Stephen Hawking des Journalismus

Das Folgende ist einigen wahrscheinlich einen Tick zu geschmacklos.

Ich existiere seit Tagen nur noch als Torso  weil Hände und Füße einfach nahezu taub sind – eingeschlafen und mache mir so meine Gedanken, was ich eigentlich tun soll, wenn ich berufsunfähig werde. (Einfache Rechnung: funktionsunfähige Hände = tippen wird schwierig)

Sollte ich irgendwann doch nicht so eine begehrte Journalistin werden, kann ich mir dann auch die Sekretärin abschminken, die meine genialen, gedanklichen Auswürfe aufschreibt. Meine einzige Semiqualifikation geht flöten und nur schlau in irgendwelchen Polittalkshows halbgaren Blödsinn erzählen, füllt auf Dauerauch nicht aus.

Ich sitze also irgendwann rum und kann nicht schreiben – der Stephen Hawking des Journalismus. Nur nicht mit ganz so revolutionär klugen Gedanken. Naja gut, ich kann immernoch reden, aber da ich jetzt schon keine Lust habe, mich mit dem Großteil der Bevölkerung zu unterhalten, wird das dann sicher auch nicht besser.

Geschmackloserweise tüftelt man mit einem Freund dann möglichst effektive Methoden aus, wie man sich in solch einem Fall stilvoll aus dem Leben stehlen könnte. Arme und Beine kann man ja nicht benutzen, also muss man kreativ werden.

Kopf gegen die Wand schlagen, geht nur, wenn man sich von den Fesseln befreien kann, mit denen man am Rollstuhl festgezurrt wurde. Tut außerdem weh. Cleverer ist es, sich morgens Honig zum Frühstück servieren zu lassen, diesen nicht runterzuschlucken und und sich mit offenem Mund durch einen Hornissenschwarm schieben zu lassen. Das bedarf guter guter Freunde, die einem solche einen Gefallen tun.

Aber da ich immoment noch mit tauben Fingerspitzen irgendwerlchen Blödsinn tippe, kanns so schlimm nicht sein. Außerdem sterbe ich wohl eher an diesem Blödsinn, wenn ich nicht aufhöre, auf Comedy Central die Werbeblöcke mit anzuschauen.

Ashes & Diamonds

So als arroganter, selbstverliebter und total verblendeter Online-Journalismus-Student muss man auch mal über den Tellerrand hinausblicken und schauen, was denn so die anderen Medienfuzzis am Campus treiben. Also die, die nicht die Meinung der Masse lenken und ganze Regime durch ihr Werk zu Fall bringen können, sondern die, die einfach nur kreativ sind: Kameraleute, Schnittkasper und zukünftigen Kabelträger. Und da man ja nun zum gleichen Fachbereich gehört, muss man auch die neugeknüpften familiären Bande etwas pflegen und begutachten was die Kinderchen so Schrilles tun.Einmal im Semester lädt der Studiengang Digital Media am Campus Dieburg zu einem Stelldichein namens „Ashes & Diamonds“ ein. Gezeigt werden alle Filmchen, die die fleißigen Bienchen während des Semesters so zusammengeschustert haben – schlechte (ashes) und gute (diamonds). Und was soll ich sagen? Lehrreich wars und unterhaltsam.Die Studenten widmeten sich den typischen Themen der Spezies: Selbstmord, Fremdgehen und… Füße. Drehte sich fast jeder der zwei Dutzend Kurzfilme darum. Zumindest latent. Einige waren laut dem Kameramann, der sich als Professor verkleidet hat, wie eine New-Wave-Kneipe der 80er Jahre: „Optisch top aber akustisch richtig scheiße“. Nun ja, man kann ja nicht auf alles achten. (Wenn WIR so arbeiten würden!!)Ach ja: Filme können „fluppen“, es gibt ein Utensil namens „Cucolores“, Achsensprünge sind böse (gibt aber auch jeder zu, wenn er Scheiße gebaut hat) und SM hat man im Himmel nicht sooo gerne.Seltsames Volk, diese Kabelträger…