeutsche Magazin. Ein Schmankerl, das meiner Ansicht nach den Wortwitz auf ein anderes Level hebt. Für diese Art Humor wurde die Bezeichung „köstlich“ erfunden. Jede Woche kommen die mit Kreationen (und persönlichen Highlights) wie „power shoppen – shower poppen“ oder „reinfeiern – fein reiern“ aus der Hüfte, alles hübsch bebildert. BEÄUMELN KÖNNTE ICH MICH DA!!!!

Wer jetzt glaubt mein Leben sei irgendwie fad, weil ich lieber lese, anstatt besoffen auf der Straße und schließlich in irgendwelchen Betten rumzufallen, dem sei gesagt, dass ich mittlerweile tatsächlich so alt bin, dass ich ansonsten mit zwei Litern Äppler, drei Freunden und einer Kneipe an einem Freitagabend völlig zufrieden bin. Exklusive Kopfschmerzen.