Scheiß Gold

Super. Jetzt hab ich in den letzten zwei Tagen so ziemlich alles gelesen, was man über Wirtschaft und Finanzkrise im deutschsprachigen Internet findet und hab zumindest mal verstanden warum der Goldpreis so hoch geklettert ist. Und dann fällt der Mist plötzlich wieder um sechs Prozent!!„Ein großer Zinsschritt seitens der Fed sollte den Edelmetallen eigentlich auf die Beine geholfen haben. Stattdessen fielen die Preise für Gold und Silber unter die psychologisch wichtigen Marken von 1000 $ beziehungsweise 20 $“, sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Die Experten von Barclays Capital sehen beim Rückgang des Goldpreises aber auch fundamentale Faktoren am Werk. Zwar sprächen weitere Zinssenkungen der Fed, ein Anhalten der Turbulenzen auf den Kreditmärkten und geschürte Inflationsängste für steigende Notierungen. Die Schmucknachfrage sei jedoch rückläufig, die Goldverkäufe der Notenbanken nähmen dagegen zu: „In diesem Jahr wurden bereits 70 Tonnen mehr Gold verkauft als in der Vorjahresperiode“, schreiben die Barclays-Capital-Analysten.Quelle: ftd.deEntweder es liegt an der Uhrzeit oder an den pochenden Kopfschmerzen, dass ich die beiden Absätze drei Mal lesen musste bis ich wusste worum es geht. Und um das mit den Zinsen zu verstehen, hätte man womöglich mehr als drei Punkte im Mathe-Abi schreiben müssen, schätz ich mal. Wo wir schon beim nächsten Problem wären…Boah, scheiß Wirtschaft. Ich muss schlafen… o_O

Ökonomie: setzen, 6!

Sobald es fad wird, sich Langeweile einstellt, höre ich auf. Ich höre auf, mich bei Menschen zu melden, die mich langweilen. Ich höre einfach auf zuzuhören, wenn nichts Interessantes rüber kommt. Wie damals im PoWi-Unterricht der zwölften Klasse. Irgendwann wurden die Vorträge über Keynesianismus und soziale Marktwirtschaft und weiß der Teufel ziemlich langweilig und ich habe einfach aufgehört, mich daran zu beteiligen. Einmal, so erinnere ich mich vage, bin ich auch vor lauter Langeweile in der letzten Bank eingeschlafen. Hab dann den Bus verpasst.In der Schule ist man noch ziemlich jung und ziemlich dumm und macht sich da noch keine Gedanken darüber, was man da eigentlich lernt und für was das später mal gut sein könnte. Vieles, wie Integralrechnung, brauch wirklich kein Schwein (also ich nicht), aber zumindest in Wirtschaft hätte sich Zuhören echt gelohnt. Dann müsste ich mich jetzt nicht wochenlang in ein Thema einlesen, bei dem sich nach jedem Satz ein neues Türchen zu noch mehr konfusem Zeug öffnet.Kurz: Das angebrochene Semester steht unter der Flagge Wirtschaftsjournalismus und ich hab sowas von keine Ahnung. Ich tu zwar jeden Tag so, als läse ich den Wirtschaftsteil. Dabei überfliege ich nur die Überschriften und schau mir die Bilder an. Feiner, angehender Journalist, der ich bin, click ich mich alibimäßig noch durch Wirtschaftsressort von spiegel-online. Gleiches Spiel: Überschriften und Bildchen scannen. Informationswert: kleiner/gleich Null.Das ging ganz gut so die letzten Semester. Alle anderen Ressorts werden ja brav konsumiert (außer Sport). Aber jetzt ziehen ziemlich dunkle Wolken am sonst sehr blauen Studiengangs-Himmel auf.Ich fange gerade bei den Grundlagen an. Was Keynesianismus, Monetarismus und Liberalismus ist, weiß ich zumindest schon Mal. Bis ich verstehe, was es mit der US-Finanzkrise auf sich hat, was so besonders daran ist, dass der Gold-Preis über 1000 Dollar klettert und was das für auswirkungen auf den DAX hat, brauchts noch eine ganze Weile.Nur eins hab ich schnell kapiert: Lohnt sich gerade richtig, T-Shirts in den USA zu bestellen.Nachhilfestunden sind sehr willkommen.