Kilometerstand Null

Frankfurt: km 0

Huh, jetzt wohn ich schon seit acht Monaten in Frankfurt und hab noch kein einziges Wort hier darüber verloren. Aber Bilder sagen eh mehrmals … jaja bla bla. Was ihr seht, ist die Skyline von Frankfurt … obviously. Frankfurt ist der Startpunkt meiner Reise nach Kiew. Kilometerstand null.

Wahltag!

Der Süddeutsche Verlag ist nett zu uns Hessen. Zumindest zu solchen, die ein Wochenendeabo haben, so wie ich. Diese und nächste Woche bekomme ich die SZ frei Haus, weil sich Hessen erneut von Wiesbaden aus verarschen lassen darf. Wie bereits im letzten Jahr.

Das traurige: Hier trudelt jeden Tag eine Ausgabe mit den neusten Infos zur Hessenwahl ein und ich les einfach keine einzige, weil ich a) keine Zeit habe (ok, ich könnte in der Zeit, die ich fürs Bloggen aufwende, auch den ein oder anderen Artikel lesen) und b) keinerlei Lust empfinde, mich damit auseinander zu setzen (Pfui schän dich, Möchtegern-Journalist!!).

Ne im Ernst. Ich hab mir letztes Jahr echt Mühe gegeben: hab Wahlprogramme studiert, mich mit den Kandidaten befasst, habe brav mein Kreuzchen gemacht und abends gebannt die Hochgerchnungen im ZDF geschaut. Was hats mir gebracht? Nüschte. Außer Rückerstattung der Studiengebühren, die ich einmalig zahlen musste (ok… das war cool).

Ich fahr nachher zur Stadtverwaltung und gebe meine Stimme ab, weil ich am Sonntag dafür keine Zeit haben werde. Ich bin noch am überlegen. Nur weil TSG einen auf Obama macht, sehe ich mich noch lange nicht genötigt, ihn auch zu wählen. Und Koch? Pffffft.

Entweder ich schreibe ein dickes, fettes „Verarschen könnt ihr euch selbst!“ auf den Wahlzettel oder ich wähle die Piratenpartei – die sind für freies Internet… und so.

Bye bye, Hessen

So, Hessen ist abgeschafft. Schön, endlich ist das Gezeter vorbei und ich kann beruhigt nach Bayern abhauen. Wer weiß, vielleicht bleib ich ja gleich ganz dort. Oder ich stehl mich über die Alpen in den sonnigen Süden. Oh, oder wieder Hamburg! Vielleicht wirds auch wirklich Argentinien. Pampa, eine Hütte und ein Stapel Bücher.

Es gibt so viele Möglichkeiten. Alles, nur nicht zurück kommen. 

Grmpf!!!

Auch auf dem wohl unpolitischsten Blog des ganzen Internets, muss man fragen:Was soll das denn???Ich muss zugeben, dass ich heute morgen bei der Wahl ziemlich unausgeschlafen war und beim nach Hause gehen so darüber nachgedacht habe, ob mein Kreuzchen nicht aus Versehen doch eins zu hoch gerutscht ist. Jetzt mach ich mir Vorwürfe. War ich einer der 3.595 Wähler, die in die falsche Richtung getickt haben???Wie schlimm wär das denn!!Falls ja entschuldige ich mich bei allen Hessen hier öffentlich. Aber bin mir ziemlich sicher, dass ich alles richtig gemacht hab…Aaach so ein Mist… un nu?!

Woran man merkt, dass man wieder in Hessen ist:

Man fährt nach 5 Stunden Autobahn zügig mit 170 km/h die A5 an Frankfurt vorbei und bewundert die Heimat. Die in der Abendsonne rot strahlenden Wolkenkratzer, die grau-grünen Lärmschutzwände am Seitenstreifen, den kahlen Wald.Hinter einem drängelt ein 7er BMW mit Lichthupe. Vor einem schleicht ein Renault Twingo mit „Jaqueline und Kevin“-Aufkleber auf der Heckscheibe und man schreit „Faaaahr doch da vorne, du Spast!“ Dann schneidet man vor lauter Todesangst einen VW Golf und fühlt das von Adrenalin übersättigte Blut in der Halsschlagader pochen.Plötzlich ist man nicht mehr der einzig Wahnsinnige auf der Straße…und ein Lächeln huscht über die Lippen.Welcome home 🙂

Ab vor die Tür, du rauchender Schuft!

Das wirklich positive an der Heimat im Gegegnsatz zu Hamburg ist das Rauchverbot, das in Hessen schon drei Monate gilt. Endlich kann mann abends ausgehen, gemütlich in einer Kneipe sitzen, ohne danach die Klamotten erst verbrennen und die Asche in ein Säurebad kippen zu müssen, um den Geruch loszuwerden. Man kann sich endlich in sein frischbezogenes, nach Wiesenblumen duftendes Gemach legen, ohne am Gestank der eigenen Haare zu krepieren. Man muss nicht sofort duschen, weil man ausversehen für fünf Minuten ein Restaurant betreten hat. Und dieses Kratzen im Hals und die belegte Zunge sind auch hinfällig, seit dem man einfach nicht mehr stundenlang den Qualm einatmen muss.Nicht falsch verstehen. Ich lass jedem Raucher seine Freiheit. Rauch gerne ab und an selbst eine Zigarette. Aber solang andere Menschen mit hineingezogen und belastet werden, sollte man sich als Raucher doch darauf besinnen, dass es eventuell doch ganz knorke ist, wenn man sich seiner verdienten Sucht draußen hingibt, wo es keinen stört.Man stelle sich nur mal die unsäglichen Freunden vor, die ab jetzt ein Restaurantbesuch birgt. Diese feinen Nuancen aromatischer Düfte und Geschmäcker, die von nun an Nase und Gaumen kitzeln. Fleisch schmeckt plötzlich wieder nach Fleisch. Vegetarische Antipasti Mozarella Panini schmecken plötzlich nach… naja was weiß ich… nach Essen. Der Wein verströmt wieder einen fruchtiges Aroma und ist nicht mehr belegt vom Zigarettenrauch des Sitznachbars. Und das Bier erst. Die Schaumkrone ist plötzlich wieder weiß!Zwischenmenschlich wirds erst richtig super. Zugegeben, man kann jetzt nicht mehr mit dem abgedroschenen „Hast du mal Feuer?“ die Bärenfalle zuschnappen lassen. Jetzt tuts eventuell auch ein „Willst du mal probieren?“ oder ein „Meeensch ist das heiß hier, seit man nicht mehr dauernd wegen dem scheiß Rauch lüften muss!“ (Und runter mit den Klamotten) Man sieht die anderen Gäste nicht wie vorher hinter einem grauen Schleier, sondern kann ganz klar vorselektieren, mit dem man flirtet. Die Böse Überraschung am nächsten Morgen bleibt also auch aus. („Wie deine Augen sind garnicht stahl-grau?!“)Das Rauchverbot bringt also neben gesundheitlicher Vorteile auch Geschmacksästhetik und attraktivere Geschlechtspartner mit sich. Wenn das mal nicht ganz klar für gefälligst draußen rauchen spricht!

Und nebenbei: Ab dem 1. Januar gilt das dann auch alles für Hamburg. Wenn das mal nicht für die Hansestadt spricht! Will zurück. Verdammt!