très bon und irgendwas mit boeuf

Ja, mein Job könnte definitiv schlimmer sein. Nach Feierabend zu dem meiner Meinung nach besten Franzosen Münchens geschickt zu werden, um Fotos zu machen, hat schon was für sich.

Ich bin seit einer Woche in München, das heißt ich kenne noch kein einziges Restaurant – von Imbissbuden und einem Lidl mal abgesehen, aber ich bin mir sicher: Es gibt keinen besseren.

Normalerweie kann ich mir solche Eskapaden nicht leisten. Es sei denn ich verkaufe nachts meinen Körper. Aber selbst dann muss ich erstmal mindestens eine Woche schuften.

Kaum angekommen, schon stellen sie einem Champagner mit Melonenlikör als Aperitiv vor die Nase. Anschließend gibts in Rotwein eingelegtes Rinderfilet auf Kartoffel-Selerieschnee an Schokoladensauce. Abgerundet wird das Menu mit einer warem Schokoladentarte gefüllt mit noch wärmeren Karamel. Alles serviert mit gesäuseltem Frosösisch und einer Prise Mittelmeercharme.

Ok also nochmal: flüssiges Karamel, in einem warmen Schokoladenkuchen, Zuckerwatte on top. Genau das ist mein Himmel. Wenn ich mal tot bin, will ich exakt das. Und einen gutaussenden Kerl, der mir das dann nackt und lächelnd an den Hintern trägt.

Ich bin ja eh der Auffassung, dass man nur noch dann essen sollte, wenn es wirklich Gutes in Aussicht steht. Quartalsschlemmen quasi. Alles weitere ist nur Nahrungsaufnahme, um nicht irgendwann ohnmächtig unter dem Schreibtisch zu liegen. Das erste Mal seit Monaten bin ich völlig zufrieden und glücklich mit vollem Magen nach Hause gegangen und das obwohl ich etwas gegessen habe. Sowas lass ich ja eigentlich von vornherein.

Das Schlimme: Ich muss da nochmal hin, weil das einfach zu lecker war. Aber dann muss ich mich wohl echt prostituieren… oder Teller spülen… je nach dem.