zwei sterben

Eine ganze Generation wird zu Medienfuzzis. Auf irgendeine Art und Weise drängen immer mehr Menschen, mit denen ich die Schulbank gedrückt habe, in DIE Branche. Sie fangen entweder an zu schreiben, animieren Kinofilme oder drehen selbst welche. 
 
So weit, dass es für deinen Kinofilm reicht, ist derjenige, um den es hier geht, noch nicht. Aber bald. Vielleicht. 
 
Rückblick in das Jahr 1996:
Irgendwann zwischen Montag und Freitag, saß ich vormittags im Englischunterricht. Ich war elf und mein Kleidungsstil befand sich noch im Entstehungsprozess. Ich trug ein beiges Oberteil aus grobmaschigem Leinen. Es war etwas zu weit. Das ist sehr von Vorteil, wenn man ein dickes Kind ist. Ich saß also recht geschmacklos in der zweiten Reihe und dachte an nichts Böses als mich ein rothaariger Junge antippte, mit dem Finger auf mich zeigte und mich lautstark „Kartoffelsack“ nannte. Fand ich damals unschön. War aber gerechtfertigt, wenn man heute aus der Distanz darüber nachdenkt.
 
Nun ja. Genau dieser Junge, Marc Rühl, studiert heute an der Kunsthochschule im wunderschönen Offenbach und dreht Filmchen. Sein Kurzfilm „Zwei Sterben“, eine Zusammenarbeit mit 3-Sat und dem ZDF, lief heute um 21 Uhr auf erstgenanntem Kanal. Ein Animationsfilm zum Themenabend „Bruder Tod“.   

Wie schön. War etwas verstörend und ich hab ihn glaub ich nicht wirklich verstanden, aber das muss ja bei Kunst auch so sein.  

Im Anschluss läuft gerade eine Dokumentation über das besondere Verhältnis von Österreich zum Tod. Ich hab das Thema ja schon einmal erörtert. Irgendwie muss was dran sein, wenn die Öffentlich-Rechtlichen sogar sagen, dass das Völkchen verwesungstechnisch sehr euphorisch gestimmt ist und sie dem ganzen Elend auch noch über eine Stunde Sendeplatz zubilligen.

Mehr möchte ich dazu jetzt aber nicht sagen.