Montserrat the Christmas Poo

Many dressy moments werde ich im Sommer beiwohnen. Zwei Hochzeiten und eine Diplomfeier und dafür muss man sich ja schon ein wenig rausputzen. Ich ziehe nie Kleider an. So arg nie, dass ich auch auf nervtötenden Musicalpremieren im mondänen Hamburg im grauen Hosenanzug auftauchte und mir von ignoranten Menschen, die mir zum wiederholten Male nicht zum Geburtstag gratuliert haben anhören musste, ich sähe wie eine spießige Geschäftsreisende aus.

In der Vergangenheit gab es immer einen sehr guten Grund, warum ich Kleider mied: Ich sehe darin scheiße aus. Was mich glauben lies, dass sich das in diesem Jahr anders sein soll, weiß ich nicht. Ich lies mir dennoch eines maßschneidern. Via ebay habe ich mir in Shanghai ein braunes Cocktail-Kleid für 59 Euro bestellt, an dem sich in Windeseile junge Chinesinnen die Finger wund nähten. Globalisierung und so.

Gestern kam es an. Und ich sehe darin aus wie Mr. Hanky the Christmas-Poo. Fabe stimmt, Form ebenfalls. Hätte ich eine Opern-Stimme könnte man mich auch leicht mit Montserrat Caballé verwechseln. Ich werde also wieder Hosenanzug tragen. Auf allen drei Veranstaltungen. Und zwar genau den, den ich auch schon in Hamburg trug. Darin seh ich gut aus. Wer das Gegenteil behauptet, ist ein Arschloch.