Regen. Bitte.

Ich will Gewitter. Jetzt. Sofort. Ich will, dass es den ganzen Abend schüttet wie aus Eimern. Es soll donnern und blitzen. Die Luft soll sich bewegen. Das ist seit Tagen nämlich nicht der Fall und ich mags gar nicht.

Wenn es dann endlich regnet, lieg ich als aller erste (und wahrsheinlich einzige) draußen auf dem Asphalt und lasse den ganzen Altagsschmutz von mir spülen. Dass die Straße sau dreckig ist, tut nichts zur Sache.  Das gehört dazu.

gute Laune

Ich wollte nur kurz anmerken, dass mir verdammt nochmal die Sonne aus dem Hintern scheint!!

Und das, obwohl es hier seit Tagen regnet! (Und ich am Freitagabend bei Platzregen und Gewitter gezwungenermaßen einen Wet-T-Shirt-Spießrutenlauf vom Isartor bis zum Stachus veranstaltet habe. Gott war ich nass und attraktiv… grrr)

Und womit scheint mir die Sonne aus dem Arsch? Naaa? NAAAAA???

… Exakt: Mit Recht! *muaahhaa*

Und wieder was mit null Mehrwert für den Leser gebloggt. Wundervoll.

Ja genau, Regen

Kaum donnert es nach zehn Tagen Hitze und ununterbrochen Sonne, schon stehen alle Nachbarn auf ihren Balkonen, recken das Gesicht gen Himmel und beobachten das unheimliche Treiben.

Ja, das sind Wolken. Ja, die machen Krach. Und ja, das komische Licht über dem Hügel da ist ein Blitz. 

Alles halb so wild. Es regnet, weil heute alle Menschen, denen ich in den stickigen Redaktionsräumen der FH begegnet bin, zerflossen sind. (Das ist natürlich nicht der Grund. Der hat irgendwas mit Luftmassen zutun, aber das ist bestimmt auch ein Faktor.) Es war nämlich schwül. Und wenn es schwül ist, darf es auch mal regnen und gewittern. 

Bin generell ein großer Fan davon. Nichts riecht besser als nassgeregneter Boden im Sommer. Schade, dass man hier keine Düfte bloggen kann. Das wär mal was für Web 3.0.

Alles, was glücklich macht (willkürliche Reihenfolge)

SchokoladeGewitter im Sommerauf der Wasseroberfläche treibenSushi erst machen, dann essenKüssen (nur Menschen mit Talent dazu)To-do-Listen abhakenGrillen mit FreundenBier trinken mit Freundenein Buch lesen, das man nicht mehr aus der Hand legen kannin der Sonne bratenFingernägel lackierenSachen sortieren und abhefteneine neue Lieblingsband entdeckennachts im Schwimmbad einbrechen und nackt vom 3er springen500 Gramm weniger auf der Waagewenns einfach läuftSelbstportraits knipsen und NOCH schöner photoshoppenFüße hochlegen und nichts tunScrubs schaunWenn ein Text von einer höheren Instanz als „ziemlich gelungen“ gewürdigt wirderst erzählen lassen und dann „boah, hab grad garnicht zugehört“ sageneinen neuen Eintrag im Lebenslauf hinzufügengood-hair-day“Mh echt gut, was du gekocht hast!“Postkarten bekommenAbends draußen sitzender erste Bissen eines perfekten DönersSommerklugscheißenperfekte Schuhe finden und kaufenBeischlaf (mit Menschen, die man mag)sich einen richtigen Kugelschreiber leisten (nicht immer diese gratis Pharma-Werbe-Kulis)einen Samstag lang die komplette Zeit darauf zu verwenden, die SZ von vorne bis hinten zu lesenDiese ganzen Dinge machen mich schon ziemlich glücklich. Doch die Summe daraus übersteigt nicht dieses unbändige Glücksgefühl, in dem Wissen zu sein, dass ich nie mehr – NIE MEHR – auch nur ein beschissenes Nummernschild in meinem Leben abtippen werde. Denn: Ich bin fertig. Wuuuhuuuuu! :))Und darauf ein nicht vorhandenes Bier. Prost!

Gründe für Sommer

Die Sonne brennt auf der Haut. High Noon und man wird gegrillt wie ein Hähnchen. Natürlich ohne Sonnencreme. Das ist ja was für Pussys. Also ebnet man zwei Stunden lang den Weg zu einem ausgewachsenen Hautkrebs und unzähligen Falten im Alter. Dabei aber immer schön die Augen zulassen. Netzhaut soll ja heil bleiben. Irgendwann wenn die Hitze unerträglich wird, geht man wieder in die Wohnung und stellt sich vor den Spiegel: Sonnentrophäe begutachten. Der erste Bikinistreifen des Jahres. Wuhhuuuu!Der Döner des Sommers: Saftig und man kann nicht reinbeißen, ohne sich irgendwie einzusauen. Nur das Wassermelonen-Flecken wesentlich besser auswaschbar sind als Knoblauchsoße. Idealerweise kleckert man sich sowieso halb nackt mit dem Obst voll. Und wer Wassermelone in Würfel statt in Scheiben schneidet, verdient keinen Respekt. Am Wassermelone-Streifen von Ohr zu Ohr nach dem Abbeißen erkennt man den wahren Feinschmecker.Einfach treiben lassen. Augen schließen und das kühle Wasser genießen, das über den Bauch schwappt und sich in einem winzigen Teich im Nabel sammelt. Die Haare sehen unter der Oberfläche wie Algen aus, sind ganz weich. Mückeln kitzeln an der Nase. Dann packt es einem am Fuß, zieht einen in die Tiefe. Man japst nach Luft! „Penner!“ Das gibt Rache!!!Mittlerweile hat man die fünfte Runde Hefe bestellt. Der Biergarten ist auch jetzt um kurz nach 11 gut gefüllt. Lachen, bunte Laternen und das Laub über einem, durch den der Wind raschelt. Das Licht is gedämpft, die Gesichter sind weich. Man ist weder betrunken noch nüchtern und kaut genüsslich auf einer halben Brezel rum. Irgendwann zieht man sich die Jacke über. Wirs kühl langsam. Aber nur ein bisschen.Die ersten Wolken ziehen auf. Erst wenige, kleine. Noch knallt die Sonne erbarmungslos. Der Himmel zieht sich langsam zu. Es grollt. Eine dunkelgraue, fast violette Wand aus schweren Gewitterwolken schiebt sich vor die Sonne und die ersten Tropfen fallen. Sofort verdunsten sie auf dem heißen Asphalt. Blitze zucken, ein ohrenbetäubender Knall und es prasseln dicke Tropfen auf die Erde, die jedem Tropenregen auf Sumatra Konkurrenz machen. Schnell raus, barfuß durch den Regen und tief einatmen. Der ganze Dreck der letzten Wochen löst sich mit einem Mal. Die Luft ist wie reingewaschen. Und dann plötzlich hört es auf. Einfach so. Und Dampf steigt auf.Es ist drei Uhr morgens. Der vergangene Tag hat den Hitzerekord des vorigen geschlagen und die Nacht ist heiß und stickig. Die Balkontür ist offen, alibioffen – bringt eh nix. Die Grillen zirpen zu laut. An Schlaf ist nicht zu denken. Auch egal. In einer Stunde wird es sowieso hell. Also tapst man im Dunkeln auf den Balkon setzt sich in den Schaukelstuhl und legt die Beine auf das Geländer. Es riecht nach Heu. Müde reibt man sich die Augen und zündet sich eine Zigarette an. Eigentlich raucht man ja nicht. Aber passt gerade so schön. Und langsam färbt sich der Himmel rot.(ich will Sommer…)

Traumhaft ist…

…wenn man in der regnerischen Abenddämmerung eines heißen Sommertags barfuß durch den Wald läuft. Man spürt die weiche, feuchte Erde zwischen den Zehen und der leichte Wind der durch das nasse Haar weht. Trübe, graue Wolken über den Hügeln. Warmer Dampf, der sich aus dem Wald erhebt. Kein Lärm, keine Menschen. Allein mit seinen Gedanken.

Plötzlich ist vieles nicht mehr wichtig. Studium, Arbeit, Erfolg. Der Stress versickert für den Augenblick, mit den Regentropfen in der Erde und alles erscheint so simpel und einleuchtend.

Was ist wirklich wichtig?

…Genau diese Momente.