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Die wirklich tollen Dinge einer Stadt entdeckt man erst zum Schluss. Das war in Hamburg schon so und jetzt ist es es auch so in München.

Eine Lokalität, wo man zu hierzu und dazu (und zu ziemlich viel anderem entsprechendem Zeug) und zu Sau-Preißn-Bier (ja sorry, aber das hier heimische läuft einfach nicht so gut) die halbe Nacht tanzen kann: 59:1

Mehr möchte ich dazu nicht sagen, weil schreibfaul. Hingehn, hinhören, hin und weg sein. Punkt.

Gründe für Sommer

Die Sonne brennt auf der Haut. High Noon und man wird gegrillt wie ein Hähnchen. Natürlich ohne Sonnencreme. Das ist ja was für Pussys. Also ebnet man zwei Stunden lang den Weg zu einem ausgewachsenen Hautkrebs und unzähligen Falten im Alter. Dabei aber immer schön die Augen zulassen. Netzhaut soll ja heil bleiben. Irgendwann wenn die Hitze unerträglich wird, geht man wieder in die Wohnung und stellt sich vor den Spiegel: Sonnentrophäe begutachten. Der erste Bikinistreifen des Jahres. Wuhhuuuu!Der Döner des Sommers: Saftig und man kann nicht reinbeißen, ohne sich irgendwie einzusauen. Nur das Wassermelonen-Flecken wesentlich besser auswaschbar sind als Knoblauchsoße. Idealerweise kleckert man sich sowieso halb nackt mit dem Obst voll. Und wer Wassermelone in Würfel statt in Scheiben schneidet, verdient keinen Respekt. Am Wassermelone-Streifen von Ohr zu Ohr nach dem Abbeißen erkennt man den wahren Feinschmecker.Einfach treiben lassen. Augen schließen und das kühle Wasser genießen, das über den Bauch schwappt und sich in einem winzigen Teich im Nabel sammelt. Die Haare sehen unter der Oberfläche wie Algen aus, sind ganz weich. Mückeln kitzeln an der Nase. Dann packt es einem am Fuß, zieht einen in die Tiefe. Man japst nach Luft! „Penner!“ Das gibt Rache!!!Mittlerweile hat man die fünfte Runde Hefe bestellt. Der Biergarten ist auch jetzt um kurz nach 11 gut gefüllt. Lachen, bunte Laternen und das Laub über einem, durch den der Wind raschelt. Das Licht is gedämpft, die Gesichter sind weich. Man ist weder betrunken noch nüchtern und kaut genüsslich auf einer halben Brezel rum. Irgendwann zieht man sich die Jacke über. Wirs kühl langsam. Aber nur ein bisschen.Die ersten Wolken ziehen auf. Erst wenige, kleine. Noch knallt die Sonne erbarmungslos. Der Himmel zieht sich langsam zu. Es grollt. Eine dunkelgraue, fast violette Wand aus schweren Gewitterwolken schiebt sich vor die Sonne und die ersten Tropfen fallen. Sofort verdunsten sie auf dem heißen Asphalt. Blitze zucken, ein ohrenbetäubender Knall und es prasseln dicke Tropfen auf die Erde, die jedem Tropenregen auf Sumatra Konkurrenz machen. Schnell raus, barfuß durch den Regen und tief einatmen. Der ganze Dreck der letzten Wochen löst sich mit einem Mal. Die Luft ist wie reingewaschen. Und dann plötzlich hört es auf. Einfach so. Und Dampf steigt auf.Es ist drei Uhr morgens. Der vergangene Tag hat den Hitzerekord des vorigen geschlagen und die Nacht ist heiß und stickig. Die Balkontür ist offen, alibioffen – bringt eh nix. Die Grillen zirpen zu laut. An Schlaf ist nicht zu denken. Auch egal. In einer Stunde wird es sowieso hell. Also tapst man im Dunkeln auf den Balkon setzt sich in den Schaukelstuhl und legt die Beine auf das Geländer. Es riecht nach Heu. Müde reibt man sich die Augen und zündet sich eine Zigarette an. Eigentlich raucht man ja nicht. Aber passt gerade so schön. Und langsam färbt sich der Himmel rot.(ich will Sommer…)